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DSAG: Innovationen mit Nachhaltigkeit gefragt

Feature | 16. Oktober 2014 von Andreas Schmitz 0

SAP verlängert die Wartungszusage für On-Premise bis 2025, DSAG-Studie befragt Mitglieder zu SAP HANA und Cloud: Das Wichtigste vom diesjährigen DSAG-Kongress in Leipzig.

Fast 4000 Teilnehmer und 175 Aussteller registriert die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) auf ihrem 15. Jahreskongress, der diesmal in Leipzig stattfindet. Er steht unter dem Motto „Customer First“. „Mit Mobile, Cloud und Online First gibt es jede Menge ‚first’“, erläutert der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck, dabei sollte doch immer „zuerst vom Kunden aus gedacht werden“.

Um diese vermeintliche Schere zwischen Anbietern und Anwendern ging es auch in der aktuellen Umfrage, in der sich die DSAG damit beschäftigte, in wie weit sich die neuen Technologien und Ansätze von SAP wie SAP HANA und Cloud mit den Ansprüchen der Anwender vereinbaren lassen. Dafür nahmen 524 DSAG-Mitglieder an einer Umfrage teil. Demnach nutzt jedes zwanzigste Unternehmen der Mitglieder der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG in Deutschland aktuell die SAP Business Suite powered by SAP HANA. 11 Prozent der Befragten haben entsprechende Projekte in Planung, so die aktuellen Ergebnisse. SAP-Technologievorstand Bernd Leukert sieht darin den Beweis, dass es „ein Momentum für dieses Thema gibt“. Tatsächlich ist weltweit bei 4.100 Unternehmen die Innovationsplattform SAP HANA im Einsatz, ein knappes Drittel von ihnen nutzt die SAP Business Suite powered by SAP HANA.

Zweites Untersuchungsobjekt der DSAG: ERP in der Cloud. Jedes zwanzigste Unternehmen kann sich innerhalb der kommenden fünf Jahren vorstellen, sein ERP in die Cloud zu schieben. Jeder fünfte der an der Befragung teilgenommenen CIOs sehen die Zukunft hier eher in hybriden Szenarien, einem Mix aus On-Premise- und Cloud-Lösungen.

SAP erweitert die Wartungszusagen für On-Premise-Lösungen bis 2025

Bernd Leukert setzt strategisch auf die Cloud, weiß jedoch auch darum, dass viele Unternehmen ihre On-Premise-Lösungen noch einige Jahre im Einsatz haben werden. „Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, die Wartungszusagen bis zum Jahr 2025 zu verlängern“, erläutert der SAP- Technologievorstand Leukert in seiner Keynote. Der Vorteil der noch weitere elf Jahre andauernden Mainstream-Wartung: Die Wahlfreiheit zwischen On-Premise- oder Cloud-Lösungen bleibt erhalten. Das gibt gerade jenen Unternehmen etwas „Luft“, die ihre technische Infrastruktur erst für die neuen Lösungen fit machen müssen.

Sowohl die Cloud als auch SAP HANA sieht SAP als Innovationsthemen, die unabwendbar kommen werden, aber einen Transformationsprozess in den Unternehmen voraussetzen. Ähnlich wie bei dem Elektroauto – so Leukerts Vergleich -, das 2013 gerade mal eine Marktdurchdringung von 1,3 Prozent aufwies, zweifele niemand daran, dass die Infrastruktur ausgebaut werde und Angebote kommen werden und „Grenzen des heute Möglichen“ verschoben werden. Tatsächlich sind es auf dem E-Auto-Markt derzeit die hybriden Angebote, die den Markt bestimmen.

Doch zum großen Sprung holen die Konsumenten noch nicht aus – genauso wenig wie die DSAG-Mitglieder bei den Innovationsthemen der SAP. Zwar würdigt der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck durchaus die Vorteile der SAP Business Suite powered by SAPHANA (höhere Geschwindigkeit, Innovation für die Prozesse), doch kommt er schnell zu den aktuellen Stolpersteinen für die SAP-Anwender: Business Cases seien noch schwer darstellbar, das Innovationspotenzial nicht unmittelbar zu erkennen.

Unternehmen bei Cloud noch zurückhaltend

„Konsolidierungsprojekte haben bei den Anwendern derzeit oft Vorrang“, konstatiert Lenck. Auch in Hinsicht auf die ERP in der Cloud zeigten sich die Anwender zurückhaltend: 70 Prozent der Befragten halten dessen Einsatz in den kommenden fünf Jahren für sehr unwahrscheinlich mit dem Hinweis darauf, dass die Prozesse sehr komplex seien und die Informationen derart vertraulich, dass man sie einer Cloud nicht anvertrauen möchte. Auf einer Vertrauenswürdigkeitsskala von eins bis fünf gaben die Anwender dem Schutz ihrer Informationen „gerade noch die vier“, so Lenck.

„Ein Spannungsfeld zwischen den Innovationen und der Nachhaltigkeit“ sieht der für das Anwendungsportfolio bei der DSAG zuständige Gerhard Göttert und sensibilisiert damit für den Schutz getätigter Investitionen: „Die Anwender müssen entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für Innovationen ist“. Derzeit beschäftigen sich viele Unternehmen nicht direkt mit Innovationsthemen und sehen zu, wie sie ihre bestehende IT-Landschaft auf einem zeitgemäßen Niveau halten können. „Revolutionäre Technologien müssen, um Akzeptanz zu erhalten, auch revolutionäre Optimierungspotenziale ermöglichen“, mahnt der CIO bei Autobahn Tank und Rast Göttert

Run Simple: SAP-Technologievorstand Bernd Leukert erwartet Feuerwerk an neuen einfachen Lösungen

Der Ansatz für den SAP-Anwender, auf neue Lösungen zu setzen, lässt sich – so Göttert – auf eine einfache Formel herunterbrechen: „Welche Probleme haben wir weniger, wenn wir neue Technologien wie die SAP Business Suite powered by SAP HANA einsetzen?“. Die aktuellen Innovationsthemen der SAP, so die Meinung der SAP-Anwender, sind zwar spannende und wichtig für die Zukunft, aber mit dem Unternehmensalltag haben sie noch zu wenig zu tun. „Es muss ein Programm für Unternehmen her, die etwa Cloud-Lösungen einfach mal testen können“, schlägt Göttert vor. Innovationen konsumierbar machen ist wichtig, denn allzu oft steht in den Unternehmen dem Einsatz einer vereinfachend gemeinten Innovation eine grundlegende Restrukturierung der IT-Prozesse bevor. Allein daran wagen sich viele Unternehmen nicht heran.

In der Zwickmühle ist allerdings auch SAP. Immer wieder muss der Walldorfer Konzern den Beweis antreten, dass er nicht nur Markt-, sondern auch Innovationsführer ist und Trends schon auf dem Radar hat, wenn sie für den aktuellen Markt noch ganz weit weg sind. „Analytische Ergebnisse ins transaktionale Geschäft überführen“, bringt SAP-Technologievorstand Leukert die bevorstehende Mission auf einen einfachen Nenner, die allerdings schon SAP HANA und am besten auch die Cloud erfordern. Geht es dann um die nächste Zündstufe des „Feuerwerks“ an Innovationen, wie Leukert in Leipzig betont, dann stehen eine Reihe von Run-Simple-Anwendungen kurz vor dem Launch, die SAP HANA, Cloud und SAP Fiori in sich vereinen – und die Zukunft verkörpern sollen. Mit Simple Finance im eigenen Hause hat SAP ja kürzlich schon bewiesen, wie das funktionieren kann, was sich auch alle Anwender wünschen: Einfachheit.

Zur Keynote von SAP-Technologievorstand Bernd Leukert

Zur Keynote von Gerhard Oswald, SAP-Vorstandsmitglied, und Ingrid-Helen Arnold, SAP SE CIO

Aktuelle Pressemitteilungen und die Ergebnisse der DSAG-Umfrage finden Sie hier.

 

Video-/Bildquelle: DSAG

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