Einfach mobil

Feature | 29. November 2006 von admin 0

SAP NetWeaver unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT auf die geschäftlichen Anforderungen auszurichten, Anwendungen mit Hilfe von Enterprise Services zusammenzustellen und Geschäftsprozesse und -ereignisse zu orchestrieren. Informationen lassen sich damit einfach verwalten, Applikationen und Inhalte stehen den Anwendern schneller und kostengünstiger zur Verfügung. Als Teil von SAP NetWeaver bietet SAP NetWeaver Mobile – bisher “SAP Mobile Infrastructure” (SAP MI) – sowohl eine zukunftssichere mobile Laufzeitumgebung, die auf offenen und flexiblen Technologiestandards basiert, als auch eine Entwicklungsumgebung für integrierte mobile Lösungen, die systemeigene oder browserbasierte Benutzeroberflächen unterstützen.

SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile besteht aus einer Server-Komponente, die technisch gesehen im SAP NetWeaver Application Server (SAP NetWeaver AS) eingebettet ist, und einer Client-Komponente. Die mobilen Clients sind auf mobilen Endgeräten installiert, auf denen die Daten lokal gespeichert werden. Eine Middleware auf dem Client überträgt diese Informationen zum Backend und zurück. Für im Außendienst geänderte Daten bietet SAP NetWeaver Mobile eine Synchronisations- und Replikationsschicht. Sie verhindert Datenredundanzen auf Unternehmensebene dadurch, dass ein Middleware-Server die mobilen Endgeräte mit den Backend-Systemen synchronisiert.

Prozesse flexibel gestalten

SAP NetWeaver Mobile Administrator

SAP NetWeaver Mobile Administrator

Mit den neuen administrativen Funktionen von SAP NetWeaver Mobile lassen sich mobile Geräte jetzt mühelos verwalten, da die Systemadministratoren keine Webkonsole mehr dazu benötigen. Einige dieser Funktionen kommen auch direkt als ABAP-Funktionen vor – etwa die Erstellung von Gerätekonfigurationen für mobile Endgeräte oder die Überwachung von Datenübertragung und Übertragungszeit vom Client zum Server und umgekehrt. Der Systemadministrator kann alle Daten künftig in einem einzigen Browserfenster überwachen und muss nicht mehr zwischen vielen verschiedenen ABAP-Transaktionen hin und her wechseln. Außerdem erhält er einen genauen Überblick darüber, wie viele und welche Daten während eines Synchronisationszyklus an einen Client übertragen werden.
Im Einzelnen handelt es sich bei den neuen Funktionen um einen ABAP-Synchronisationsservice, Parametersets, neue Gruppierungsmechanismen und Überwachungsfunktionen und Installationspakete.

Daten schneller übertragen

Im Gegensatz zur alten SAP-Mobil-Infrastruktur, die sich noch des Java SyncServlet für den Synchronisationsprozess bedient, wird mit den neuen Funktionen der ABAP-Synchronisationsservice (ABAP Sync Service) eingeführt. Damit ist eine bessere Synchronisationsleistung gewährleistet, und die Übertragung von Nachrichten erfolgt nun deutlich schneller als mit dem Java SyncServlet.

Parameter einfach übertragen

Mit Parametersets werden verschiedene Einstellungen für den Client, das mobile Endgerät sowie die dort installierten Treiber festgelegt. Jedes Unternehmen kann individuelle Parameter konfigurieren, etwa um die Batterieleistung oder die Uhrzeit- und Datumseinstellungen des mobilen Endgerätes zu kontrollieren und zu ändern. Alle Parameter, die beispielsweise in einer mobilen Konfigurationsdatei definiert sind, sind veränderbar, neue Parameter vom Typ “mobile Konfiguration” für den Client können hinzugefügt werden: “Trace ein- und ausschalten”, “Trace-Level definieren”, “Datenpaketierung”, “repetitive Synchronisation ein- und ausschalten” oder “Hostname”. Dazu können sowohl kundenspezifische als auch von SAP definierte Parameter verwendet werden.
Ab sofort lassen sich die Konfigurationsparameter von SAP NetWeaver Mobile in ein einziges Parameterset packen und so mühelos an das mobile Endgerät übertragen. Bisher mussten die Administratoren Parameter vom Typ “mobile Konfiguration” in der Mobile-Engine-Konfigurationsdatei bearbeiten, während sie die Werte für andere Typen wie den “Registry Agent” im ABAP-Stack definieren mussten.
Zu den verschiedenen Typen von Standardparametern gehört unter anderem der “Battery Agent”. Er dient dazu, die Batterieleistung des mobilen Endgeräts zu überwachen, auf dem Gerät zu protokollieren und während der Synchronisationsphase in regelmäßigen Abständen an den Server zu übertragen. Ein anderer Standardparameter, der “Time Agent”, kontrolliert die Uhrzeit- und Datumseinstellungen auf dem Endgerät und passt sie an die entsprechende Zeitzone an. Mit dem “Storage Agent” können die Administratoren die Speichermedien und Speicherkapazität des Endgeräts im Auge behalten. Das ist insbesondere für Unternehmen von Interesse, die große Mengen an Daten verarbeiten oder PDAs einsetzen.

Geschäftsprozesse präzise definieren

Die neuen Administratorfunktionen führen eine Hierarchie ein, mit der sich die Geschäftsstruktur des Kunden abbilden lässt. Mit Hilfe von Gerätekonfigurationen, Parametersets und Hierarchiegruppen ist ein Unternehmen nun in der Lage, seine Geschäftsprozesse sehr präzise zu definieren: Angenommen ein Unternehmen arbeitet an zwei Standorten, wobei die Mitarbeiter des einen Standorts PDAs, die Mitarbeiter des anderen WinXP nutzen. In diesem Fall würden die Administratoren mit den neuen Funktionen das gesamte Unternehmen als Haupthierarchiegruppe und die beiden Standorte als Unterhierarchiegruppen definieren. Nach diesem System würden anschließend auch die Gerätekonfigurationen für die einzelnen Hierarchiegruppen festgelegt.
Eine Gerätekonfiguration ist ein Paket aus mobilen Komponenten und Einstellungen, das die Einrichtung mobiler Endgeräte erleichtert. In der Gerätekonfiguration geben die Administratoren nicht nur die mobilen Komponenten an, sondern legen auch Bedingungen fest. Damit steuern sie die Implementierung einer Gerätekonfiguration und spezifizieren zum Beispiel die zentrale Recheneinheit (CPU) als ARM, XScale oder x86, Datenbanken wie File I/O, MaxDB oder DB2e oder Betriebssysteme wie WinXP, Win2000, PPC03 oder PPC02. Sind die Definitionen festgelegt, werden die Gerätekonfigurationen einem Gerät durch Verwendung von Rollen oder Hierarchiegruppen zugeordnet. Dabei bestimmt der Administrator, welche Anwender zur jeweiligen Hierarchiegruppe gehören.
Die Gerätekonfiguration vereinfacht den Gruppierungsmechanismus: Der Kunde ist mit dieser Funktionalität in der Lage, mobile Endgeräte zu konfigurieren und mobile Komponenten zuzuordnen, ohne direkten Zugriff darauf zu haben. Gleichzeitig kann er die erstellten Konfigurationen verschiedenen Endgeräten, Anwendern, Anwendergruppen oder Rollen zuordnen. Die ausgewählten Endgeräte erhalten die neuen Konfigurationen dann mit der nächsten Synchronisation. Sie werden automatisch konfiguriert, für den Kundendienst oder den Vertrieb vor Ort entsteht kein zusätzlicher Aufwand. Die Administratoren haben so die Möglichkeit, Geschäftsprozesse in kürzester Zeit zusammenstellen, zu ändern und störungsfrei an die Techniker zu übermitteln.

Vereinfachte Kontrolle

Für eine vereinfachte Kontrolle sorgen verschiedene Monitore. Damit können die Administratoren prüfen, wie viele und welche Daten während der Synchronisation auf einen Client übertragen werden oder seit wann ein Container bereits in der Warteschlange steht. Auf diese Weise werden nicht mehr genutzte Endgeräte leicht ermittelt. Probleme mit der Systemleistung, der Bandbreite oder dem Datenvolumen lassen sich leichter erkennen, und der Administrator kann sich ein genaues Bild vom gesamten Synchronisationsprozess machen – vom Anstoßen der Synchronisation durch den Techniker bis zu ihrem Abschluss auf dem Client.
Zu diesen Monitoren gehören etwa der “Generic Synchronization Queue Monitor”, der “Technical Synchronization Monitor”, der “Smart Sync Replication Monitor” oder die “SyncBO-Verarbeitungsstatistik”. SyncBOs sind Synchronizer-Business-Objekte, die in jedem anwendungsspezifischen Datenmodell enthalten sind. Sie bilden die Grundlage für alle Synchronisationsprozesse, die beim Ablauf einer Smart-Synchronisation eingeleitet werden.

Den administrativen Aufwand verringern

Bisher mussten mobile Endgeräte bei Problemen an die Administratoren geschickt werden. Sie implementierten die Anwendungen neu und sandten die Geräte dann an die Techniker zurück – ein sehr zeitaufwändiger Vorgang. Durch die neuen Installationspakete lassen sich solche Abläufe stark vereinfachen. Sie enthalten Installationsdateien und darüber hinaus beispielsweise das SAP NetWeaver Mobile Framework, Anwendungen und Daten. Die Pakete kommen als CD, DVD, auf einer Secure-Digital-Speicherkarte (SD-Karte) oder über das Netzwerk, und der Anwender kann seine Arbeit nach der Installation sofort wieder aufnehmen. Dadurch verringert sich der administrative Aufwand bereits während der Rollout-Phase, aber auch bei einer Wiederherstellung nach Notfällen (Disaster Recovery) beträchtlich.
Abhängig von der Art der Plattform, für die die Pakete erstellt werden, erhalten die Administratoren entweder eine “setup.zip”-Datei für die Win32-Plattform oder eine “XXX.CAB”-Datei für die PPC-Plattform. Wenn sie beispielsweise die Zip-Datei extrahieren, erhalten sie einen Setup-Ordner, der eine setup.exe-Datei enthält. Durch Ausführung dieser Datei wird ein mobiler Client installiert.
Je nach Definition des Installationspakets enthält dieser mobile Client, auch “Client-Image” genannt, eine mobile Anwendung mit oder ohne Daten. Die Client-Images können entweder für einen einzigen Nutzer mit spezifischen Daten oder für eine Massengeräteinstallation erstellt werden, bei der ein Client-Image an Hunderte von Anwendern verteilt wird. Das Client-Image enthält das SAP NetWeaver Mobile Framework und eine Anwendung wie SAP xApp Mobile Asset Management (SAP xMAM). Die Administratoren müssen das J2EE-System konfigurieren, um die Erstellung von Installationspaketen zu ermöglichen. Bei der erstmaligen Synchronisation des Client-Image erhält jeder Anwender eine eindeutige Geräte-ID; bei den folgenden Synchronisationen werden benutzerspezifische Konfigurationen automatisch auf sein mobiles Endgerät übertragen.

Purnima Walle

Purnima Walle

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