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Eine Idee zum Abheben

Blog | 19. August 2016 von John Ward 0

Teil von Sabres heutiger IT-Strategie ist es, SAP S/4HANA als digitalen Kern des Unternehmens einzuführen. Wie die Idee zum weltweit ersten elektronischen Reisebuchungssystem während eines Flugs entstand, erfahren Sie im Blog.

Wer einmal einen Flug oder ein Hotel gebucht hat, hat wahrscheinlich schon die Software genutzt oder zumindest die Dienstleistungen von Sabre Corporation in Anspruch genommen. Und doch ist die Chance groß, dass der Name den meisten Reisenden nichts sagt.

Das ist schon verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Sabre ein Reisebuchungssystem für Geschäftskunden anbietet, das weltweit bei 420 Fluggesellschaften, 17 Kreuzfahrtanbietern, 750.000 Hotelanlagen und 425.000 Reisebüros im Einsatz ist.

Mit Technologieprozessen von Sabre lassen sich jedes Jahr über 120 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Allein 2015 buchten damit 585 Millionen Passagiere ihre Flüge.

Ich muss zugeben, dass mir der Name bis vor einigen Wochen auch noch nichts sagte. Das änderte sich mit der SAP-Kundenkonferenz SAPPHIRE NOW, die im Mai in Orlando stattfand. Denn dort unterhielt ich mich mit Steve Strout, Vice President für Corporate Systems bei der Sabre Corporation.

Er erzählte mir eine faszinierende Geschichte über ein Unternehmen, das durch eine zufällige Begegnung und auf Basis einer Innovation entstand.

Erste elektronische Reisebuchung: So fing alles über den Wolken an

Der Grundstein für Sabre wurde vor mehr als 60 Jahren über den Wolken gelegt. „Eines Tages saß der Vorstand von American Airlines im Flugzeug zufälligerweise neben einem Verkäufer von IBM“, erzählt mir Strout. „Die beiden kamen ins Gespräch und noch bevor das Flugzeug zur Landung ansetzte, war die Idee für das erste elektronische Buchungssystem geboren.“

Der Rest ist Geschichte. American Airlines gründete Sabre Corporation in den frühen 1960ern. Es entstand das erste computergesteuerte Buchungssystem auf Basis von zwei IBM-7090-Mainframes. Bis 1965 konnten im System landesweit 7,500 Buchungen pro Stunde erfasst werden. Heute werden über 1.1 Billion Systemnachrichten pro Jahr verarbeitet.

Mehr als ein Buchungssystem

Nach der Abspaltung von American Airlines im Jahr 2000 entwickelte Sabre das heutige Geschäftsmodell, das weit mehr als ein System zur Datenverarbeitung umfasst. Damit Geschäftskunden ihr Angebot besser auf die Reisenden abstimmen können, ermöglichen viele Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens die Auswertung großer Datenmengen.

„Zusätzlich zum globalen Buchungssystem bieten wir Software für die Tourismusbranche an“, sagt Strout.

Sabres Lösungen für Airlines ermöglichen Fluggesellschaften beispielsweise einen reibungsloseren Betrieb, bessere Vermarktung und umfassenderen Kundenservice. Das Gleiche gilt auch für das Hotel- und Gastgewerbe: Sabres Produkte kommen bei kritischen Geschäftsprozessen zum Einsatz, zum Beispiel beim Personalmanagement, bei der Verwaltung von Gästeprofilen und bei der Integration von Zahlungssystemen.

„Wie jeder gute Softwareanbieter müssen wir unsere Kunden unbedingt dabei unterstützen, dass sie ihren gegenwärtigen Bedarf decken können“, erklärt Strout. „Aber wir versuchen auch, sie an innovative Technologien zu gewöhnen.“

Beacon-Technologie im Hotel

Deshalb werden die Produktentwicklungszyklen bei Sabre auch immer kürzer. „Wir entwickeln ständig neue Funktionen für unsere Lösungen“, so Strout. „Im Durchschnitt sprechen wir von einer neuen Funktion in 60 Tagen.“

Näheres dazu finden Sie in Sabres Innovation Hub – dort präsentiert das Unternehmen seine neuesten Konzepte.

Die Prototypen nutzen eine Anwendung namens ‚Escape‘. Damit können Benutzer mögliche Reiseziele anhand von Budget, Thema und Region finden und Vielflieger nach Strecken suchen, die ihnen die meisten Meilen einbringen.

Und dann ist da noch der ‚Beaconator‘. Diese App setzt im ganzen Hotel kleine Sensoren, sogenannte Beacons, ein, die auf Blue-Tooth-Technologie aufbauen und Aufschluss über das Verhalten der Gäste geben. Für Hotelmanager ist es dadurch einfacher, Fragen zu beantworten wie „Wo verbringen VIP-Gäste ihre Zeit?“ oder „Hat das morgendliche Fitnesstraining Einfluss auf den Umsatz beim Frühstück?“

SAP S/4HANA: Eine Plattform für Innovationen

Sabre denkt stets darüber nach, welche zukunftsweisenden Technologien sich für die Tourismusbranche eignen.

Strout, der kürzlich seinen ersten Jahrestag im Unternehmen feierte, erzählt, dass er unter anderem bei Sabre anfing, weil er mit einer internen Plattform die Grundlage für Innovationen schaffen wollte.

Teil von Sabres IT-Strategie ist es, die Software SAP S/4HANA als digitalen Kern des Unternehmens einzuführen. „Es geht darum, wie wir auf unsere Geschäftsdaten auf eine neue Art zugreifen und besser integrierte und sinnvolle Daten dazu nutzen können, unser Unternehmen voranzubringen“, sagt Strout.

SAP S/4HANA hilft Sabre dabei, Innovationsfelder zu identifizieren.

Strout glaubt, dass Sabre durch genauere Analysen der Geschäftsdaten Antworten auf einige wichtige Fragen finden kann. Wo findet man die besten Gelegenheiten, neue Einnahmequellen zu erschließen? Auf welche Innovationen sollten wir uns konzentrieren?

„Man muss sich auf Veränderungen vorbereiten und priorisieren können“, so Strout. „Innovation ist schneller möglich, wenn man sich auf die wichtigsten Punkte konzentriert.“

Natürlich wartet Sabre nicht auf eine weitere Zufallsbegegnung, bis dem Unternehmen der nächste große Wurf für die Tourismusbranche gelingt.

Weitere Informationen:

Steve Strouts Vortrag auf der SAPPHIRE NOW zum digitalen Wandel der Sabre Corporation

Folgen Sie John Ward auf Twitter unter @JohnGWard3.

Der Artikel wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

Foto: Shutterstock

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