DSAG Technologietage 2010

Feature | 24. Februar 2010 von Stephan De Maria 0

Enterprise Support war eines der Hauptthemen auf den DSAG Technologietagen. (Foto: m:con)

Enterprise Support ist eines der Hauptthemen bei den DSAG-Technologietagen. (Foto: m:con)

Nicht nur die milden Temperaturen in Mannheim sorgten für eine Wechselstimmung. Auch im Kongresszentrum Rosengarten, wo die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) zu ihren Technologietagen eingeladen hatte, stellte Vorstandsmitglied Dr. Marco Lenck fest, dass eine Aufbruchsstimmung spürbar sei: „Enterprise Support war das prägende Thema im vergangenen Jahr. Dieses Jahr ist es das zum Glück nicht mehr.“ Grund: SAP hatte im Januar die Rückkehr zur Wahlfreiheit verkündet. Ihre Kunden können nun wieder selbst entscheiden, welche Supportvariante sie einsetzen wollen. „Damit ist die Hauptforderung der DSAG erfüllt“, stelle Lenck zufrieden fest.

Nun herrsche wieder eine konstruktive Atmosphäre zwischen dem Walldorfer Softwarekonzern und der unabhängigen Kundenlobby, man könne sich endlich den eigentlichen Herausforderungen widmen, wie ein Anwender erleichtert feststellte. Auch Sätze wie der von Martin Riedel, bei SAP weltweit für das Wartungsportfolio und das Lösungsmanagement  verantwortlich, man werde in Zukunft keine Verträge mehr kündigen, stieß auf Wohlwollen der rund 1.300 Zuhörer. „Dass das nicht geht, das haben wir verstanden“, bekannte Riedel.

Preisangebot: Wechsel auf Enterprise Support

Gerhard Oswald, SAP-Vorstand verantwortlich für Service und Support, nutzte in seinem Vortrag die Gelegenheit, um die Vorteile des Enterprise Support darzulegen und ein besonderes Angebot vorzustellen: „Wer sich bis zum 15. März 2010 für SAP Enterprise Support entscheidet, steigt mit nur 18,36 Prozent Wartungskosten ein“, gegenüber 18 Prozent im Standard Support. Ein Jahr später steige der Beitrag auf 18,9 Prozent, und erst bis 2016 erreiche man die maximalen Kosten von 22 Prozent.  Die Frist gilt für alle direkten Kunden. Wer mittels eines Partners seine Lizenzen erhalten habe, der kann sich bis 30. April 2010 Zeit lassen. Dies gelte allerdings nur für Neuverträge. Wer bereits Enterprise Support gewählt habe, könne jedoch mit einer garantierten Preisstabilität bis Januar 2017 rechnen. Oswald betonte, dass sich Verträge nur auf Wunsch der Kunden änderten.

Weitere wichtige Eckdaten: Ein Wechsel von Standard Support auf Enterprise Support wird mit einer Frist von 90 Tagen wirksam, ein umgekehrter Wechsel von Enterprise Support auf die Standardwartung kann jährlich zum 30. September angemeldet werden und werde dann zum 1. Januar des Folgejahres wirksam.

Oswald erläuterte dem Forum die wesentlichen Unterschiede der Wartungsangebote und bot bei der Entscheidung Unterstützung an. „Gemäß Ihren eigenen Anforderungen können Sie den Grad an Support wählen, den Sie für Ihre IT-Landschaft benötigen. Unser Standard Support ist ein umfassendes, aber ein reaktives Wartungsangebot. Hier steht im Vordergrund Ihr System von Problemen zu befreien und Risiken zu minimieren.“ Das Leistungsportfolio von Enterprise Support hingegen sehe aktiven, prophylaktischen Schutz der SAP-IT-Infrastruktur vor.

Zu diesen proaktiven Supportleistungen zählen eine Reihe von Werkzeugen, Prozessen und Services, die kontinuierliche Verbesserungen, eine umfassende Verwaltung Ihrer Anwendungen in all ihren Lebenszyklen, den ständigen Ausbau an Innovationen sowie die Optimierung von Prozessen und der Gesamtbetriebskosten ermöglichen. „Da Ihre Anwendungslandschaft vermutlich mehr und mehr globale Geschäftsprozesse unter Einbeziehung Ihrer Kunden und Partner einschließt, stellt SAP mit Enterprise Support speziellen Support für geschäftskritische Unternehmensprozesse bereit“, so Oswald. Für eine definierte Gruppe besonders großer Kunden biete die SAP darüber hinaus ein individuelles Wartungsportfolio an.

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Enterprise Support in der Praxis

Das SAP-Vorstandsmitglied berichtete von mehr als 3.000 positiven Kundenfeedbacks weltweit auf die Leistungen des SAP Enterprise Support im vergangenen Jahr. Mit der Stadt Nürnberg, vertreten durch Clemens Krechel, berichtete ein zufriedener Kunde von seinen Erfahrungen: „Uns ist es gelungen die Ausgründung von drei kommunalen Gesellschaften zwei Monate schneller zu absolvieren als geplant.“ SAP Solution Manager als Kernstück von SAP Enterprise Support habe dazu wesentlich beigetragen. Zudem gelänge es deutlich besser IT-Projekte parallel abzuwickeln – derzeit sind es 17 Projekte. In Kommunen gebe es ein enorm hohes Datenvolumen, da eine Archivierung über viele Jahre  gesetzlich vorgeschrieben sei. Der SAP Solution Manager und die aktive Beratung des Support Advisors haben eine sehr gute strategische Lösung dafür gefunden, lobte Krechel. Mittel- und langfristig rechne er mit höherer Transparenz und deutlicher Qualitätsverbesserung.

Wolfgang Eschenfelder, bei SAP verantwortlich für Active Global Support der Region EMEA, zeigte konkrete Handlungsfelder für Enterprise Support:  „Ihre SAP-Landschaft wird auf sinnvolle Upgrades und Schwachstellen analysiert, Implementierungen und Migrationen vorbereitet.“ Indem mit Werkzeugen wie dem Early Watch Alert kontinuierlich das System auf Probleme abgeklopft werde, könnten diese bereits in frühen Stadien behoben werden, größere Eingriffe also oft vermieden werden.
Alle SAP-Sprecher betonten die Eigenverantwortung der Kunden für ihre Infrastruktur. Wer Kosten dämpfen und das System flexibel halten wolle, der müsse sich möglichst nah an Standards halten und individuelle Anpassungen gering halten.

Mehr Modularität gefordert

Vielen Unternehmen ist die SAP-Systemlandschaft das zentrale IT-System. Im Volkswagen-Konzern hingegen ist trotz der Größe der Installation das SAP-System nur eines unter vielen. Thorsten Sommer, Leiter der Business Information Technologies der Volkswagen-Gruppe, sagte: „Die SAP-Applikationen nehmen rund zehn Prozent ein.“ Klingt wenig. Aber täglich arbeiteten knapp 14.000 Anwender mit SAP im gesamten Konzern sowie bei angeschlossenen Partnern und Händlern. Sommer lobte die fachliche Fähigkeiten der SAP-Anwendungen, befand aber: „Was SAP an Mehrwert liefert, hat leider zur Folge, dass bei uns die Kosten an Lizenzen, Personal und Technik sehr stark wachsen.“ Das sei wegen des allgegenwärtigen Kostendrucks ein Problem.
Angesichts der gewaltigen Ausmaße der Volkswagen-IT forderte Sommer die SAP außerdem dazu auf, ihre Anwendungen stärker modular zu gestalten und die Interaktion mit Anwendungen anderer Hersteller drastisch zu erleichtern.

Seinen DSAG-Kollegen gab der VW-Mann mit auf den Weg, sich klar zu machen, was ihre Unternehmen von SAP-Software versprechen und eine klare Architektur zu entwickeln. Ein Runder Tisch von Fachabteilungen und IT sei außerdem hilfreich, um Klarheit über die notwendigen und wünschenswerten Anwendungen zu gewinnen. „So kann der SAP-Betrieb elegant, effizient und einfach werden.“

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