Elbe Flugzeugwerke starten durch mit SAP SI

Feature | 25. Juni 2004 von admin 0

Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen in der Flugzeugindustrie müssen alle Geschäftsprozesse exakt dokumentiert werden, was zu einem hohen Daten- und Belegaufkommen führt. Da das Altsystem nicht mehr gewartet wurde, entschied das Management, die Anwendung gemeinsam mit SAP SI abzulösen sowie alle logistischen Prozesse in die betriebswirtschaftliche Umgebung zu integrieren. Außerdem sollte die neue Lösung an das Airbus-ERP-System angebunden werden. Im April 2004 ging das neue System in Betrieb, nachdem die Altdaten innerhalb von fünf Tagen migriert worden waren.
Im September 2001 begannen SAP SI und EFW die Machbarkeit der Datenmigration auf das SAP-System zu analysieren und anschließend einen Prototypen und das Feinkonzept zu entwickeln. Die Analyse und Dokumentation der Ist-Prozesse war eine Herausforderung, da das Altsystem ständig individuell weiterentwickelt worden war,. Außerdem mussten 120.000 Kundenauftragspositionen, 96.000 Instandhaltungsaufträge, 120.000 Dokumentensätze, rund 5.000 Wartungspläne und 65.000 Meldungen migriert werden.
Die SAP SI und EFW erstellten das Konzept für die Realisierung einer Lösung, die die komplexen Prozesse für die Flugzeugumrüstung und -wartung sowie Komponentenfertigung abbildet sowie für ein System zur kapazitiven Vorplanung, die in der Regel zwei bis drei Jahre im Voraus erstellt wird. Außerdem wollte die Elbe Flugzeugwerke GmbH Umrüstprojekte vorkalkulieren und während der Arbeiten die Kosten kontrollieren.

Transparenter Informationsplus dank spezieller Lösung

Die Implementierung der SAP-Module und der Branchenlösung begann im September 2002. Dabei wurden die Geschäftsprozesse für die Flugzeugumrüstung und -wartung durch den gekoppelten Einsatz der Module Projektsystem und Instandhaltung (PM) mit Projektstrukturen sowie Instandhaltungsanleitungen und -aufträgen realisiert. Auf Basis der SAP-Module Qualitätsmanagement, Instandhaltung, Vertrieb und Projektsystem wurde eine Lösung zur Abwicklung von Non-Routine-Prozessen und zur Abbildung des Lernkurvenfaktors geschaffen: Fällt bei der Reparatur auf, dass Teile abweichend vom Standard montiert wurden, dokumentiert das System, welche Änderungen sich daraus für Folgearbeiten ergeben. Der Vorteil: Alle Vorgänge werden durchgängig in der SAP-Lösung festgehalten und sind in die Budget-Überwachung und Faktura integriert. Den so genannten Lernkurvenfaktor bildete SAP SI durch komplexe logarithmische Funktionen ab. Er beschreibt, um wie viel höher die Effizienz von Folgewartungen gegenüber dem ersten Auftrag für einen Flugzeugtyp ist, und sorgt dafür, dass diese Daten in die Terminierung und Planung einfließen.
Für die modulübergreifende Ereignisrückmeldung wurde eine spezielle Lösung entwickelt. Außerdem implementierte SAP SI mit EFW gemeinsam mobile Kommissionier-Terminals mit Anbindung über ein WLAN, um die Datenerfassung vor Ort zu ermöglichen – fehler- und redundanzfrei. Gleichzeitig wurden die Lieferanten der Elbe Flugzeugwerke GmbH an das ERP-System angebunden und das automatische Hochregallager in die Anwendungen integriert, das pro Jahr circa 350.000 Bewegungen verzeichnet. Um die Anwender mit der neuen Software vertraut zu machen, unterstützte die SAP SI die Dresdner Flugzeugbauer bei mehr als 120 verschiedenen Schulungen. “Durch die neue Lösung ist nun eine einheitliche Sichtweise auf alle Informationsflüsse im Unternehmen möglich. Das gibt uns die Möglichkeit schnell auf sich ändernde Situationen und Zustände zu reagieren”, resümiert Sylvio Reh, Projektleiter SAP-Einführung bei EFW.

Quelle: SAP SI

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