Die Mobile-Roadmap von SAP

25. Juli 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

Foto: iStockphoto

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Einen Überblick über die Mobil-Strategie von SAP gab unlängst auf der Mobile Business Conference von NEO Business Partners in Berlin Jürgen Röhricht aus dem Center of Excellence Mobile Business Solutions von SAP Deutschland. In zwei Teilen haben wir die wichtigsten Eckpunkte zusammengefasst. Der zweite Artikel folgt nächste Woche (Dienstag, 30. Juli).

SAP Mobile Platform eine von mehreren Säulen

Aktuell fußt die Mobil-Strategie von SAP im Wesentlichen auf drei Säulen: Apps, der SAP Mobile Platform samt der SAP Mobile Platform Entwicklungstools und SAP Mobile Secure – SAPs Enterprise Mobile Management Suite (EMM). Diese Kernbestandteile werden ergänzt durch unterstützende Services wie Beratung, Rapid Deployment Solutions, Cloud Angebote von SAP und Managed Services von Partnern. Röhricht stellte in Aussicht, dass SAP der Mobil-Strategie als nächsten Bestandteil ein eigenes und Partnerangebot zum Thema Internet der Dinge beziehungsweise Machine-to-Machine hinzufügen werde. Eine erste Ankündigung dazu hatte es bereits im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona gegeben. SAP und Ericsson gaben dort bekannt, gemeinsam an Cloud-basierten M2M-Diensten für Unternehmen zu arbeiten.

Apps für B2E, B2B und B2C

Bei Apps geht es SAP nicht nur um Anwendungen für die Mitarbeiter eines Unternehmens (B2E). Röhricht hob hervor, dass auch die Anwendungsbereiche B2B – also an Geschäftspartner und Kunden gerichtet – und B2C – also der Fokus auf Endkonsumenten – bedient würden. SAP unterstützt eigene Standard-Applikationen wie den SAP Sales Manager oder SAP Retail Execution, zertifizierte Apps von Partnerunternehmen und kundenindividuelle mobile Geschäftsanwendungen. Für viele Anwendungen gibt es allerdings keine oder noch keine App von SAP oder Partnern. SAP entwickelt für solche Fälle kundenindividuelle Apps. Für den US-Lebensmittelgroßhändler Sysco haben die Walldorfer beispielsweise eine App entwickelt, mit der Kunden von Sysco ihre Warenbestände verwalten können.

Mehr Consumerization für bessere User Experience

Konfigurierbare Apps

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite: User Experience bei SAP Fiori

Neue Apps in der Entwicklung: Zusätzlich zu den mehr als 200 bisher verfügbaren Apps von SAP und SAP-Partnern sind eine Vielzahl an weiteren Apps in der Entwicklung. Eigene und Partner-Apps bietet SAP über den SAP Store zum Herunterladen an. Laut Röhricht arbeitet SAP derzeit daran, bestehende iOS-Apps auch für Android und die mobile Version von Windows verfügbar zu machen.

User Experience: Bei zukünftigen Apps wird SAP noch stärker auf einfachste Benutzung und eine „„Consumerized“ Anwenderansprache“ setzen, wie Jürgen Röhricht sagt. „Wir werden die SAP-Apps noch stärker konsumerisieren, sie noch schöner und einfacher zu bedienen machen“, erklärt er. Als Beispiel für einfache User Experience führte er die auf der SAPPHIRE NOW 2013 vorgestellte Lösung SAP Fiori an, eine Sammlung von 25 häufig genutzten Geschäftsfunktionen. Über eine gemeinsame auf HTML5 basierende Oberfläche hat der Nutzer Zugriff auf Vorgänge wie Reiseantrag, Zeiterfassung oder Reisekostenabrechnung. „Wir haben Fiori unter Einbezug von Feedback von mehr als 200 Kunden entwickelt und mit einigen als Co-Innovation direkt zusammen gearbeitet“, so Jürgen Röhricht. Noch dieses Jahr will SAP über SAP Fiori weitere Funktionen zur Verfügung stellen, wie Röhricht ankündigte.

SAP treibt bei Apps Suitenansatz voran

Suiten-Konzept & Konfigurierbarkeit: Bisher sind Apps in der Regel Programme, die eine spezielle Funktion erfüllen, etwa Vertriebsmitarbeitern spezielle Kundeninformationen zur Verfügung stellen, Instandhaltungstechnikern Arbeitsaufträge übermitteln oder mit denen Mitarbeiter Urlaubsanträge stellen können. Mit anderen Apps interagieren sie in der Regel nicht, Kunden-spezifische Konfigurationen sind meist nur in engem Rahmen möglich. Dem stellt SAP zukünftig vermehrt einen Suiten- und Konfigurationsansatz gegenüber.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Suiten-Konzept verbindet Apps

1. Der Konfigurationsansatz ist bereits umgesetzt zum Beispiel beim SAP Work Manager, mit dem SAP-Kunden unter anderem Instandhaltungsaufträge erstellen und verwalten können. Der SAP Sales Manager 2.5, der noch diesen Juli herauskommen soll, wird ebenfalls dem Konfigurationsansatz folgen. Möglich wird es Anwendern dadurch, beispielsweise das Branding auf ihr Unternehmen anzupassen und zusätzlich benötigte Funktionen hinzuzufügen, etwa ein bestimmtes Eingabe- oder Ausgabefeld.

SAP Fiori als Sammlung von Workflow-Approvals

2. Der Suiten-Ansatz bedeutet, dass  mehrere kleine Anwendungen zu einer App zusammengefasst werden – etwa einer Suite an konsistenten Workflow-Approvals wie im Beispiel von SAP Fiori. Die Zusammenfassung kann in einem weiteren Schritt so weit gehen, dass eine App für bestimmte Abfragen auf Daten einer anderen App zugreift. Die Mini-Anwendungen sind dann keine abgeschlossenen Silos mehr.

Im zweiten Teil erfahren Sie nächste Woche am Dienstag, 30. Juli, wie die Weiterentwicklung der SAP Mobile Platform vorangeht und welche mobilen Sicherheitslösungen SAP anbietet.

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1 comment

  1. Benjamin Röder

    gute Übersicht. Spannend klingen vor allem die neuen Ansätze bei Apps. Wenn das gut umgesetzt wird, bringt es Unternehmen noch mal einen deutlichen Schub bei mobilen Anwendungen.

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