Die mobile Patientenakte

Feature | 16. Januar 2012 von Christiane Stagge 0


Bereits auf dem DSAG-Jahreskongress im Oktober 2011 hat Jim Hagemann Snabe erste Screenshots von SAP Electronic Medical Recort gezeigt. Einen Monat später auf der SAPPHIRE NOW wurde die Workflowlösung für Kliniken offiziell präsentiert, die die Berliner Charité bereits als Pilotkunde im Einsatz hat.

Die App ist mit dem Backendsystem sowie mit dem internen Informationssystem des Krankenhauses verbunden. Über die mobile Anwendung können Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger auf Bildsysteme (PACS) sowie Röntgenbilder und Aufnahmen von Computertomografien zugreifen. Voraussetzung ist eine WLAN-Verbindung und ein SAP-Server für mobile Anwendungen im Gesundheitswesen.

Über die Bedienoberfläche lassen sich Kurven, Dokumente, Bilder, Labordaten, klinische Aufträge, Kodierung, Demografie und Verlaufsnotizen aufrufen.

Anwender können mit der App Vitalparameter und Laborbefunde von Patienten einsehen. Das Besondere: Per Touchgeste lassen sich Diagramme und Röntgenaufnahmen vergrößern. Der Arzt kann die Befunde besser miteinander vergleichen und erkennt genau, an welcher Stelle die Kurve vom Normalwert abweicht. Die rote Linie zeigt an, welche Werte kritisch sind.

Das Klinikpersonal hat somit die Patientenakte stets mit dabei und kann sie von jedem Zimmer im Krankenhaus abrufen. Die Befunde sind immer dort verfügbar, wo Ärzte und Schwestern arbeiten. Die Daten werden dabei aus dem SAP-System extrahiert. Eine Datenspeicherung auf dem Mobilgerät findet nicht statt. Nach dem Beenden werden diese sofort gelöscht.

Weitere Versionen geplant

Die nächste Version von SAP Electronic Medical Record soll über den Read-only-Modus hinausgehen. Später soll auch die Dateneingabe möglich sein. Da es in Krankenhäusern häufig vorkommt, dass in bestimmten Räumen durch eine spezielle Wandabdichtung kein WLAN-Empfang verfügbar ist, sollen kommende Releases auch den Offline-Modus unterstützen.  Auch auf Android-Geräten wie dem Samsung Galaxy Tab soll die App demnächst laufen.

Eine weitere Healthcare-App von SAP ist Collaborative eCare. Diese ermöglicht es Patienten mit einer chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, ihre Daten wie den Blutzuckerspiegel Zuhause hochzuladen und per SMS oder E-Mail an den medizinischen Dienstleister weiterzuleiten.

Die mobile Patientenakte ist nur eine von vielen Apps, die SAP vor kurzem präsentiert hat.

54 Apps in vier Monaten – der Zusammenschluss von SAP und Sybase zog eine große Welle an neuen Anwendungen für Smartphones und Tablet-PCs nach sich. Und das war längst nicht alles: SAP verspricht, in regelmäßigen Abständen neue Apps herauszubringen.

Die Apps sind dabei keinesfalls nur auf iPhone oder iPad beschränkt. Im SAP EcoHub finden Sie eine Übersicht über alle verfügbaren mobilen Anwendungen. Neben den Apple-Geräten werden auch Android-Produkte, Blackberry und Windows-Phone unterstützt.

Auch im SAP STORE gibt es mobile Lösungen von SAP sowie Applikationen, die von Partnern entwickelt wurden. Zur Zeit können Anwender zwischen 49 verschiedenen Programmen wählen und diese bequem per Mausklick kaufen. Die Produkte sind nach Geschäftsbereich, Branche, Preisspanne, Lösungsanbieter, Veröffentlichungsdatum, unterstützte Länder, Geräte und Betriebssysteme sortiert. Außerdem können User die Anzahl der Downloads und die einzelnen Bewertungen einsehen. Die mobilen Applikationen sind nach Aktualität, Empfehlungen und Beliebtheitsgrad geordnet.

Wenn Sie wissen wollen, welche mobilen Lösungen die SAP-Partner anbieten, finden Sie hier nähere Informationen.

Als Basis der mobilen Anwendungen dient die Sybase Unwired Platform. Mit Sybase Afaria haben IT-Chefs die Möglichkeit, die verschiedenen Geräte der Mitarbeiter zu verwalten. Dazu gehören das Aufspielen von neuer Software sowie Updates, das Vergeben von Passwörtern und das Zurücksetzen, falls ein Gerät gestohlen wurde oder verloren gegangen ist.

Hier weitere Beispiele für mobile Anwendungen, die seit kurzem auf dem Markt sind:

  • SAP Field Service 2.0 mit neuen Funktionen für Außendienstmitarbeiter
  • SAP Retail Execution, mit der Konsumgüterhersteller Informationen über Produkte beim Besuch ihrer Filiale erfassen können und die Möglichkeit haben, den Produktstatus zu prüfen. Weiterhin können Anwender Retouren abwickeln, Aufträge erfassen und Kalendereinträge vornehmen.
  • SAP Citizen Connect – die App für aufmerksame Bürger. Mit der Anwendung können Stadtbewohner Störungen fotografieren, diese dem jeweiligen Standort zuordnen und anschließend an die zuständige Behörde schicken. Der Bürger erhält regelmäßige Statusmeldungen über den Sachverhalt.

Tags: ,

Leave a Reply