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Der Gewinner in der Kategorie Digitalisierung ist … das Publikum

20. Februar 2015 von Susan Galer 0

Innovative Technologien lassen die Grenzen zwischen den verschiedenen Branchen in der Filmindustrie verschwimmen.

Bereits zum 87. Mal trifft sich in diesem Jahr wieder alles, was Rang und Namen hat zur Oscar-Verleihung in Hollywood. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences kann sich nach der Bekanntgabe der Nominierung entspannt zurücklehnen. Das Publikum jedoch blickt voller Spannung einerseits Richtung Wochenende, andererseits aber auch auf das gesamte bevorstehende Jahr. Denn die Zuschauer gehören 2015 auf jeden Fall zu den Gewinnern. Da die Grenzen in der Filmindustrie verschwimmen, stehen sie vor einer immensen plattformübergreifenden Auswahl, wenn es um Filme oder Serien geht. Möglich wird dies durch innovative Technologien aus den Bereichen Sport und Entertainment.

Amazon Studios hat das neue Terrain bereits erobert. Als erster Online-Streaming-Service konnte das Unternehmen bei den Golden Globes gleich zweimal auftrumpfen: Die von Amazon produzierte Serie Transparent erhielt den Golden Globe in der Kategorie „Beste Serie, Komödie oder Musical“ und Hauptdarsteller Jeffrey Tambor wurde als  „bester Serienhauptdarsteller – Komödie oder Musical“ ausgezeichnet. Amazon Studios plant weitere Eigenproduktionen, die es dann vor Kinostart seinen Mitgliedern unter Amazon Prime Instant Video vorab zur Verfügung stellen will. Auch der in China ansässige E-Commerce-Provider Alibaba wagt sich ins Filmgeschäft. Sein Debütfilm Bai Du Ren (Der Fährmann) basiert auf einer Kurzgeschichte des chinesischen Schriftstellers Zhang Jaijia.

Live-Streaming neuer Trend

Live-Streaming ist eindeutig der neue Trend. So hat der kalifornische Video-on-Demand-Anbieter Netflix die neuesten Folgen der in Eigenproduktion hergestellten Serie The Adventures of Puss in Boots (Der gestiefelte Kater) bereits veröffentlicht. Zudem benötigen Fernsehzuschauer kein TV-Abonnement mehr, um die US-amerikanischen Fernsehkanäle HBO (HBO GO) oder ESPN sehen zu können. Sony hofft derweil, die Playstation-Konsolen mit dem internen Internet-TV-Service Play Station Vue als Alternative zum herkömmlichen Kabelfernsehen etablieren zu können. Und auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) hat LG Electronics bekannt gegeben, dass es bei der Entwicklung der unternehmenseigenen Smart-TV-Plattform webOS 2.0 eng mit einigen der namhaftesten Technologie- und Content-Providern zusammenarbeitet. Dazu gehören GoPro, DIRECTV, Netflix, Amazon, YouTube, HSN, SHOWTIME,  Drama Fever und iHeartRadio. Bei den Verbrauchern kommt das erklärte Ziel von LG, das Fernsehen wieder einfacher zu gestalten, sicherlich gut an.

Grenze zwischen Kino und Fernsehen verschwimmt

So verschwimmen die Grenzen zwischen den verschiedenen Branchen zusehends. Erst kürzlich hat sich HBO mit IMAX Theatres zusammengetan, um die Fantasy-Serie Games of Thrones in 150 IMAX-Kinos in den gesamten USA auf die Leinwand zu bringen. Dabei wurden die letzten beiden Episoden aus Staffel 4 sowie ein Trailer für die fünfte Staffel gezeigt – alle Folgen wurden digital für IMAX-Kinos überarbeitet.

Bedeutet das das Ende des Fernsehgeräts? Laut Netflix ist dem nicht so. Das Online-Streaming-Unternehmen bietet seinen 53 Millionen Mitgliedern das Zertifizierungsprogramm Netflix Recommended TV. Dabei handelt es sich um ein Label für Fernsehgeräte, die sich besonders gut für Internet-TV eignen. In der Zwischenzeit spitzt sich der Disput zwischen dem US-Kongress, dem Senat und dem Weißen Haus zur Netzneutralität weiter zu.

Digitale Transformation bietet Zuschauern mehr Flexibilität

Wir in der Technologiebranche nennen diese Veränderungen digitale Transformation. Wenn sich Zuschauer ihre Lieblingsfilme und -serien ansehen können, wann immer sie möchten, nennen sie das Glück. Und da wir gerade davon reden, vielleicht schaue ich mir am 22. Februar ja die Oscar-Verleihung 2015 an. Aber einen ganz festen Platz hat der 27. Februar in meinem Kalender: Denn an diesem Tag schaltet Netflix die dritte Staffel von House of Cards frei. Das nenne ich unterhaltsames politisches Theater.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

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