Die ökologischsten Unternehmen

6. Dezember 2011 von Neetin Datar 0

Die Umweltprobleme, die viele Unternehmen noch vor wenigen Jahren sehr beschäftigt hatten, sind angesichts der Auswirkungen, die die Finanzkrise auf die Mehrheit der Branchen hat, in den Hintergrund gerückt. Doch ein Blick in die Liste Amerikas ökologischste Unternehmen des Newsweek Magazine von 2011 lässt darauf schließen, dass einige weitsichtige Großhändler das wohl nicht mitbekommen haben.

Beim Vergleich der 500 größten Aktiengesellschaften der USA bezogen auf deren Umweltleistung sind vierzehn Großhändler vertreten, von denen neun eine „Ökopunktzahl“ von 50 und mehr erhielten. Trotz instabiler Wirtschaftslage denken diese Händler immer noch ökologisch.

Drei Gründe für Nachhaltigkeit

Die Auswirkungen auf die Umwelt spielen im Großhandel und anderen Branchen eine zunehmend größere Rolle. Drei Gründe sprechen im Wesentlichen dafür, warum Unternehmen und insbesondere Großhändler dem Thema Nachhaltigkeit Vorrang geben sollten:

  • In Zukunft werden Ressourcen, die einst für selbstverständlich gehalten wurden – Wasser, Land, Bodenschätze und fossile Brennstoffe – nur noch eingeschränkt und zu hohen Preisen verfügbar sein. Sich jetzt für eine solche Zukunft zu rüsten, um weiterhin erfolgreich und gewinnbringend wirtschaften zu können, könnte für das zukünftige Wachstum entscheidend sein.
  • Das zunehmende Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen unter Konsumenten und Geschäftspartnern zeigt langsam Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Der Druck auf Händler im Hinblick auf Transparenz und Verantwortlichkeit ist bereits gestiegen. So wächst beispielsweise im Gastronomiegroßhandel die Bereitschaft, auf regional angebaute Produkte zurückzugreifen.
  • Die globalen Vorgaben zur Einhaltung sozialer und ökologischer Auflagen werden zunehmen. Zudem werden die Vorschriften strenger sein: Berichterstattung über CO2-Emissionen, Produktkonformität im Elektrogroßhandel und Verfolgung von Sendungen im Pharma- und Gastronomiegewerbe. Vorerst könnten Unternehmen mit einem laxeren Nachhaltigkeitsmodell noch davonkommen, doch das wird sich ändern.

Führend in Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsmaßnahmen gelten oft als bedrohlich für Händler, Marken und Gewinne. Doch Unternehmen, die bei ihren Entscheidungen die Ökobilanz berücksichtigen, bieten sich Möglichkeiten, neue Produkte zu entwickeln, neue Dienstleistungen anzubieten und neue Märkte zu erschließen. Der US-amerikanische Fachverband der Elektroindustrie NAED prüft zum Beispiel, wie der Elektrogroßhandel vom grünen Markt profitieren kann.

Damit Großändler im Bereich der Nachhaltigkeit eine führende Rolle einnehmen können – wie die im Ranking des Newsweeks Magazine aufgeführten Unternehmen – müssen sie zunächst verstehen, wie sich ihre Geschäfte auf die Umwelt auswirken. Zweitens müssen sie diese Ergebnisse mit denen ihrer Mitbewerber vergleichen und drittens müssen sie klare Ziele und Kennzahlen für das Vorantreiben der Nachhaltigkeitsbemühungen erarbeiten.

Der Schlüssel einer erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie ist eine ganzheiliche Erfassung und Bewertung der sozialen, ökologischen sowie wirtschaftlichen Risiken und Möglichkeiten. Unternehmen müssen das Thema Nachhaltigkeit konsequent in ihre vorhandenen Geschäftsprozesse einbinden. Großhändler sollten bedenken, dass verschwenderisches Verhalten letztendlich die Gewinne schmälert. Nachhaltiges Handeln wird sich positiv auf das Betriebsergebnis auswirken.

Neetin Datar ist Senior Director of Industry Marketing for Wholesale Distribution bei SAP. Seine Erfahrung in Unternehmenssoftware erstreckt sich über die Bereiche ERP, E-Commerce, Global Trade, GRC, Warehouse Management und Großhandel. Er ist seit 1994 für die SAP tätig und begeistert von Technologie und deren Einsatz im Großhandel.

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