Ein Lab in der Cloud

29. Mai 2013 von Tobias Essig 0

Wolke

Foto: iStockphoto

SAP HANA Cloud wurde 2011 auf der SAP TechEd Madrid unter dem Codenamen „SAP Neo“ angekündigt und hat sein enormes Potenzial bereits etlichen Kunden, Partnern und Produktentwicklungsteams offenbart. So hat die SAP mit SAP Precision Retailing ein erstes eigenes Produkt auf der Grundlage der Plattform auf den Markt gebracht. Und mit T-Systems wurde im Rahmen eines Pilotprojekts für die Hamburger Hafenbehörde die Lösung Smart Port Logistics entwickelt.

Mit SAP HANA Cloud zielt die SAP auf neue Szenarien für die Entwicklung Cloud-basierter Unternehmenslösungen ab und bietet Entwicklern Services an. Dabei standen von Anfang an drei Aspekte im Vordergrund: Die Plattform sollte offen sein, die Entwickler optimal bei ihrer Arbeit unterstützen und dazu animieren, neue Anwendungen zu entwickeln – unabhängig davon, ob sie bereits SAP-Erfahrung haben.

Die Geburtsstunde der SAP HANA Cloud Labs

Bereits kurz nach der Einführung von SAP HANA Cloud begannen Teams innerhalb der SAP damit, Anwendungen und Erweiterungen für SAP HANA Cloud und deren Werkzeuge zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen speziellen Kanal, um diese Erweiterungen und Tools auch anderen Entwicklern innerhalb und außerhalb des Unternehmens zur Verfügung zu stellen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Mit AddOns für das Framework Spring Roo fing es an

Schließlich entstand die Idee der SAP HANA Cloud Labs: einem speziellen Kanal, über den Ideen für die Erweiterung von SAP HANA Cloud umgesetzt und zusätzliche Tools entwickelt werden können, die die Arbeit der Entwickler erleichtern. So entstand ein Forum von Entwicklern für Entwickler, das gemeinsame Innovationen vorantreibt. Lars Karg vom Enterprise-Platforms-Team und Matthias Steiner vom SAP-HANA-Cloud-Team begannen sofort mit der Entwicklung des sogenannten „Flugzeugs“ für die SAP HANA Cloud Labs. Damit werden die Instrumente bezeichnet, mit denen die Labs im Kunden- und Partnernetz der SAP bekannt gemacht werden sollen.

Sechs Monate später, am 22. Juni 2012, hob das „Flugzeug“ mit den ersten vier „Gepäckstücken“ ab. Jedes dieser Gepäckstücke stand für eine Idee aus der Entwicklergemeinschaft. Diese Ideen dienen der technischen Erweiterung von SAP HANA Cloud und der Optimierung der Tools der Plattform. Vor allem aber haben sie das Potenzial, die Arbeit der Entwickler wesentlich zu erleichtern und damit die Grundlage für zukunftsweisende Anwendungen zu schaffen. Knapp vier Monate später, nachdem auf der TechEd in Las Vegas die allgemeine Verfügbarkeit von SAP HANA Cloud verkündet wurde, war das „Flugzeug“ bereit, weitere „Passagiere“ aus der gesamten SAP Community aufzunehmen.

Mit AddOns für das Framework Spring Roo gings los

Das erste „Gepäckstück“, das der Entwicklergemeinschaft zur Verfügung gestellt wurde, bestand aus verschiedenen Add-ons zur Erweiterung des Frameworks Spring Roo für die schnelle Anwendungsentwicklung. Ziel war es, die Entwicklung von Webanwendungen auf Basis von SAP HANA Cloud zu erleichtern. Für die Entwicklung der Add-ons zeichneten Michael Spahn, Radu Atanasiu und Heiko Witteborg vom Enterprise-Platforms-Team verantwortlich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Eine offene Plattform mithilfe von Open Source

Auf der Grundlage von Spring Roo und der neuen Add-ons können innerhalb weniger Minuten einfache Webanwendungen mit Persistenz und einer Benutzungsoberfläche erstellt und direkt unter SAP HANA Cloud bereitgestellt werden. „Sogar Daten von OData-Providern wie SAP Gateway lassen sich einfach integrieren, oder es können Daten über JSON-Schnittstellen an Apps übertragen werden – und dies alles ohne großen Entwicklungsaufwand“, erläutert Michael Spahn. Spring Roo erzeugt reinen Java-Code, der als standardisiertes Maven-Projekt verpackt wird. Dadurch werden die weitere Verarbeitung und Build-Prozesse vereinfacht. „Man muss einfach nur den so erzeugten Quellcode in seine bevorzugte IDE – zum Beispiel Eclipse – importieren und ihn dort erweitern. Ich kann allen Entwicklern nur raten, es auszuprobieren. Es ist einfach und macht Spaß“, so Michael Spahn.

Open Source schafft eine offene Plattform

Harald Müller, leitender Product Owner für SAP HANA Cloud, zieht ein erstes Fazit: „Das Tolle an dem ,Flugzeugʻ für die SAP HANA Cloud Labs ist die Tatsache, dass das gesamte ,Gepäck‘ im Rahmen einer Open-Source-Lizenz für jeden frei zugänglich ist.“ Dadurch ist es für die Entwickler einfach, Ideen auszuprobieren, Rückmeldungen zu geben und sich sogar an einem Projekt zu beteiligen. „Rückmeldungen und Beiträge aller Art sind absolut willkommen, da sie die gemeinsame Innovation unterstützen. Außerdem können sich die Entwickler direkt einbringen, wenn es darum geht, neue Methoden, Ideen und Tools auf die Anforderungen und tollen Ideen der Community abzustimmen“, führt er weiter aus.

Mehr Informationen gibt es im SAP HANA Cloud Developer Center.

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