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Digitaler Wandel: Die Welt neu denken, Branche für Branche

Feature | 29. Februar 2016 von Pat Bakey 2

Die Welt, wie wir sie kennen, verändert sich ständig. Und einer der wichtigsten Treiber ist der digitale Wandel. Person für Person, Unternehmen für Unternehmen und Branche für Branche, entsteht eine neue Realität.

Auch in der Weltwirtschaft findet ein Umbruch statt. Hier vollzieht sich der digitale Wandel mit rasender Geschwindigkeit. Deshalb funktionieren etablierte Geschäftsmodelle nicht mehr. Bislang erfolgreiche Geschäftsnetzwerke fallen rasch auseinander und Branchengrenzen verwischen. Neue leistungsstarke Anbieter tauchen auf und erschüttern den Status quo. Die neuen Produkte sind intelligent, die Verbraucher besser informiert.

Was bedeutet das für den ganz normalen Verbraucher? Wir haben eine bestimmte Vorstellung von der Welt, und diese Vorstellung müssen und können wir verändern.

Neue Möglichkeiten in der Agrarindustrie

Wie wir uns die Welt anders denken können, lässt sich gut nachvollziehbar am Beispiel der Agrarindustrie erläutern, denn wir alle benötigen Nahrungsmittel, um zu überleben.

Eines der ambitionierten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen lautet, Hunger und Armut bis 2030 zu beenden. Da die Weltbevölkerung aber bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen wachsen wird, wird es kaum möglich sein, dieses Ziel zu erreichen. Es sei denn, wir überdenken, wie Lebensmittel heute produziert werden. Einem Bericht der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization) zufolge, muss die Produktion von Nahrungsmitteln bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent gesteigert werden.

Deshalb werden Soja-Erzeuger in Iowa und Cashew-Bauern in Afrika die Dinge anders angehen müssen. Der digitale Wandel und neue Geschäftsmodelle werden es möglich machen. Zum Beispiel die Präzisionslandwirtschaft. Mit Präzisionstechnologie hilft sie landwirtschaftlichen Betrieben, ihre Produktivität zu steigern, Ressourcen einzusparen und das Ertragspotenzial zu maximieren.

Die Ernährung der Weltbevölkerung ist realisierbar

Für die Agrarindustrie, mit weltweit über einer Milliarde Beschäftigten, ist die Präzisionslandwirtschaft ein großer Schritt. Doch mit dieser Technologie können Landwirte in den entlegensten Regionen der Welt mehr Erträge erzielen als jemals zuvor. Außerdem können sie damit den Einsatz von Arbeitskraft, Energie, Bewässerung, Düngemitteln, Herbiziden und Pestiziden minimieren und so negative Folgen für die Umwelt vermeiden. Auf effizientere Weise lassen sich so bessere Nahrungsmittel erzeugen.

Fortschritte wie diese sind es, die den Hunger in der Welt beenden werden. Laut eines vom Marktforschungsinstitut für Ernährung und Landwirtschaft (International Food and Policy Research Institute) kürzlich veröffentlichten Berichts könnten Agrartechnologien die weltweiten Ernteerträge bis zu 67 Prozent erhöhen und die Lebensmittelpreise bis zum Jahr 2050 fast um die Hälfte verringern.

Precision Farming: der „smarte Landwirt“

Big Data, mobile Lösungen, Lieferketten und Cloud-Technologien sind wesentliche Voraussetzungen für die Präzisionslandwirtschaft (Precision Farming). Hier einige Beispiele, wie diese Anwendungen Landwirten rund um Welt helfen:

Neue Einblicke und Erkenntnisse gewinnen: Die Kooperationsplattform Precision Agriculture Hub verbindet die größten Agrarbetriebe der Welt, Landwirte und Lieferanten. Sie alle nutzen die Big Data, um intelligenter zu wirtschaften. Mit Technologie-Lösungen, der Lieferkette und dem Netzwerk von F4FAgriculture, erhalten Landwirte Einblicke, welche Feldfrüchte sie zu welchen Zeitpunkt und an welchem Ort pflanzen sollten. Außerdem erfahren sie dort, welche Pestizide und Düngemittel sie einsetzen sollten, wie bevorstehende  Witterungen ihre Ernte beeinflussen werden und wo die besten Marktpreise geboten werden. Mit diesen geschäftskritischen Daten, können sie ihre Erträge und Verkäufe maximieren und dazu beitragen, dass mehr Menschen ernährt werden.

Neue Wege in der Landwirtschaft: Die African Cashew Initiativeunterstützt über 300.000 Bauern in Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Ghana und Mosambik. Hauptziel der Initiative ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Einkommenssituation der kleinbäuerlichen Produzenten zu verbessern. Sie erhalten Schulungen, Unterlagen und Zugang zu mobilen Unternehmensanwendungen. Durch diese Unterstützung lernen sie, wie sie ihre Erzeugnisse am besten auf dem Markt einführen. Darüber hinaus lernen sie, wie sie Planung und Prognosen optimieren, Kontakte zu den besten Käufern knüpfen und moderne Marketingstrategien einsetzen.

Die Nachhaltigkeit steigern: In den ländlichen Gebieten Nordghanas unterstützt das StarShea Network Frauen, die Shea-Nüsse ernten und zu Shea-Butter verarbeiten. In Kursen erfahren die Bäuerinnen alles über effiziente Anbau- und Verarbeitungsmethoden. Dem Netzwerk gehören über 1.500 Frauen an. Sie alle erhalten die notwendige IT, Weiterbildungskurse und Mikrofinanzierungen, damit sie ihre Geschäfte unabhängig und nachhaltig führen können. Dank mobiler Technologie haben sie Zugang zu den aktuellen Marktpreisen. So können die Frauen wettbewerbsfähige Mengen und Preise anbieten. Barcode-Etiketten auf den Transportsäcken der Sheanüsse, helfen ihnen, Details zur individuellen Produktion und Lagerung abzurufen.

SAP eröffnet der Welt völlig neue Möglichkeiten

Die Vision und das Ziel von SAP sind, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben der Menschen zu verbessern. Unser Bestreben ist es, unseren Kunden zu helfen, den digitalen Wandel in ihren Unternehmen voranzutreiben. Wir möchten sie herausfordern. Sie sollen nicht nur ihre operativen Prozesse und Geschäftsmodelle überdenken, sondern auch die Art und Weise, wie sie mit der Umwelt interagieren.

Wir halten uns ebenfalls an die von der UN festgelegten globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung. Darunter fällt beispielsweise die Verbesserung der globalen Gesundheit. Damit geht einher, den Hunger in der Welt zu beenden – weil wir es müssen und weil wir es können.

Weitere Informationen über Initiativen für Präzisionslandwirtschaft der SAP finden Sie hier.

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Digitalist Magazine der SAP im Abschnitt „Improving Lives“ veröffentlicht.

Pat Bakey ist President of Industry Cloud bei SAP.

Folgen Sie Pat Bakey auf Twitter: @Pbakey

Foto: Shutterstock

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