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Die Plattform ist für alle da

9. Dezember 2015 von Stephan Magura, Thomas Leonhardi 0

Kunden bestätigen auf dem SAP-HANA-Forum in Frankfurt: SAP HANA lässt sich als universelle Lösung auf vielen Geschäftsfeldern einsetzen.

Rund 90 ausgewählte Analysten und Medienvertreter waren der Einladung der SAP gefolgt, um am Dienstag aus erster Hand zu erfahren, wie sich das neue Herzstück des Technologieunternehmens entwickelt. Einer davon war Rüdiger Spies, Analyst von Pierre Audoin Consultants (PAC). „Innovation – egal, in welchem Bereich – braucht IT-Unterstützung“, meinte der Analyst in einem Gespräch mit SAP TV.

Damit gab Spies einen wichtigen Hinweis darauf, warum die Nachfrage nach neuen Technologien gerade jetzt steigt. Die Geschäftswelt – und nicht nur die – ist im digitalen Zeitalter angekommen. Deshalb ist ein gewisser Druck spürbar, Geschäftsprozesse in die digitale Welt zu überführen oder gar das komplette Geschäftsmodell zu revolutionieren – angesichts der neuen Möglichkeiten, welche die „Digital Economy“ in Bereichen wie Connected Cars, Internet of Things (IoT) oder Predictive Maintenance bietet. Manchmal bleibt Firmen auch nichts anderes übrig, als ihre digitale Transformation zu forcieren. Ansonsten wären sie schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig.

„Man kann sich die SAP HANA Platform als das digitale Nervensystem des Business vorstellen“, meinte SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert (siehe Video). Gemäß dem Plattform-Verständnis der SAP bilden SAP HANA (Daten-Management-Ebene) und die SAP HANA Cloud Platform (SAP HCP, Anwendungs- und Business-Services-Level) eine Einheit – eben die SAP HANA Platform. Leukert: „Business und Technologie kommen in der digitalen Wirtschaft zusammen.“ Um Software-getriebene Innovationen zu realisieren, mit denen man sich von der Konkurrenz absetzen könne, brauche man eine offene und flexible Plattform.

Der SAP-Technologievorstand (Products & Innovation) nutzte in seinem Auftaktvortrag die Gelegenheit, die Vorteile des In-Memory-Computing anhand konkreter Beispiele zu erläutern. So setze beispielsweise die italienische Bahngesellschaft Trenitalia SAP-Software ein, um die Wartung ihrer Züge zu verbessern. Dazu habe das Unternehmen seine rund 2.000 Lokomotiven mit insgesamt sechs Millionen Sensoren ausgestattet,  die den Betrieb der Züge dank SAP HANA in Echtzeit überwachen. Die „Inspektion“ werde nur noch dann durchgeführt, wenn Sensoren wahrscheinliche Abnutzungserscheinungen melden. Auf diese Weise könne das Transportunternehmen seine Maintenance-Kosten um rund acht Prozent pro Jahr verringern, was jährlich einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag entspreche.

Ein anderes hochkarätiges Bespiel sei Siemens, das die SAP HCP in seine neue Industry Cloud eingebettet habe, so Leukert. Mit Hilfe seines Partners SAP hoffe das Traditionsunternehmen, zu einem bedeutenden Player im zukunftsträchtigen IoT-Markt aufzusteigen.

Stärkeres Engagement bei personalisierter Medizin

Mit ihrem Angebot rund um SAP HANA will die SAP künftig aber auch Branchen ansprechen, die nun noch stärker als bisher in den Fokus rücken. Etwa das Gesundheitswesen. Denn Branchengrenzen kennt die SAP HANA Platform nicht. So wurden in Frankfurt sowie auf einer Veranstaltung in New York die SAP Foundation for Health sowie SAP Medical Research Insights angekündigt. „Die auf der Plattform SAP HANA aufbauenden Lösungen machen Patientendateninformationen und biomedizinische Daten, elektronische Krankenakten oder klinische Studien besser nutzbar. Sie erleichtern die Datenintegration und bieten Echtzeitanalysen sowie -berichte als Grundlage für verbesserte personalisierte Medizin und Patientenversorgung“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Schon jetzt kooperiere die SAP eng mit Institutionen wie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)  in Heidelberg, um das Leben der Menschen zu verbessern. In Frankfurt stellte Leukert die American Society of Clinical Oncology (ASCO) als Partner aus dem Gesundheitswesen vor. Gemeinsam arbeitet man an CancerLinQ, einer Plattform für Gesundheitsinformationen. CancerLinQ analysiert Millionen anonymisierter Patientenakten, um für Krebspatienten die beste individuelle Behandlung zu gewährleisten.

Greg Parekh, Chairman der 100-prozentigen ASCO-Tochter CancerLinQ LLC, erklärte auf der Bühne, warum SAP so gut zu ihnen passe: Die SAP habe eine Vision zu helfen; der Einsatz der SAP-HANA-Technologie lasse sich einfach in den Tagesablauf von Ärzten integrieren und: Die Zusammenarbeit mit den Menschen bei SAP sei hervorragend gewesen.

Damit dürfte auch Steve Lucas gemeint sein. Der Chef der SAP Platform Solutions Group veranschaulichte in seinem Vortrag, wie die Technologiefirma mit Hilfe der SAP HANA Platform ihr Mantra „Run simple“ heute umsetzen kann. Anstatt dem Kunden wie zu früheren ERP-Zeiten ein Data Warehouse zur Analyse historischer Daten, eine separate Datenbank für operative Prozesse und wieder eine eigenständige Datenbank für das Forecasting anzubieten, könne er nun alles mit Hilfe einer Plattform erledigen.

Es gehe schließlich nicht darum, so viel Software wie möglich einzusetzen, um die Einzelteile hinterher mühsam integrieren zu müssen; es komme nur auf die Resultate an.

Denn, so Mucic: Je weniger man integrieren müsse, desto mehr Raum habe man für Innovationen.

 

Foto: SAP

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