SOA Days: Open Source oder Standard-Software?

Feature | 23. April 2010 von Benjamin Blaume 0

Diskussion über Software-Architekturen: Dr. Schweichhart und Herr Groß (Foto: Benjamin Blaume)

Diskussion über Software-Architekturen: Herr Dr. Schweichhart und Herr Groß (Foto: Benjamin Blaume)

Am zweiten Tag der SOA-Days präsentierten Mitglieder des SOA Innovation Lab aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema „SOA und Standard Plattformen“. Im Innovation Lab haben sich einige der größten Unternehmen Deutschlands zusammengeschlossen, um Methoden und Best Practices für den Einsatz von SOA in der Unternehmensarchitektur zu entwickeln. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Bayer, Lufthansa, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Daimler und Volkswagen.

Laut Hans-Jürgen Groß, Manager Enterprise Architecure Management & SOA bei Daimler, haben Hersteller wie SAP und Oracle das Thema SOA fest in ihren Strategien verankert. Es sind gute Ansätze in aktuellen Software-Paketen wie der Business Suite zu finden, doch es gibt noch zahlreiche Probleme. Das Größte: Die monolithischen Strukturen der Standard Pakete seien noch nicht aufgebrochen. In der SOA-Terminologie spricht man von einzelnen Silos, die nicht auf eine offene Interoperabilität ausgelegt sind. Durch den monolithischen Charakter gebe es zudem Abhängigkeiten zwischen einzelnen Services. Auch fehle es noch an erfolgreichen Implementierungen von Standard Software nach dem SOA-Prinzip in Großunternehmen.

Wenn man seine Unternehmensarchitektur nach SOA-Kriterien plant, werden die einzelnen Geschäftsbereiche wie Finance (FI) oder Human Ressources (HR) in Domänen aufgeteilt. Diese Domänenlandschaft passt jedoch nur bedingt zu Standard-Software-Paketen. So lassen sich HR und FI sehr gut modular abbilden. CRM-Produkte sprengen jedoch den Domänenrahmen. Der SOA-Ansatz sei zudem von Anbieter zu Anbieter verschieden, so dass es zu Problemen und Inkompatibilitäten komme, wenn man Produkte aus unterschiedlichen Häusern kombiniert.

Das Fazit des Innovation Lab zur aktuellen SOA-Fähigkeit der großen Hersteller fällt verständlicherweise eher nüchtern aus. Ja, SAP & Co haben SOA klar im Fokus, doch noch fehle es an vielen Ecken und Enden. Deshalb müssen Anwender und Hersteller nun zusammenarbeiten, um SOA und Standard Plattformen zu einem Erfolgsmodell zu machen. Die Hersteller hätten laut Hans-Jürgen Groß bereits starkes Interesse bekundet.

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Hersteller- und Anwender-Domänen stimmen nicht überein (Grafik: SOA Innovation Lab)

Hersteller- und Anwender-Domänen stimmen nicht überein (Grafik: SOA Innovation Lab)

Who is Who der IT: Mitglieder der Open Source Community Eclipse (Grafik: Eclipse Foundation)

Who is Who der IT: Mitglieder der Open Source Community Eclipse (Grafik: Eclipse Foundation)

Alternative Open Source?

Da SOA von der Interoperabilität einzelner Services über offene Web-Standards lebt, bietet sich Open-Source-Software als Alternative geradezu an. Beim Open-Source-Gedanken geht es ja um den offenen Austausch und das gemeinsame Erarbeiten von Know How, welches dann in den eignen Produkten für Mehrwert sorgt. Eine der größten Open-Source-Communties, gerade im Bereich SOA, ist die Eclipse Foundation. Im Gegensatz zur Mozilla Foundation, die unter anderem den Firefox-Browser veröffentlicht, liest sich die Mitgliederliste wie das Who is Who der IT-Welt. Zu den derzeit 169 Mitgliedern zählen zum Beispiel IBM, SAP, BlackBerry, Nokia, Oracle und Cisco.

Die Eclipse Foundation hat am 21. April 2010 die Gründung der SOA Industry Working Group bekannt gegeben. Das Ziel: Eine Equinox-basierte SOA-Plattform inklusive Tools und Runtime-Komponenten, die von Herstellern genutzt werden kann, um eigene SOA-Entwicklungen auf den Markt zu bringen. Die einheitliche Basis soll die Interoperabilität zwischen Lösungen unterschiedlicher Anbieter erhöhen und den technologischen Grundstock legen für zukünftige SOA-Entwicklungen. Eine erste Version des SOA Plattform Package steht auf der Eclipse-Homepage zum freien Download bereit. Eine weiteres Release ist für Juni 2010 geplant.

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