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E-Government: Großer Nachholbedarf in Deutschland

Feature | 27. Juni 2016 von Andreas Schmitz 0

Die Digitalisierung in Verwaltungen kommt in Deutschland nur langsam voran. Auf dem SAP-Infotag für die öffentliche Verwaltung in Berlin diskutieren Experten von SAP, aus der Politik und Wissenschaft pragmatische Ansätze für die digitalisierte Zukunft.

Ein Blick auf den eGovernment Monitor der Initiative D21 aus dem vergangenen Jahr zeigt das Dilemma, in dem der öffentliche Dienst in Deutschland steckt: Während immer mehr Bürger in der Schweiz (+8%), in Österreich (+1 %) und im Vorreiterland Schweden (+4%) eGovernment-Angebote nutzen, sind es in Deutschland immer weniger (-6%). Nur etwas mehr als jeder Dritte (39 Prozent) nutzt entsprechende Services, macht also seine Einkommenssteuererklärung elektronisch, sucht Formulare online oder hat ein digitales Bürgerkonto. In der Schweiz, in Österreich und Schweden tun dies (teilweise weit mehr) als zwei Drittel der Bürger.

Zukunftspanel Staat & Verwaltung: Digitalisierung ist wichtigste Herausforderung

Entsprechend ist es kein Wunder, dass Verwaltungen in Deutschland „Weiterentwicklungen im Bereich E-Government und Maßnahmen zur Digitalisierung“ mit Abstand als die wichtigste Herausforderung ansehen (Studie „Zukunftspanel Staat & Verwaltung“ der Wegweiser GmbH Research & Strategy, Anfang Juni 2016) . Nur jede fünfte Verwaltung (22 %) hat heute bereits ihr Rechnungswesen digitalisiert und gerade einmal 14 Prozent der über 1.200 befragten Verantwortlichen aus Bund, Ländern und Gemeinden haben ihr Personalwesen bereits digitalisiert, so Ergebnisse der aktuellen Studie. ePayment ist teilweise im Einsatz (20 Prozent) und Anwendungen für den elektronischen Personalausweis nur sporadisch (10 Prozent). Es besteht Handlungsbedarf.

Ursachen: Digitale Kompetenzen und Geld fehlt für die Digitalisierung

Und doch ist es oft leichter gesagt als getan, die Digitalisierung in Verwaltungen voran zu bringen. Es fehlt es an den digitalen Kompetenzen in der Belegschaft und entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen, Geld für Investitionen in die Digitalisierung ist meist nicht da und datenschutzrechtliche Herausforderungen lassen moderne technische Ansätze mit Big Data und Cloud Computing oft nicht zu.


Thomas Schäfer, CIO des Landes Hessen, Ole Schröder, Staatssekretär im Bundesinnenministeriums, Jens Fromm, Leiter des Kompetenzzentrums Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut FOKUS und andere Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik stellen auf dem SAP-Infotag für die öffentliche Verwaltung am 4. und 5. Juli 2016 in Berlin ihre Ansätze vor. Zudem erläutert Susanne Diehm, Leiterin Public Services & Healthcare, den Ansatz von SAP. Hier geht es zur Agenda, hier zur Anmeldung.


Trotzdem gibt es Vorreiter für die Digitalisierung im öffentlichen Bereich. Thomas Schäfer zum Beispiel, der CIO des Landes Hessen, hat bereits eine E-Government-Strategie für die „Digitale Verwaltung Hessen 2020“ entwickelt, die er auf dem SAP-Infotag für die öffentliche Verwaltung vorstellt. Schäfer setzt beispielsweise in der Haushaltsplanung und -steuerung bereits eine Systemplattform ein, die es ermöglicht, Sachverhalte auszuwerten und zu analysieren und dafür Daten aus verschiedenen Systemen zusammenzuführen. Zudem hat das Land Hessen seine Forstplanungen mit Geoinformationen verknüpft. Daten der Forstbetriebe fließen nun in ein Data Warehouse ein und werden anhand von Kennzahlen analysiert.

Näheres erfahren Sie dazu im folgenden Video:

Titelfoto: Shutterstock

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