Ohne Integration geht es nicht

28. September 2012 von Andreas Schmitz 0

Hellblau, dunkelblau und gelb sind die Kästchen und Verbindungslinien auf dem Chart, das Andreas Werner-Scheer an die Wand wirft. Die dominierende Farbe ist hellblau. Sie stellt die Systeme dar, die der CIO der Münchener Hypothekenbank von SAP direkt zur Verfügung gestellt bekommt, etwa das Kernbanksystem, Systeme zur Transaktion und Analyse. Dunkelblau gefärbt sind jene Systeme, die „bestenfalls noch dazu kommen sollten“, kommentiert Werner-Scheer – Add-Ons aus dem SAP-Ökosystem, etwa von SAP-Partner IBS. Mit etwa einem Fünftel ähnlich häufig wie jene Add-Ons sind Drittsysteme, extra programmiert, individuell integriert, wie etwa das Outputmanagement, die Archivierung oder die Marktdatensysteme. „Was wir von SAP geliefert bekommen, ist nicht unbedingt integriert“, resümiert der IT-Manager.

Das Ziel der Hypothekenbank: Eine IT-Landschaft auf Basis von Webservices

Anders, da ist der CIO überzeugt, lassen sich die Ziele der Genossenschaftsbank (Bilanzsumme: 37 Milliarden Euro, 411 Mitarbeiter) in Hinsicht auf die IT-Architektur nicht erreichen. „Und leider wird die Welt nicht einfacher, sondern immer komplexer“, ist sich Werner-Scheer sicher. Das bedeutet für die Bayern, dass auch der Integrationsbedarf immer höher werden wird. Auch wenn der CIO nach dem Motto „Standards wo es geht, Eigenes nur wo nötig“ handelt, lässt es sich nicht vermeiden, die Integrationsthemen selbst anzugehen. In einer Grobanalyse der Ist-Architektur fand die Hypothekenbank-IT dann prompt auch diverse „Hotspots“, an denen besonderer Integrationsbedarf bestand.

Fakt war: Es bestanden zu viele Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, und keine „geordnete Struktur“. Das soll sich nun ändern, mit Hilfe eines Enterprise Integration Busses. Der Vorteil liegt darin, dass sich neue Hotspots über diese Integrationsschicht einbinden lassen. „Je mehr Schnittstellen wir unterstützen, umso schneller amortisieren sich unsere Kosten“, sagt Werner-Scheer, der diese Lösung als zentralen Schritt in Richtung der Zielarchitektur bezeichnet. Die Hypothekenbank verspricht sich davon geringeren Wartungsaufwand, die Chance, über Services schneller mit neuen Lösungen am Markt zu sein sowie eine zeitgerechte IT-Landschaft auf Basis von Web-Services.

Webmethods, Websphere und die SAP-eigene Lösung SAP Netweaver Process Integration (PI) standen als technische Lösungen zur Auswahl. Die Entscheidung fiel für SAP. Als Gründe nennt der CIO die Tatsache, dass niemand hätte umdenken müssen, dass SAP („das hat uns gewundert“) einen wettbewerbsfähigen Preis geboten hat und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Münchener Hypothekenbank mit SAP eine langfristige Partnerschaft anstrebt. Zudem ist SAP ja schon seit 1999 mit im Portfolio der Bank. Werner-Scheer: „Die Usability war zwar gegenüber Webmethods grottenschlecht, doch mit der Version 7.1 hat SAP die Bedienungsfreundlichkeit deutlich verbessert.“ Mit der Umsetzung wird der IT-Manager noch eine Weile zu tun haben. 3,9 Jahre bis zum Return on Invest hat er mal „konservativ“ geplant.

Besser wäre natürlich, es würde etwas mehr fast von alleine gehen: Seine Gedanken kreisen daher um ein PI out of the box mit vorkonfigurierten Web-Services. Das würde ihm dann jenen Integrationsaufwand abnehmen, der ihn und seine Entwicklungsmannschaft davon abhält, sich mit echten Weiterentwicklungen zu beschäftigen und nicht zu sehr mit Schnittstellen.

Tags: ,

Leave a Reply