Druckmaschinenhersteller macht Druck

Feature | 29. September 2004 von admin 0

Kurze Wege, verlustfreie Kommunikation, Serviceorientierung und die ganze Welt der Kunststoffobjekte als Druckunterlage – so könnte man die Schweizer PlamaPrint AG aus Fällanden charakterisieren. Sie entwickelt neue digitale Verfahren zum Bedrucken aller Arten von Kunststoffgegenständen. Die dazu notwendigen speziellen Druckmaschinen hat das innovative Kleinunternehmen in Zusammenarbeit mit dem italienischen Maschinenproduzenten G.M.C. entwickelt und vertreibt sie weltweit. Ursprünglich wurden in einem Zweistufenverfahren Eimer aus Polypropylen und Polyethylen in Fotoqualität bedruckt. Später kamen Haushaltsartikel wie Tupperware hinzu.
Doch damit nicht genug: Die Fachleute um PlamaPrint Chief Executive Officer (CEO) Frank Hofer und Claudio Maccaferri, CEO der G.M.C., entwickelten neue Verfahren für zusätzliche Anwendungsgebiete. So ermöglicht heute ein neuer Maschinentyp der PlamaPrint das Bedrucken von Kreditkarten, CDs und DVDs in kleinen und mittleren Stückzahlen für den industriellen Einsatz.

Schlanke Strukturen sind für den Erfolg unverzichtbar

Doch im Bereich der Kunststoffeimer etwa sind die Margen sehr niedrig. „Umso wichtiger sind günstige Anschaffungs- und Unterhaltskosten der Drucksysteme“, erklärt CEO Frank Hofer. Damit dies möglich ist, setzt die Firma auf eine möglichst schlanke Struktur – und adaptiert damit quasi das eigene Druckverfahren auf der unternehmerischen Ebene, das etliche der sonst üblichen Zwischenschritte überflüssig macht. Da bisher viele Geschäftsdaten lediglich auf Papier vorlagen, musste eine Standardsoftware gefunden werden, die die Geschäftsprozesse vereinfacht. Die Wahl fiel auf SAP Business One.
Das Projektteam unter Führung der ehemaligen SAP-Consultants Frank Hofer und Hanspeter Fasler benötigte gemeinsam mit den Fachleuten des SAP-Partners MTF Schweiz nur einen Monat, bis die betriebswirtschaftliche Software im produktiven Einsatz stand. Dabei profitierte man von bereits vorhandenen SAP-Erfahrungen. Möglichst schnell wurden die Mitarbeiter intern geschult. „SAP Business One eignet sich vorzüglich auch für unerfahrene Anwender“, gibt Frank Hofer seine Erfahrungen weiter. „Die Software ist so bedienerfreundlich, dass sich jeder rasch zurechtfindet.“ Bei der schnellen Umstellung kam der PlamaPrint ihr noch junges Alter zugute: Sie ist seit dem 1. Januar 2004 als Tochterfirma der auf Kunststoffverpackungen spezialisierten Plamatec International AG operativ tätig, die ebenfalls auf SAP Business One umstellte. Insgesamt nutzen zehn Mitarbeitende das neue IT-System und profitieren von seinen zahlreichen Vorteilen: So liefert es vertiefte Einsichten in die Firmendaten und verbessert die Kundenbeziehungen. Zudem sichert die Standardsoftware – nach Abschluss der zweiten Erweiterungsphase – auch die Service-Dienstleistungen für die Nutzer der Bedruckungssysteme und den Nachschub von Verbrauchsmaterialien.

Service-Modul in SAP Business One als Herzstück für Kundenmanagement

Das neue Service-Modul in SAP Business One ist dabei das Herzstück der kundenorientierten Seite. Es ermöglicht der PlamaPrint noch schlankere Abläufe im Service-Management. So wird eine Lösungsdatenbank angelegt, mit deren Hilfe die Service-Techniker schneller ans Ziel kommen. Das Modul gibt auch Auskunft darüber, welcher Kunde welche Maschine im Einsatz hat und welche Ersatzteile dafür benötigt werden. Letztlich lassen sich damit die Service-Leistungen schnell und korrekt abrechnen.
Dabei will es die PlamaPrint aber nicht bewenden lassen und plant bereits die enge Anbindung der Kunden an die eigene EDV. Gewünscht ist, dass Geschäftspartner Bestellungen anlegen können, die im SAP-System des Druckmaschinenherstellers automatisch einen Auftrag auslösen. Das Projekt bedingte eine individuelle Anpassung von SAP Business One – die einzige überhaupt. „Die Prozesse sind in SAP Business One derart klar, dass wir sie nicht zu verändern brauchen“, sagt Frank Hofer. Im Frühjahr werden das Service-Management und der Internetshop für die Logistik und die Verbrauchsmaterialbestellungen eingeführt – ebenfalls eine Standardfunktion der SAP-Software. Frank Hofer ist über die Veränderungen in seinem Untenehmen glücklich. „Wir arbeiten weitaus effizienter, schaffen mehr Arbeit in weniger Zeit und sparen somit auch einiges an Kosten.“
Schon heute zeichnen sich neue Anwendungsgebiete für die innovative Drucktechnologie ab. So steht etwa ein Verfahren für das Bedrucken von Kacheln und Bodenplatten (Keramik) vor der Markteinführung. Kunststoffflaschen sollen bald ebenso bedruckt werden können wie Metalleimer und -fässer. Spannend ist auch ein neues Entwicklungsprojekt zur Dekoration von Turnschuhsohlen mit dem Hauptzulieferer von Nike. Gelingt es, werden Kids und Teens nicht mehr nur auf leisen, sondern auch auf gestylten Sohlen daherkommen.

Michaela Schwab

Michaela Schwab

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