Interview: SAP kauft datango AG

18. Januar 2012 von Sarah Kellman 0

datango, führender Softwareanbieter für E-Learning und Enterprise Performance Support, wurde 1999 gegründet und ist bereits seit vielen Jahren SAP-Partner. Mit dem Produkt „performance suite“ arbeiten bereits über 1.000 Kunden und drei Millionen Anwender. Durch die Übernahme werden SAP-Kunden unter anderem von intuitiver Software profitieren, die ihnen umfassende und jederzeit skalierbare Anwenderschulungen ermöglicht, aber auch von leistungsstarken Knowledge-Management- und Performance-Support-Funktionen. Bei der SAP werden die Produkte von datango bereits im Anwendersupport für SAP Business ByDesign eingesetzt.

SAP Education: Aller guten Dinge sind drei

SAP Education, das dem Geschäftsbereich SAP Services angehört, schult pro Jahr mehr als 300.000 Anwender und macht sich kontinuierlich für die neuesten Technologien stark, um die Lernerfahrung seiner Kunden weiter zu optimieren. Neben klassischen Präsenzschulungen beinhaltet das SAP-Education-Portfolio auch E-Learnings sowie weitere Online-Lernmöglichkeiten für drei zentrale Bereiche: Services, Software und Content.

Im Jahr 2011 wurden für SAP HANA und die mobilen SAP-Lösungen neue Schulungs- und Zertifizierungsformen eingeführt, darunter das SAP Learning Hub. Die geplante Akquisition von datango unterstreicht den Weg, den die SAP in diesem Bereich bereits eingeschlagen hat: Die Position als Marktführer für Schulungssoftware auszubauen und den Erfolgspfeiler SAP Education weiter zu stärken.

Interview mit Markus Schwarz, Leiter des weltweiten SAP-Education-Bereichs

datango unterhält bereits intensive Arbeitsbeziehungen zur SAP. Welche zusätzlichen Vorteile verspricht sich die SAP von der Akquisition für sich und ihre Kunden?

Markus Schwarz: Zum einen ist die Schulung von Endanwendern für jedes SAP-Implementierungsprojekt von zentraler Bedeutung, zum anderen aber auch für die laufende Anpassung unserer Software. Die Tools von datango ermöglichen eine skalierbare Erstellung von Schulungen, Simulationen, Dokumentationen und Tests. Als SAP-Produkt kann die datango-Software in unsere gesamte Softwarelandschaft integriert und ihr Wert somit optimiert werden. Mit diesem neuen Werkzeug können unsere Kunden ihren Wissenstransfer in völliger Eigenregie und unabhängig von der SAP abwickeln.

Wenn Kunden über SAP-Software sprechen, kommt das Gespräch unvermeidbar auf Gesamtbetriebskosten und Gesamtkosten der Implementierung. Wie kann die Übernahme von datango zur Kostenreduzierung beitragen?

Markus Schwarz: Ein großes Fragezeichen bei jeder SAP-Implementierung ist für die Kunden oft der benötigte Zeit- und Kostenaufwand. Wir gehen davon aus, dass Kunden mit der neuen Software ihren Aufwand bei der Dokumentationserstellung bis zu 80 Prozent und bei Schulungen um rund 30 Prozent verringern können, was wiederum in weniger Standardanfragen beim Support resultiert. Mit Hilfe der datango-Software kann also ein Großteil dieser Kosten reduziert werden.

Welche Rolle spielt Zertifizierung bei den Angeboten von SAP-Education?

Markus Schwarz: Zertifizierung ist der Grundpfeiler der SAP-Qualitätskontrolle. Kunden fordern Qualitätssicherung im Partnernetz, die wir durch das Angebot entsprechender Schulungen für SAP-Partner erreichen. Zertifizierung ist ein weiterer, jedoch sehr kritischer Mechanismus zur Qualitätskontrolle, den wir anbieten. In den letzten zwei Jahren hat sich das Programm enorm weiterentwickelt und ich denke, dass wir mit Zertifizierungsanbietern wie Cisco oder IBM durchaus mithalten können.

Welchen Stellenwert nimmt der Schulungsbereich im Serviceportfolio der SAP und im Gesamtmarkt für Unternehmenssoftware ein – auch im Hinblick auf Umsatz- und Wachstumspotenzial?

Markus Schwarz: SAP Education ist in diesem Marktsegment eine treibende Kraft für die SAP. Denn nur mit gut geschulten Kunden und Partnern setzen sich die Produkte der SAP im breiten Markt durch. So hatte SAP Education beispielsweise 2011 mehr als 2.000 Schulungsteilnehmer für den Bereich HANA. HANA war sogar die bestverkaufte Neuproduktschulung in der Geschichte von SAP Education. Aber auch für unsere mobilen Lösungen ließen sich sehr viele Anwender schulen. Aufgrund dieser hohen Nachfrage haben wir für 2012 die Lehrveranstaltungen in diesen Bereichen nun ausgeweitet.

SAP Education, das sich in der Vergangenheit vor allem durch erfolgreiche Präsenzschulungen etablieren konnte, hat sein Angebot inzwischen erheblich erweitert. Der SAP-Schulungsbereich ermöglicht Kunden eine nachhaltige Ausbildung und stellt sicher, dass auf Kundenseite alle Beteiligten, nicht nur die Projektmitglieder, entsprechend geschult werden. Denn dies führt zu einer gesteigerten Anwenderakzeptanz für SAP-Software. SAP Education überzeugt mit einem umfassenden E-Learning-Spektrum, das auch Dienstleistungen und Software umfasst.

Allein im Jahr 2011 verzeichnete SAP Education nahezu 55.000 Schulungsteilnehmer im E-Learning- und e-Academy-Bereich. Zeitgleich mit dem Release von BusinessObjects 4.0/BW 7.3 brachte SAP Education im September 2011 31 passende Kurse heraus. Diese Kurse zu SAP BusinessObjects waren die ersten ihrer Art seit der Übernahme der Firma durch SAP. Im letzen Quartal 2011 stieg die Zahl Sybase-geschulter Mitarbeiter um 36 Prozent an und ist somit richtungsweisend für 2012. SAP Education verfolgt dabei im Wesentlichen zwei Ziele: skalierbare, kostenwirksame und flexible Angebote sowie Anwenderschulungen für den gesamten Softwarelebenszyklus.

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