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Was die Cloud-Strategie von SAP ausmacht

Feature | 11. November 2014 von Andreas Schmitz 0

Reduziert den „Datafootprint“, vereinfacht kleinen Unternehmen den Einstieg, baut geschäftliche Netzwerke aus: Die wichtigsten Charakteristika der Cloud von SAP.

Die Trends sprechen eine klare Sprache: Drei Viertel der IT-Investitionen in den Unternehmen sollen bereits 2016 in hybride und Cloud-Anwendungen fließen und 30 Milliarden mobile Geräte werden 2020 zu einem „Internet of everything“ verbunden sein. 15 Millionen Menschen hat die SAP bereits in ihren sozialen Geschäftsnetzwerken zusammengeführt, via Cloud – Tendenz steigend. Nach einer neuen Analyse der Marktforscher von IDC werden allein die Partnerunternehmen aus dem Ökosystem der SAP in vier Jahren mit 26,4 Milliarden Euro mehr als sechsmal so viel Umsatz mit Cloud-Services machen wie im laufenden Jahr. Entsprechend spricht SAP-Technikvorstand Bernd Leukert nun vom „Cloud-first“-Ansatz. Neue Anwendungen, so Leukert, sind aus der Cloud sofort zu haben und damit auch für Unternehmen adhoc einsetzbar. Selbst auf „mission-critical“-Systeme wird nicht verzichtet, ergänzt Helen Arnold, Mitglied im Managing Board der SAP.

Was die SAP-Cloud heute schon kann:

1. Macht schneller Innovationen möglich:

Die geringeren Kosten waren in der Vergangenheit für viele Unternehmen das Hauptargument, Anwendungen aus der Cloud zu nutzen. „Inzwischen ist den Kunden klar, dass sich mit der Cloud auch Innovationen schneller umsetzen lassen“, erläutert Sven Denecken, als Global Vice President bei SAP zuständig für Cloud Solutions. Längst greift der Außendienst von Reifenhersteller Contitech mithilfe einer Cloud-Lösung mobil auf das Kundenmanagementsystem zu. Und die Teams bei Druckluftspezialist Kaeser arbeiten über die Kollaborationsplattform SAP JAM zusammen. Der Grund dafür liegt darin, dass Geschwindigkeit zum Differenzierungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil geworden ist. Jedes Quartal aktualisiert die SAP ihre Cloud-Produkte. Damit hat sich der Innovationszyklus gegenüber den Enhancement Packages (EHP) für ERP-On-Premise-Lösungen noch einmal um den Faktor vier erhöht.

2. Trotzt dem Druck in der Industrie:

Der Innovationsdruck in der Industrie nimmt zu. „Zwei, drei findige Leute können heute ein Geschäftsmodell auf den Weg bringen, womit früher ganze Unternehmen beschäftigt waren“, sagt Cloud-Experte Sven Dencken. Die Taxibranche stöhnt über Uber, den privaten Fahrdienst, über den jeder seinen Wagen als Taxi nutzen kann. Airbnb macht Privatwohnung auf Wunsch zum günstigen Hotel. Industrien sind gezwungen, ständig so einfallsreich zu sein wie kleine Startups, sonst ist das klassische Geschäftsmodell von einem Monat auf den anderen antik. Die Cloud unterstützt Unternehmen darin, individuelle

Angebote zu machen. Ein Beispiel aus dem Handel: Nestlé-Tochter Nespresso setzt auf Cloud for Sales sowie auf die Cloud-Shop-Lösung hybris, um näher an seine Kunden heran zu kommen. Die individuelle Customer Journey steht nun im Mittelpunkt. „Der lineare Weg für den Einkauf ist tot“, ist der der CEO von hybris, Ariel Luedi, überzeugt. Voraussetzung für den zeigemäßen Einkauf: Ein System, das alle Kanäle gleichzeitig bedient. „Sie kaufen bei einer Incentive-Aktion drei Produkte für den Preis von zweien“, erläutert Denecken, „und dann gehen Sie in den Laden und wollen eins zurückgeben. Das muss möglich sein.“

3. Reduziert den „data footprint“:

Mit „Simple Finance“, dem Technologie-Tridem aus SAP ERP, SAP HANA und Finanz-Add-On eliminiert SAP Aggregate und Indizes, die Quartalsberichte, Reports oder Jahresberichte bisher so aufwändig hat werden lassen. Die Versprechungen von Bernd Leukert: Die Kosten sinken und die Flexibilität und Erweiterbarkeit der Systeme steigt. Erster Kunde neben SAP für SAP Simple Finance ist die australische Universität La Trobe in Melbourne. Eine Handvoll weiterer Kunden setzen die Technologie aktuell testweise ein. Das Add-On bietet den Auftakt für die „S-Innovations“, die zunächst in der Cloud, später aber auch in On-Premise-Systemen zu nutzen sein sollen. Ein Unternehmen, das für seine Daten sieben Terabyte Speicherplatz benötigt, wird künftig, so die Rechnung von SAP, mit unter einem Terabyte auskommen. Weniger Hardware, Backups und Netzwerkbandbreite werden benötigt, um nicht nur die gleichen Aufgaben, sondern auch noch analytische und transaktionale Daten in einem Zuge verarbeiten zu können.

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Den Auftakt der S-Innovations von SAP bietet das Financials-Ad-On Simple Finance (hier eine Ansicht aus SAP Fiori).

4. Verbindet Unternehmen:

Mit der Akquise von Concur weitet die SAP ihre Aktivitäten in Hinsicht auf B2B-Netzwerke weiter aus. Über Ariba sind bereits 1,5 Millionen Unternehmen miteinander auf einer Handelsplattform vernetzt. Kunden bekommen Informationen über ihre Lieferanten, können sich mit dem Wettbewerb vergleichen und Geschäfte abschließen. Die Deutsche Bank nutzt Ariba etwa, um ein Online-Clearing-House zu betreiben. Mitglieder des Netzwerks können hier ihre Finanzgeschäfte abwickeln und Aufträge bündeln. Von Concur verspricht sich die SAP eine Ausweitung von Dienstleistungen innerhalb ihres B2B-Netzwerks. Die Services des Unternehmens aus Washington, für Firmen Reisen zu organisieren und deren Reisekosten zu verwalten, ließe sich auch im Ariba-Netzwerk anbieten. Zu den mehr als 20.000 Kunden von Concur gehören Google, Kellogg’s und die Deutsche Bank. Besonderheit: Über eine Plattform vernetzt das Unternehmen Reisebüros, Hotels und Mitfahrzentralen miteinander, deren Angebote und Services sie in ihre Reiseplanung einbezieht.

5. Erleichtert Startups und Entwicklern, Anwendungen zu bauen:

Alle Lösungen werden – wie auch die Cloud-Software SAP Business ByDesign – über kurz oder lang auch auf die SAP HANA-Plattform gehievt. Der Vorteil für Startups und Entwickler. Die Programmiersprache Java wie auch die „SAP-Sprache“ ABAP können für die SAP HANA-Plattform eingesetzt werden. Nicht zuletzt deswegen befinden sich derzeit schon über 1.500 Startups in der Entwickler-Community, die sich mit SAP HANA-Anwendungen beschäftigen. Selbst Amazon-Web-Services lassen sich auf der SAP HANA-Plattform bauen.

Weitere Informationen:

Interview mit Sven Denecken: Datensicherheit ist Teil unserer DNA

Tipps für die Cloud

Bild: shutterstock

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