Ausblick: SAP-Technologie 2012

22. Februar 2012 von Christiane Stagge 0

Ob In-Memory-Technologie, Virtualisierung oder mobile Software – auf den DSAG-Technologietagen setzen sich einmal im Jahr deutschsprachige SAP-Anwender mit dem Walldorfer Softwarekonzern an einem Tisch, um die Roadmap der kommenden Monate festzulegen und Missstände anzusprechen.  In diesem Jahr erreichte die Veranstaltung einen neuen Rekord: 1750 Teilnehmer – rund 400 mehr als im vergangenen Jahr – kamen in Nürnberg zusammen, um mit der SAP über neue Technologien und Anwendungen zu diskutieren.

Diskussionsbedarf gibt es allemal: Eine Umfrage, die die DSAG im Dezember 2011 durchgeführt hat, ergab, dass rund ein Drittel aller Kunden wieder mehr in ihr SAP-System investieren möchten. BI-Lösungen, SAP NetWeaver, mobile Software und SAP Business Warehouse stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr gab sich DSAG-Technologiechef Marco Lenck versöhnlich und hatte an die SAP  außer nutzenbezogene Lizenzmodelle und Verbesserungen der  Bedienoberfläche kaum Wünsche. Für das Thema Bedienbarkeit gibt es seit kurzem auch einen neuen Arbeitskreis “UI”.

Informationsbedarf über EHPs

Insbesondere was die mobilen Anwendungen angeht, sieht Lenck im Vergleich zu 2011 ein gewaltiges Wachstumspotenzial. Die Themen Cloud Computing und In-Memory-Technologie seien, wie die Umfrage zeigte, noch nicht richtig bei den Kunden angekommen. Das Interesse sei zwar vorhanden, der Informationsbedarf jedoch hoch und die Investitionsbereitschaft eher zögerlich. Das Gleiche betrifft die Erweiterungspakete (EHPs) für ERP 6.0: Mehr als die Hälfte aller Anwender kennt die Funktionen der EHPs nicht.

Am Ende seiner Keynote stellte Lenck COO Gerhard Oswald als „langjährigen Begleiter der DSAG“ vor. Oswald kündigte die Integration der Backends in den SAP-Support an: Im April 2012 werden die Sybase-Anwendungen vollständig im Support integriert sein.

SAP HANA setzt neue Infrastruktur voraus

Erst kürzlich hat SAP zwei Anwendungen für den Mittelstand herausgebracht, die SAP HANA unterstützen. SAP HANA, so Oswald, setze eine komplett neue Infrastruktur voraus, die aus Hardwarekomponenten und Software besteht. SAP werde das HANA-Produktportfolio zwar auch für den Mittelstand anbieten, dies scheitere aber bei kleinen Unternehmen oft an den hohen Preisen. Lenck betonte mit Nachdruck, dass es wichtig sei, gerade für den Einstieg in SAP HANA auch kleinere, überschaubare Pakete anzubieten.

Oswald erklärte, dass SAP HANA bestehende Anwendungen nicht nur schneller mache, sondern dass auch andre Softwarehäuser auf Grundlage dieser Plattform neue Anwendungen programmieren können.

Im Hinblick auf Cloud-Computing wird SAP noch in diesem Jahr neue LoB-Anwendungen herausbringen, die insbesondere Funktionen des Personalmanagemets und der Reisekostenabrechnung erfüllen. Die erst kürzlich abgeschlossene Übernahme der Firma SuccessFactor treibt die Cloud-Strategie weiter voran. Auf der CeBIT in zwei Wochen wird es eine neue Roadmap hierzu geben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: UI, Apps und EHP 1 für NetWeaver 7.30 – neue SAP-Technologien für 2012

Barbara Althoff-Simon, Senior Vice President, Head of Installed Base Maintenance & Support Corporate Officer SAP AG und Dr. Jürgen Kreuziger, Senior Vice President, TIP Core Lifecycle Management SAP AG, stellten  dem Publikum die Technologietrategie der kommenden Monate vor.

Die SAP-Produkte unterteilen sich in core, mobile, cloud und in-memory. Den größten Raum der SAP-Keynote nahm die In-Memory-Technologie ein. Deshalb widmen wir dem Thema SAP HANA morgen einen Extra-Artikel.

EHP 1 für NetWeaver 7.3

Die DSAG-Investitionsumfrage hat ergeben, dass rund 54 Prozent der SAP-Kunden  in SAP NetWeaver 7.3 investieren. Die gute Nachricht für alle Business Suite und ERP-Kunden: Die Kernanwendungen bleiben bestehen. SAP verlängert die Wartungsverträge von Business Suite 7 und NetWeaver Business Warehouse 7.30 bis 2020.

Der NetWeaver steht bei den Kunden weiterhin hoch im Kurs: Rund 70.000 produktive Systeme gibt es weltweit. Momentan befindet sich das EHP 1 für den NetWeaver 7.3 im Ramp-up. Das Erweiterungspaket umfasst Prozessintegration, Geschäftsprozessmanagement, Business Rules Management sowie Eclipse-basierte Designwerkzeuge. Alle neuen Funktionen sind im Solution Manager integriert.

Noch im vergangenen Jahr kritisierte Marco Lenck die Vielzahl an nicht-kompatiblen NetWeaver-Releases. SAP verspricht, die verschiedenen Code-Linien zusammenzuführen.

Im zweiten Quartal 2012 soll mit NetWeaver 7.31 ein neues Release auf dem Markt kommen. Außerdem gibt es mit den Business Suite 7i2011 neue Funktionen für die Business Suite.

Dr. Jürgen Kreuziger stellte in seiner Keynote den SAP Software Update Manager vor. Mit diesem Tool können Kunden ihren Wartungsprozess steuern, egal ob sie ein Upgrade durchführen oder lediglich ein Enhancement beziehungsweise Support Package einspielen oder ob ihr System auf ABAP oder Java basiert.

Neue Apps angekündigt

In Sachen mobiler Software hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Im letzten halben Jahr hat SAP rund 30 neue Apps auf den Markt gebracht. Diesen Kurs will der Konzern fortführen: In den nächsten sechs Monaten kündigte Barbara Althoff-Simon weitere neue Apps an.

Auch die Bedienoberflächen der SAP-Programme sollen Schritt für Schritt ein neues Design erhalten: Durch den Kauf der Firma Right Hemisphere sind nun auch 3D-Visualisierungen möglich. Auch der neue Webstandard HTML5 ermöglicht viele neue Optionen: HTML 5-Webseiten passen sich an jede Displaygröße an und werden auf allen Geräten optimal dargestellt.

SAP NetWeaver Gateway 2.0 dient künftig als standardisierter Zugang. Außerdem ist der NetWeaver Business Client 3.5 voll integriert.

Zum Schluss erinnerten Althoff-Simon und Dr. Kreuziger noch an die Möglichkeiten für Kunden, selbst aktiv zu werden: Über die Customer Engagement Initiative oder dem Customer Connection Programm haben Nutzer die Möglichkeit, Einfluss auf die SAP-Technologie zu nehmen.

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