Ein Netzwerk für Innovation

Feature | 12. Mai 2003 von admin 0

Die SAP Labs sind ein Modell für global verteilte Entwicklungsorganisationen, die zu den Zielen der Geschäftseinheiten von SAP beitragen. Die Labs schließen die Lücke zwischen lokalen Anforderungen der Märkte und der Entwicklungsorganisation von SAP, indem sie Gütestandards für Innovation, Effizienz und Zuverlässigkeit etablieren. Als über verschiedene Standorte verteilte Zentren mit hochkarätigem Expertenwissen bilden die SAP Labs eine Grundlage für die SAP-Entwicklung der Zukunft.

Aufgaben der SAP Labs

Aufgaben der SAP Labs

Das Management von Innovationen ist eine Aufgabe, die sich über alle SAP-Entwicklungsorganisationen erstreckt. SAP hat daher dafür verschiedene Ansätze etabliert. So sollen beispielsweise mit den SAP Labs Mitarbeiter, die Innovation vorantreiben können, an ausgewählten Orten gebündelt werden.

SAP Corporate Research: Innovative Technologie ausfindig machen

SAP Corporate Research wiederum ist eine globale Organisation, die sich mit Hilfe der SAP Labs und anderer Einrichtungen Zugang zu zukunftsweisenden Technologien verschafft. Um zu ermitteln, welche Technologie letztendlich das Potenzial hat, am Markt Erfolg zu haben, bedient sich SAP Corporate Research eines mehrstufigen Prozesses. Ein Hauptbestandteil dieses Prozesses ist der ständige Dialog mit diversen anderen Organisationen – in erster Linie Universitäten oder gemeinnützige Forschungseinrichtungen.
SAP Corporate Research hat zu diesem Zweck ein Netzwerk aufgebaut, das Europa, Afrika, Australien und Amerika umspannt. In diesem Netzwerk arbeiten SAP-Forscher mit renommierten Wissenschaftlern weltbekannter Institute, wie etwa der Stanford University, dem MIT, der ETH Zürich, Insead, der TU Darmstadt oder der TU Dresden, eng zusammen. Ziel ist es herauszufinden, wie sich jüngste Forschungsergebnisse in ein von SAP vorgegebenes Geschäftsszenario einbringen lassen. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden dann von Fall zu Fall der globalen SAP-Entwicklungsorganisation oder auch Kunden und Partnern zur Verfügung gestellt.
Unternehmen haben selten alle notwendigen Technologiebausteine griffbereit, um rasch einen neu entstehenden Markt bedienen zu können. Wer jedoch wartet, bis die Entwicklung aller Bausteine abgeschlossen ist, kommt in aller Regel zu spät mit dem fertigen Produkt an den Markt. SAP Corporate Research verfolgt daher den Ansatz, das Potenzial einer technologischen Neuentwicklung frühzeitig zu erkennen und zusammen mit ihren Partnern schnell zur Anwendungsreife zu bringen. Im vergangenen Jahr beispielsweise hat sich SAP Corporate Research zusammen mit IBM das SAP Learning Management System LSO 100 schnell für einen globalen Markt bereitgestellt. Ein aktueller Vorstoß ist die Partnerschaft mit der Nokia Corporation, deren Ziel es ist, eine anspruchsvolle Lösung für das Pervasive Computing zu liefern.

Zusammenarbeit mit dem M-Lab

Zusammenarbeit mit dem M-Lab

SAP Corporate Research arbeitet auch mit den Infrastrukturexperten des SAP Global Partner Program zusammen. Hier gilt es, neue Technologien hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit für Lösungen der mySAP Business Suite zu evaluieren. Ein aktuelles Thema in diesem Programm ist etwa die Implementierung von Service- und Datenvirtualisierung in einer Umgebung, die Blade-Server und NAS-Filer miteinander verbindet.

Prototyping neuer Lösungen

Gleich um welche Technologie es sich handelt: der Knackpunkt ist, diese in ein Geschäftsszenarium von SAP zu integrieren. Ein Beispiel hierfür ist die RFID-Technologie (RFID = Radio Frequency Identification). Drahtlos verbundene Geräte und Anlagen in Unternehmen entwickeln sich mit RFID von einzelnen, isolierten Objekten zu verteilten Auto-ID-Systemen. Darauf muss die Unternehmenssoftware angepasst sein – hin zu verteilten Systemen. Bisher liegt den Softwarelösungen Datenmaterial zu Grunde, wo ein bestimmtes zu finden ist. Die Software liest die Informationen aus und gibt dann – zeitverzögert – Anweisungen, was mit diesem Produkt zu geschehen hat. Mit RFID muss sich Software zu Systemen entwickeln, denen die Produkte selbst in Echtzeit melden, was mit ihnen zu tun ist.
Zurzeit entwickelt SAP Corporate Research als Bestandteil seines Forschungsprogramms in Zusammenarbeit mit mehreren Produktgruppen und branchenorientierten Entwicklungsteams eine SII- (Auto-ID-) Infrastruktur (SII = Smart Items Identification). SII wird Unternehmen in die Lage versetzen, Auto-ID-Daten in einem transaktionsrelevanten Format über die Wertschöpfungskette hinweg zu verwalten und zu kommunizieren. SAP betreibt derzeit Prototypen dieser Infrastruktur mit Procter & Gamble und der Metro AG. Das SAP-Auto-ID-Team arbeitet außerdem mit mehreren akademischen Einrichtungen und Konsortien zusammen. Dazu zählen das Auto-ID Center, die Harvard University, die John F. Kennedy School of Government, das Belfer Center for Science and International Affairs, die Rutgers University, das Stanford Global Supply Chain Management Forum, das M-Lab und das World Internet Center.

Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen

SAP Corporate Research hat unlängst in Zusammenarbeit mit SAP Global Marketing ein RFID Customer Influence Council etabliert. Zu diesem Gremium gehören Gillette, Metro AG, Nestlé, Osram, P&G, Philip Morris, Unilever und das US-Verteidigungsministerium. Durch die Zusammenarbeit mit visionären Kunden sind diese Konsortien von entscheidender Bedeutung für den gesamten Innovationszyklus; vom Verständnis der anfänglichen Anforderungen der Kunden über die Entwicklung von Branchenstandards bis hin zur Pilotierung von Lösungen.

Transfer von Technologie und Know-how

Der Transfer von Ideen aus der Forschung in kommerzielle Produkte ist fraglos eines der Hauptziele jeder Forschungsorganisation eines Unternehmens. Ein effektiver Transfer jedoch findet dann statt, wenn Vertrauen und Kooperationsbereitschaft auf beiden Seiten herrscht. Mit dem Smart-Item-Infrastrukturprojekt in Palo Alto hat SAP Corporate Research damit begonnen, die RFID-Technologie nicht nur zu entwickeln und zu verstehen, sondern auch mit Kunden zusammenzuarbeiten und deren Anforderungen zu verstehen. Von Anfang an hat SAP Corporate Research eng mit dem Produktmarketing und führenden Mitgliedern des Produktmanagements zusammengearbeitet.
Als die Technologie und deren Möglichkeiten immer greifbarer schienen, wurden die Produktmanager und technischen Leiter für die Warehouse-Management-Produkte der SAP mit eingebunden. Ein gemeinsamer Projektplan diente dazu, die RFID-Java-Technologie aus der Forschung in die vorhandenen Warehouse-Management- und Task- Resource- Management-Produkte zu übernehmen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen zwei verschiedenen und geografisch weit entfernten Teams hatte sich bewährt.

“Trusted Innovator” und andere Services

Mit dem unlängst gestarteten 6. Europäischen Forschungsprogramm erweitert SAP Corporate Research seinen Einfluss in der europäischen Forschung. Derzeit werden zahlreiche neue Forschungsprojekte vorbereitet, um alle Programme von SAP Corporate Research abzudecken. Durch ein starkes Engagement in der mit öffentlichen Mitteln geförderten europäischen Forschung wird SAP Corporate Research:

  • die allgemeine europäische F&E-Agenda mitgestalten (Wert: Vier Milliarden Euro), um zu einer langfristigen Umsetzung der SAP-Strategie beizutragen,
  • Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit zahlreichen SAP-Kunden durchführen, um neue Herausforderungen anzugehen und
  • zusätzliche Finanzmittel beschaffen.
W3C-Aktivitäten

W3C-Aktivitäten

Auch weiterhin hat sich SAP Corporate Research zum Ziel gesetzt, Forschungsergebnisse und Technologie in Produkte umzusetzen, in die wiederum Beiträge externer Forschungseinrichtungen von Weltklasse einfließen. Doch jede neue Funktionalität eines Produkts muss zunächst identifiziert werden. Das wiederum ist Bestandteil des Produktdefinitionszyklus. In Projektgruppen werden die Produktanforderungen definiert und diskutiert. Die Rolle von diesem Prozess ist durch drei Hauptaspekte festgelegt. Erstens analysiert SAP Corporate Research den Stand der Technik und Forschung in demjenigen Bereich, dem das Produkt zugeordnet ist. Auf diese Weise wird ermittelt, ob für eine bestimmte Fragestellung möglicherweise bereits eine Lösung existiert. Zweitens setzt SAP Corporate Research Beiträge verschiedener Interessenvertreter in Beziehung zueinander und versucht, Widersprüche und Lücken zu identifizieren. Drittens schafft SAP Corporate Research Innovation durch Forschung, führt Machbarkeitsstudien und Prototyping durch. Die Organisation trägt so zu Lösungswegen bei, macht ein potenzielles künftiges Erscheinungsbild anschaulich und beschleunigt die Lernkurve bei der Produktentwicklung.

SAP Labs: An vorderster Front der Innovation

Projekte von SAP Labs India

Projekte von SAP Labs India

An den Standorten der SAP Labs werden marktführende Technologien erforscht, entwickelt und vorangebracht. Von diesem Umfeld profitiert auch SAP Corporate Research und schafft Synergien.
Das Integration Platform Team der SAP Labs France in Sophia-Antipolis in Frankreich beispielsweise hat verschiedene Lösungen und Technologien entwickelt, um Elemente einer Portalanwendung zu definieren und zu verwalten:

  • Portal Runtime Technology (PRT): Die PRT bietet ein API, eine Laufzeittechnologie und ein Entwicklungsmodell zur Definition, Entwicklung und Ausführung von Anwendungen in einer Portalumgebung. Aus PRT-Sicht ist eine Portalumgebung eine Website, die als Einstiegspunkt für Informationen, Services und Anwendungen im Internet oder Intranet dient.
  • Tool für die Portal-Anwendungsentwicklung (PAR-Tool): Das PAR-Tool ist eine IDE-Erweiterung, die für Eclipse (SAP Enterprise Portal (SAP EP) 6.0, 5.0) und JBuilder (SAP EP 5.0) zur Verfügung steht und die Entwicklung und Bereitstellung einer Portalumgebung als Paket ermöglicht.
  • Configuration Framework (CF): Das CF ist eine Gruppe von Technologien mit einem Java-Framework und einer Laufzeitarchitektur, die dazu dient, Konfigurationselemente einer Anwendung zu definieren, zu laden und zu verwalten. Die CF-Lösung unterstützt beliebige Java-Anwendungen. In der SAP-EP-Plattform wird das CF als zentraler Service geliefert und unterstützt die Konfigurationsverwaltung für Portalanwendungen.

Bei den SAP Labs France ist unter anderem auch das SAP-UDDI-Entwicklungsteam angesiedelt. UDDI ist eine offene Standardtechnologie, mit der sich Web-Services auffinden lassen. Neben der Produktentwicklung betreibt das Team den Serverknoten der SAP im öffentlichen UDDI Business Registry. Zusammen mit IBM, Microsoft und NTT stellt SAP das öffentliche UDDI Business Registry den Benutzern von Web-Services weltweit als wichtige Infrastruktur kostenlos zur Verfügung. UDDI ist ein wesentliches Element im Kontext von xApps, Composite Applications und Web-Services.

Kanchan Gawali

Kanchan Gawali

Lutz Heuser

Lutz Heuser

Werner Sommer

Werner Sommer

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