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Drei digitale Trends, die Logistikketten verändern

19. Mai 2015 von Susan Galer 0

Der Handel wird immer individueller. Hans Thalbauer, Senior Vice President für Extended Supply Chain Management bei SAP, sieht drei wichtige Trends, die die Logistikketten in der digitalen Wirtschaft verändern.

Viele Kunden sind begeistert davon, wie flexibel sie heute die richtigen Waren finden und bestellen können. Es ist fast selbstverständlich, dass ihr Wunschprodukt noch am gleichen Tag auf den Weg gebracht wird. Der Warenhandel wird immer individueller – und das hat grundlegenden Einfluss darauf, wie Unternehmen arbeiten und Logistikketten funktionieren. Hans Thalbauer, Senior Vice President Extended Supply Chain Management bei SAP, sprach in seiner Keynote zum Thema Product and Demand Networks auf der Konferenz SAPInsider SCM 2015 über drei wichtige Trends, die Logistikketten in der digitalen Wirtschaft beeinflussen.

Trend 1: Schnellere Auftragserfüllung

Thalbauer zufolge stimmen Unternehmen ihre Mission nicht nur auf die eigene Produktstrategie, sondern auch auf die Strategie ihrer Kunden ab. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Auftragserfüllung. Thalbauer bezog sich auf eine Studie von SCM World, der zufolge 45 Prozent aller Unternehmen daran arbeiten, den Direktversand an Kunden einzuführen. Damit die digitale Logistikkette funktioniert, müssen Produkt- und Nachfragenetzwerke mit dem schnellen Multi-Channel-Vertrieb Schritt halten können. Neue Vertriebskanäle und die immer stärkere Kundenorientierung führen dazu, dass sich das traditionelle Supply-Chain-Modell wandelt. So wird es immer wichtiger, die Nachfrage noch besser und im Detail zu verstehen. Genau wie Marketing- und Vertriebsfachleute müssen Logistikexperten im digitalen Zeitalter die Bedürfnisse ihrer Kunden genau kennen – wer sie sind, wo sie sind und wie sie Waren und Dienstleistungen erwerben wollen.

„Wer die Auftragserfüllung beschleunigen will, muss wissen, welche Bedürfnisse die Kunden in jeder einzelnen Stadt haben, nicht nur in einer Region oder einem Land. Nur so lässt sich die Lieferzeit minimieren“, erklärte der Senior Vice President.

Um Aufträge schneller abwickeln zu können, ist zudem ein Geschäftsnetzwerk erforderlich, über das Unternehmen mit Lieferanten in Kontakt treten können. Als positives Beispiel nannte Thalbauer Ariba, das cloudbasierte Geschäftsnetzwerk der SAP.

Trend 2: Personalisierte Lösungen

Unternehmen fertigen immer häufiger individuelle Produkte, die auf spezielle Kundenanforderungen zugeschnitten sind. Der Studie von SCM World zufolge planen 52 Prozent der Unternehmen in der Fertigungsbranche innerhalb der nächsten fünf Jahre eine starke vertikale Integration. Der gleiche Anteil gab an, zunehmend auf Eigenfertigung setzen zu wollen. Aufgrund dieser Abkehr vom Outsourcing hin zu integrierten Plattformen steigt die Nachfrage nach schnellen, flexiblen und personalisierten Lösungen.

„Nahrungsmittelproduzenten setzen bereits heute 3D-Drucker zur Herstellung von Schokolade und Teigwaren ein, um den spezifischen Anforderungen ihrer Kunden, was Geschmack, Farbe und Zutaten betrifft, gerecht zu werden“, erklärte Thalbauer. „Das Gleiche gilt für die diskrete Fertigung. So werden beispielsweise Autos häufig speziell nach den Wünschen des Kunden hergestellt. Und auch die Schuhindustrie und die Motorradbranche stellen immer mehr individuelle Produkte her. Um diesem Trend zu begegnen, benötigen Unternehmen eine Plattform, die die gesamte Logistikkette von der Fertigung über das Anlagenmanagement und Marketing bis hin zum Vertrieb abdeckt.“

Trend 3: Das Internet der Dinge

Unternehmen in unterschiedlichen Branchen – zum Beispiel in der Automobil- und Pharmaindustrie, aber auch im Einzelhandel – richten sich verstärkt nach den Wünschen der Kunden aus. Immer häufiger nutzen sie das Internet der Dinge, um Waren ebenso effizient auf Anfrage fertigen zu können wie in der Massenproduktion. Thalbauer erklärte, das Internet der Dinge biete den Partnern in der erweiterten Logistikkette die Echtzeitdaten, die sie benötigen, um Kundenbedürfnissen optimal gerecht zu werden. Durchgängige Transparenz über die gesamte Logistikkette hinweg, vom Ausgangsmaterial über die Fertigung bis hin zur Bereitstellung, gewährleistet zudem eine bessere Einhaltung interner und externer Regeln und Vorschriften. Deshalb überrascht es nicht, dass Studien zufolge 87 Prozent der Führungskräfte im Logistikbereich das Internet der Dinge für einen wichtigen oder interessanten Technologiebereich halten.

„Ein Echtzeit-Überblick über die gesamte Lieferkette ist eine Vision, die sicher jeder im Logistikbereich verwirklichen möchte. Wenn Produkte, Anlagen und Maschinen Echtzeit-Daten liefern, ist durchgängige Transparenz gegeben“, erklärte er. „Das Internet der Dinge bietet Unternehmen Echtzeiteinblicke in ihr Logistiknetzwerk. So können Führungskräfte fundierte Entscheidungen treffen.“

Es heißt, es sei nicht möglich, die Zukunft vorherzusagen. Doch dank Produkt- und Nachfragenetzwerken, die auf dem Internet der Dinge und anderen Technologien basieren, werden komplexe logistische Herausforderungen deutlich vereinfacht. So können Unternehmen strategisch planen und Entscheidungen in Echtzeit treffen. Es gibt keinen Grund mehr, Produkte und Nachfrage voneinander zu trennen.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

Bildquelle: Shutterstock

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