DSAG: Neueste Infos rund um SAP-Software

Feature | 27. Februar 2008 von Rosa Ortega 0

Der Blick aus dem voll verglasten Internationalen Congress Center fiel auf die Elbebiegung zwischen Marien- und Augustusbrücke – ein angenehmer Rahmen für die zweitgrößte Veranstaltung der DSAG. Gut 1.200 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich informierten sich in rund 100 Vorträgen über die neuesten Entwicklungen in Sachen SAP-Software und -Technologien.

SAP-Vorstand Gerhard Oswald nahm die rekordträchtige Besucherzahl zum Anlass, um über die Perspektiven der DSAG-Technologietage zu flachsen: “Wir haben jetzt ja die SAP-Arena gebaut, und wenn die nicht mehr ausreicht, dann haben wir bald ein Stadion für 40.000 Personen in der Nähe von Walldorf.”

In seiner Keynote skizzierte Oswald einen Technologie-Fahrplan für das laufende Jahr und betonte dabei die Bedeutung der Enhancement Packages in der Produktstrategie von SAP. Vor allem SAP ERP werde mit Enhancement Packages weiter entwickelt. “Da wird es sicher eine kürzere Taktung geben”, so Oswald. Dennoch werde es auch weiterhin vollständige Anwendungs-Releases geben, etwa bei der SAP Business Suite noch in diesem Jahr. “Es wird neue betriebswirtschaftliche Prozesse geben, die auf das Enterprise Services Repository zurückgreifen.”

Oswald versorgte die Anwesenden auch mit aktuellen Zahlen: Rund 1.000 neue Kunden kann SAP demnach jeden Monat von den Vorzügen von SAP NetWeaver überzeugen. Und 40 neue Kunden aus dem Mittelstand gewinnt SAP im Tagesdurchschnitt, was den längst vollzogenen Durchbruch im Mittelstand belege, so Oswald.

Kein Support ohne die Kunden

Wie sich die Produktstrategie im Betrieb auswirken wird, zeigte Uwe Hommel, Executive Vice President Active Global Support bei SAP, in seiner Keynote. Der Schwerpunkt seines Vortrags lag auf den End-to-End-Solution-Operations und dem SAP Solution Manager als Garant für sichere Integrationsprozesse. Dem maß Hommel vor allem wegen zunehmend komplexer werdenden Anforderungen Bedeutung zu: hinsichtlich der Integration von Lösungen anderer Hersteller, eigener Lösungen etwa auf Basis von Java und nicht zuletzt wegen einer immer größer werdenden Zahl von Anwendern. Der SAP Solution Manager dient dabei als zentrales Werkzeug, um das Applikationsmanagement einheitlich zu gestalten.

Hommel betonte, wie wichtig gerade beim Support die Zusammenarbeit mit den Kunden ist. Nicht umsonst hält er zu 35.000 Kunden weltweit einen möglichst direkten Kontakt. Über den SAP Solution Manager hat jeder Support Engineer über Remote Support von jedem der weltweiten Supportzentren Zugriff auf die Funktionalitäten zur Problemanalyse und -lösung. Dieser Service, so Hommel, wird innerhalb der nächsten sechs Monate auch für Anwendungen von Business Objects zur Verfügung stehen.

Neu beim SAP Solution Manager ist außerdem, dass eingebaute “Traces” sämtliche Schritte protokollieren und die Fehlerfindung dadurch vereinfachen. Das Werkzeug garantiert, dass die Integration von Prozessen in einem einheitlichen Qualitätsstandard gewährleistet ist. Zusammen mit einem funktionierenden Netzwerk von Experten, die sich bei Bedarf schnellstmöglich einschalten, lassen sich somit Problemdiagnose und -lösung verkürzen.

Ziel von SAP sei es, die nötige Standardisierung weiter voranzutreiben und nicht nur Großkunden zur Verfügung zu stellen. Der SAP Solution Manager soll alle Kundensegmente auf sichere Art und Weise bedienen.

Für den Betrieb: Run SAP

In den vertiefenden Sessions wurde ebenfalls deutlich, dass eine der wesentlichen Neuerung des SAP Solution Manager in seiner Version 4.0 SP 15 administrative Funktionen sind. Neu ist außerdem, dass der SAP Solution Manager über so genannte Workcenter verfügt. Diese bündeln alle Aufgaben im Lebenszyklus einer Anwendung, etwa in den Bereichen Verwaltung und Überwachung.

Matthias Melich, Vice President Product Management SAP Solution Manager, betonte die Bedeutung von Run SAP für den Betrieb von SAP-Lösungen. Run SAP bezeichnet eine Methodik, die auf den Standards for solution operations basiert und in den Workcentern umgesetzt wird. Run SAP ist für den Betrieb der Lösungen das, was Accelerated SAP für Installationen ist, so die knackige Formel.

IT in der Praxis

Beat Hauenstein, CIO bei der zur Oettinger Davidoff Group gehörenden Oettinger Imex AG, berichtete darüber, wie die IT die Unternehmensstrategie innerhalb unterschiedlicher Geschäftsfelder in multinationalen Niederlassungen erfolgreich unterstützt. In seinem Beitrag verdeutlichte Hauenstein, dass sich seine IT-Abteilung innerhalb von fünf Jahren vom “Prügelknaben” und “Kostenterroristen” des Unternehmens, zu einem angesehenen Bereich entwickelt hat.

Das A und O während dieser Entwicklung, so Hauenstein, war ein klar definiertes IT-Konzept. Der Schlüssel zum Erfolg lag dabei bei “stetiger Innovation mit einem vernünftigen Technologieeinsatz”, wobei er “vernünftig” in diesem Zusammenhang mit “soviel wie nötig, so wenig wie möglich” definiert.

Hauenstein hat für die Konsolidierung seiner IT-Landschaft auf SAP ERP 2004 gesetzt, weil dies zum Zeitpunkt der Einführung die “bewährte Technologie” gewesen sei. Zu seiner Strategie gehört es, bestehende Lösungen permanent zu pflegen und die Qualität der Systemlandschaft mit stetigen Investitionen zu erhalten. Zu seinen Empfehlungen an die IT-Verantwortlichen gehörte außerdem, Projektstrategien gemeinsam mit den Business-Managern zu entwickeln, und dabei “nur das zu versprechen, was man auch halten kann”.

Ein Update von SAP NetWeaver

Franz-Josef Fritz, Vice President Produktmanagement SAP NetWeaver bei SAP, gab ein Technologie-Update zu den neuesten Entwicklungen bei SAP NetWeaver. Fritz blickte zurück in die Gegenwart und in die nahe Zukunft und verschaffte den Anwesenden einen umfassenden Einblick in den Status Quo der Technologie-Plattform.

Zu erwarten sind das Enhancement Package 1 für SAP NetWeaver 7.0 und die Lieferung der Version 7.1, so dass die Funktionalitäten beider Versionen Ende des Jahres zusammengeführt werden. Mit dem Enhancement Package ermöglicht SAP die Anbindung von SAP NetWeaver 7.0 an die nächste Version der SAP Business Suite. Zudem liefert SAP neue Versionen von SAP NetWeaver Portal, SAP Business Planning und Consolidation (SAP BPC) und SAP NetWeaver Business Itelligence.

Tiefe Einblicke

Am zweiten Tag der Technologietage teilten sich die Besucher in Arbeitsgruppen auf. Die Vorträge drehten sich überwiegend um konkrete Beispiele aus der Praxis der SAP-Anwender. Egal, ob es um eine Reportinglösung innerhalb von SAP NetWeaver Business Intelligence ging, um die Pflege eines Internetauftritts mit SAP NetWeaver Portal oder um Risk Management: Ausführlich diskutierten die Teilnehmer die Grenzen von SAP-Anwendungen und berieten, wie Schwachstellen gemeistert werden.

Einmal mehr hat sich in diesem Jahr gezeigt, dass die Technologietage nach dem Jahreskongress zu Recht als zweitwichtigste Veranstaltung der DSAG gelten. Michael Weber, Service Manager bei der Münchener Rückversicherungsgesellschaft, fasste stellvertretend für die Teilnehmer zusammen: “Die Technologietage sind für mich ein Muss. Hier erfahre ich die neuesten Entwicklungen. Natürlich muss ich auch viel lesen und mit Leuten reden. Aber hier bekomme ich neueste Informationen auf den Punkt präsentiert.”

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