Eine Brücke zwischen Hardware und Applikationen

Feature | 6. März 2006 von admin 0

Eine IT-Infrastruktur, die den Schwankungen der Last im täglichen Betrieb dynamisch folgt und damit auf vorhersehbare und unerwartete Geschäftsereignisse reagiert, bringt einem Unternehmen enorme Vorteile. Dies gilt vor allem dann, wenn sie sich in Echtzeit an die Veränderungen anpasst und gleichzeitig die Betriebskosten reduziert.
Wenn die Leistungsgrenzen von Hard- und Software die Geschäftsagilität beeinträchtigen, bleiben oft nur zwei Alternativen: neue Hardware zu kaufen oder die verfügbaren Ressourcen mit Hilfe von Adaptive Computing an den Bedarf anzupassen. SAP erhebt an seine Lösungen den Anspruch, dass Service-Anforderungen jederzeit, an jedem Ort und auf jedem Server laufen – zumindest innerhalb einer Enterprise Services Architecture. Das macht es erforderlich, dass die gesamte Hardware optimal genutzt wird und verfügbaren Ressourcen bei Bedarf Lasten zugewiesen werden können. Mit dem Adaptive Computing Controller (AC-C), einem Bestandteil von SAP NetWeaver, bietet SAP eine Technologie an, die diese Art von Aktivitäten koordiniert.

Optimale Systemleistung sicherstellen

Die AC-C- oder Abstraktionsschicht entkoppelt Applikationen und Hardware oder führt sie wieder zusammen. Damit kann die Schicht Lasten anstoßen, anhalten und zu jeder vorher definierten Ressource zurücksenden oder umleiten. Dies ist vor allem in Zeiten von Spitzenbelastungen, zum Beispiel beim Quartalsabschluss, hilfreich. Da Ressourcen genutzt werden, die ansonsten brachliegen würden, ist die optimale Systemleistung sichergestellt. Durch die Anpassung der verfügbaren Infrastruktur an die betrieblichen Anforderungen ist es möglich, sowohl die Leistung der Applikation als auch die Gesamtkosten für die IT intelligent zu verwalten.
Mit dem SAP Solution Manager und dem Computing Center Management System (CCMS) stellt SAP darüber hinaus eine Management-Schicht bereit. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Plattform und Anwendungen und liefert die Metrikdaten zur Systemleistung, die notwendig sind, um Entscheidungen zum Anstoßen, Anhalten oder Umlagern von Lasten zu treffen. So sind die Anwendungen in der Lage, zu bestimmen, welche Prozesse wo und wann ausgeführt werden müssen – eine wesentliche Stärke der adaptiven Infrastruktur.

Anpassungsfähige Hardware ist gefragt

Server-Technologie

Server-Technologie

Vollständig automatisieren lässt sich Adaptive Computing in der SAP-Umgebung allerdings nur, wenn der AC-C nicht nur mit der Hardware, sondern über eine Schnittstelle auch mit einer Automatisierungs-Engine verbunden ist. Eine solche Technologie stellen Unisys und Redwood Software mit ihrer gemeinsam entwickelten und von SAP zertifizierten Lösung für Adaptive Computing zur Verfügung. Kernbestandteile sind das Serverkonzept ES7000/ONE Unisys sowie Cronacle for SAP Solutions, die Job-Scheduling-Lösung von Redwood Software. Beide Lösungen basieren auf der Sentinel-Software für das Servermanagement, die zu jeder ES7000 gehört. Sie ermöglicht es, zusätzliche Server und CPU-Ressourcen dynamisch an anfragende Applikationen abzugeben und damit eine anpassungsfähige Umgebung zu erzeugen.
Die Sentinel-Applikation führt Aktionen aus, die von Cronacle for SAP Solutions ausgelöst werden. Basis hierfür sind Echtzeit-Alerts und Metriken aus SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen. Da die Sentinel-Software und der AC-C im Verbund auf Prozesskettenabhängigkeiten oder Belastungshöchstgrenzen in der IT-Landschaft reagieren können, steht zusätzliche Intelligenz zur Verfügung. Die ES7000-Hardware ist daher in der Lage, ihre Ressourcenpools so zu verwalten, dass sie sich bei Bedarf und in Echtzeit an unterschiedliche Anforderungen anpassen.

Die Architektur von Cronacle

Die Architektur von Cronacle

Eine weitere Besonderheit ist, dass dieser Ansatz auch Serverkonsolidierung ermöglicht. Die ES7000 besteht aus zahlreichen getrennten CPUs, die zu Knoten verbunden werden können. Diese Knoten sind dynamisch modifizierbar, um je nach Arbeitslast flexibel mehr oder weniger CPUs einzubeziehen. So lässt sich die Anzahl der benötigten Maschinen reduzieren – und der Verwaltungsaufwand für das Operationsteam, aber auch die Total Cost of Ownership (TCO) werden verringert. Diese Lösung erlaubt also eine “fliegende” Anpassung an betriebliche Veränderungen in Echtzeit und verwirklicht damit die Grundidee des Adaptive Computing.

Ressourcen proaktiv ausrichten

Integration in die SAP-Umgebung

Integration in die SAP-Umgebung

Die Verbindung der Technologien von Unisys und Redwood bietet einen weiteren Vorteil: SAP Solution Manager und AC-C stellen im Zusammenspiel mit der Lösung zusätzliche Intelligenz für komplexe Aufgaben im Bereich Automatisierung und Überwachung bereit. Als Stand-alone markiert der SAP Solution Manager zwar die Ergebnisse der Prozessüberwachung, zum Beispiel Status und Statistik, dennoch müssen die Resultate von einem Mitarbeiter geprüft werden, der auch über den nächsten Handlungsschritt entscheidet und ihn manuell ausführt. Dies verlangsamt den Anpassungsprozess und birgt das Risiko von Eingabefehlern.
Dagegen bietet Cronacle for SAP Solutions Parameter für Ausnahmeoperationen, um auf der Grundlage von vorher festgelegten Eskalationsprozeduren die notwendigen Reaktionsprozesse zu initiieren. Diese werden mit Hilfe des SAP Solution Managers über den Adaptive Computing Controller innerhalb der Sentinel-Software ausgelöst. Darüber hinaus reagiert Cronacle for SAP Solutions auf aktuelle Plattform- und Applikationsmetriken und auf zu erwartende Arbeitslasten. Aufgrund der Integration mit dem AC-C werden Lasten freigestellt und neu zugewiesen, und zwar noch ehe mit der Abarbeitung dieser Aufgaben begonnen wurde. Dies ermöglicht vorausschauendes Adaptive Computing.

Geringere Betriebskosten

Mit der Lösung von Unisys und Redwood Software ist es möglich, bei der Überwachung von Applikationsprozessen auf der Hardwareebene zu reagieren – und zwar automatisch, vorausschauend und in Echtzeit. Als Brücke zwischen Hardware und Applikation gewährleistet die Software einen sanften Übergang zwischen dem Anstoßen, Anhalten oder Umleiten von Arbeitslasten.
Diese Flexibilität sichert Servicelevel über eine bessere Applikationsleistung und optimiert den Return on Investment der Infrastruktur. Zudem ist weniger Administrationspersonal notwendig, und auch das Risiko von Eingabefehlern und damit die Betriebskosten sinken. Da SAP-Kunden bei ihren Hardware-Investitionen nicht mehr die Spitzenbelastung berücksichtigen müssen, sondern sich an der Durchschnittslast orientieren können, sparen sie Kosten und erreichen mit den verfügbaren Ressourcen mehr Leistung.

Roland Weis

Roland Weis

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