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Die Top Trends im digitalen Marketing

15. September 2014 von Theresa Böhme 0

Unter dem Motto „Entering new dimensions“ zeigte die internationale Leitmesse für digitales Marketing dmexco vom 10. bis 11. September in Köln die Marketing-Visionen von morgen.

Von Wearables und Big Data über Emotionalisierung bis hin zu Multichannel – all das gehört zu einer neuen „Digiconomy“, einer zunehmenden Digitalisierung von Wirtschaft und Alltag. Innovationen und neue Entwicklungen bringen neue Geschäftsmodelle mit sich. Unternehmen sind gezwungen, sich frühzeitig anzupassen. Wir zeigen Ihnen, in welchen Dimensionen sich das Marketing von morgen bewegt:

Multi- und Crosschannel

Die Verzahnung verschiedener Kanäle ist Trend. Die Zeiten, in denen sich Kunden über nur einen Kanal informiert haben, sind längst vorbei. „Besonders Video ist ein großer Treiber der Zukunft“, glaubt Matthias Ehrlich, Präsident Bundesverband Digitale Wirtschaft. Werbung auf mobilen Geräten, lineares Fernsehen, das sich in die Onlinewelt verlagert und neue innovative Geräte bieten Spielraum für gänzlich neue Darstellungsmöglichkeiten. „Laut einer aktuellen Studie der Omnicom Media Group rechnen bis zum Jahre 2025 80% der Bevölkerung in Deutschland damit, dass sie 24 Stunden online sein werden“, sagt Manfred Kluge, CEO bei OMD Germany. Der Trend geht immer mehr Richtung Display und Mobile. Facebook hatte bis 2011 nicht einmal eine App; heute generiert es so einen Großteil seines Umsatzes. „Über eine Milliarde Menschen kommen monatlich über ihr Mobilgerät zu Facebook“, sagt Carolyn Everson, Vice President Global Marketing Solutions bei Facebook.

Egal ob Smartphone, Tablet, Smartwatch, Video oder Fernsehen – zum einen werden die Kommunikationsplattformen mehr und vielseitiger. Zum anderen ändert sich mit ihnen das Nutzungsverhalten der Kunden. War früher der Fernseher das Leitmedium, so hat ihn das Handy heute bei der Gruppe der 16 bis 45-Jährigen längst abgelöst. Hinzu kommt ein kombiniertes Nutzungsverhalten: Oft werden E-Mails gecheckt oder Nachrichten gelesen, während der Fernseher läuft. Eine Änderung betrifft besonders den Online-Handel: Für Kunden existieren Vertriebskanäle nicht mehr nur nebeneinander, sondern parallel. Sie kaufen nicht nur via Crosschannel, sondern informieren sich auch über verschiedene Plattformen. Das Marketing muss also die ganzheitliche Sicht auf den Kunden bewahren und konsistente Multi-Channel-Strategien verfolgen.

Personalisierung

Zielgruppen müssen noch konkreter hinsichtlich ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse angesprochen werden. Durch Software und Datenauswertung in Echtzeit kann heute schon vorausgesagt werden, welche Inhalte den Kunden morgen interessieren.

Emotionalisierung

„Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht der zufriedene Kunde, sondern der begeisterte. Denn nur begeisterte Kunden werden positives Feedback ins Netz stellen“, so Jonas Thein, Unternehmensberater bei Cintellic Consulting Group. Kunden lassen sich weniger im Laden beraten, sondern holen Meinungen im Social Web ein. Man kann von einem „Social Customer“ sprechen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Unternehmen in den Kaufentscheidungsprozess teilweise keinen Einblick mehr haben. Die Voraussetzung für begeisterte Kunden ist ein Produkt mit hohem emotionalen Involvement, das die Erwartungen des Kunden noch übertrifft – verbunden mit einem exzellenten Kundenservice.

Content-Marketing

Qualitativ hochwertige Inhalte werden immer wichtiger. Gut aufbereitete Artikel, wertvolle und nützliche Inhalte statt leerer Phrasen – das schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Content-Marketing ist und bleibt ein wichtiges Instrument, was auch daran zu erkennen ist, dass Suchmaschinen Webseiten nach Relevanz listen.

Datengetriebenes Marketing

Es wird eine Vielzahl von Daten über das Einkaufs- und Nutzungsverhalten von Kunden gesammelt. Die enormen Datenmengen, die dadurch entstehen, werden mittels speziellen Algorithmen ausgewertet und genutzt. Dabei spielt Marketing-Automation eine große Rolle.

Der Trend geht auch Richtung digitaler Showroom. Ein gutes Beispiel dafür ist Nina, die virtuelle Beraterin, die personalisierten Kundenservice anbietet. Sie nennt auf Nachfragen den aktuellen Kreditkartenstand, bucht ein Upgrade in die erste Klasse oder kurzfristig einen Flug früher nach Boston. Dies zeigt, wie reale, virtuelle Welt und Beratung verwachsen und gänzlich neue Möglichkeiten im Marketing schaffen.

Customer Journey

Wie sehen die Anforderungen an das Marketing von morgen aus? Daten spielen dabei nach wie vor die größte Rolle. Es werden qualifizierte Tools und Software benötigt, um diese aufzubereiten und zu nutzen. Um Kunden zu erreichen, müssen Zielgruppen noch genauer definiert und Kunden noch gezielter angesprochen werden. Die Customer Journey muss als Vision gesehen werden. „Technologie enthüllt die Vorlieben der Konsumenten“, sagt Jessica Joines, Chief Marketing Officer bei Rakuten Marketing und fügt mit Nachdruck hinzu: „Die Customer Journey ist die beste Möglichkeit, um zu verstehen, was der Kunde will. Die Kunden werden immer schlauer und wissen immer mehr was sie wollen, sind mit Technologie bestens vertraut und fordern immer mehr.“ Die Zukunft des Marketings wird darin liegen, mithilfe von vergangenen Daten zu prognostizieren, wann der Kunde welches Produkt haben möchte. Predictive Analytics und Big Data spielen eine wichtige Rolle – wobei die zunehmende Automation von digitalen Kanälen ein weiterer Trend ist.

Wearables und Nearables

Smartwatch, Wearables, Nearables und das Internet der Dinge sind definitiv der Trend der nächsten Jahre. Sie bieten ihren Nutzern eine multisensuale User-Experience. Nearables fungieren als kleine Sensoren wie eine Erweiterung des Smartphones und helfen ihrem Anwender im Alltag mithilfe von Apps. Sie sind so klein, dass sie beinahe auf jedem beliebigen Gegenstand angebracht werden können. Auf der Blumenvase sagen sie, wann das nächste Mal gegossen werden soll, auf dem Fahrrad speichern sie Informationen zu Schnelligkeit oder helfen dem Besitzer im Verlustfall sein Fahrrad wiederzufinden. Im Marketing eröffnen sie vielfältige Möglichkeiten: Die National Football League nutzt Sensoren, die den Fans im Stadion mitteilen, wann ihr Steak fertig ist. „Wearables bieten die Möglichkeit, Inhalte zur richtigen Zeit, am richtigen Ort an die User zu bringen. Trotzdem werden sie klassische Medien, besonders Print, nie ersetzen“, sagt Dirk Schart, Corporate Communications Manager bei RE’FLEKT GmbH.

Bildquelle: dmexco

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1 comment

  1. Elisabeth P.

    Guter Artikel! Die Nearables kannte ich beispielsweise noch nicht. Es würde mich nur interessieren wie zuverlässig sie in der Umsetzung sind. Traue ich ihnen wirklich zu, dass sie mich rechtzeitig wecken? … Aber das Konzept ist interessant.

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