“Energieversorger sind fremdbestimmt”

25. Oktober 2011 von Stephan De Maria 0

SAP for Utilities sit die Software für die Versorgungsindustrie. (Foto: Fotolia)

SAP for Utilities ist die Software für die Versorgungsindustrie. (Foto: Fotolia)

Herr Nitschke, mit der cortility ag hat die command-Gruppe ein neues Unternehmen auf den Markt gebracht. Was verbirgt sich hinter cortility?

Klaus Nitschke: Hinter der cortility GmbH verbirgt sich der Geschäftsbereich der cormeta ag, der zuständig war und ist für unsere Kunden in der Energieversorgung. Wir sind zuständig für alle Belange und Fragen rund um SAP IS-U, sprich SAP for Utilities, die SAP-Lösung für die Versorgungswirtschaft. Unsere Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung von IS-U-Kunden einerseits und dem Angebot SAP standardnaher Software-Produkte für mittelständische Versorgungsunternehmen andererseits.

Wir wollen und werden unser Leistungsspektrum weiter ausbauen, unser Schwerpunkt liegt derzeit vor allem im Bereich Marktkommunikation. Inhaltlich sind wir und ist die gesamte Branche derzeit eher fremdbestimmt. Die Vorgaben der Bundesnetzagentur beschäftigen uns noch eine ganze Weile. Hier stehen ganz oben auf der Liste Themen wie MaBIS – Marktregeln zur Bilanzkreisabrechnung Strom – und WIM, was für Wechselprozesse im Messwesen steht. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Vorgabe der Bundesnetzagentur, wonach festgelegt ist, dass für die Messung weiterhin die Netzbetreiber verantwortlich zeichnen.

Was bedeutet in der Versorgungsbranche mittelständisch? Von welchen Größenordnungen sprechen wir da?

Klaus Nitschke: Für uns sind das in der Regel Stadtwerke und Querverbundunternehmen – also Versorgungsunternehmen, die nicht nur Strom, sondern auch Wasser, Abwasser oder auch Gas und Müllentsorgung anbieten – sowie Lieferanten und Netzbetreiber bei einer Größe von bis zu 300.000 Verträgen. Das ist die Größenordnung, in der wir uns schwerpunktmäßig bewegen. Um ein Beispiel zu nennen: Die Stadtwerke Karlsruhe liegen am oberen Ende unseres Spektrums.

Bei einzelnen Produkten können wir auch größere Unternehmen unterstützen, beispielsweise die EnBW, da sind wir dann aber nicht die Alleinverantwortlichen.

Was waren die wesentlichen Gründe dafür, den Geschäftsbereich aus der cormeta ag herauszulösen?

Klaus Nitschke: Zum einen wollen wir unser Profil gegenüber dem Markt schärfen. Die cormeta ist SAP Channel Partner mit Gold-Status. Das ist das erfolgreiche Ergebnis eines klar fokussierten Geschäftsmodells, das auch Lizenzgeschäft beinhaltet.

Hier steht vor allem das Beratungsgeschäft im Mittelpunkt. 2012 können wir uns dann um diesen Status bewerben, da cortility die Beratung in den Mittelpunkt gestellt hat. Wir erfüllen auch jetzt schon die notwendigen Voraussetzungen und bringen die erforderliche Zahl an qualifizierten Mitarbeitern wie auch an nachgewiesen erfolgreichen Kundenprojekten mit.

Klaus Nitschke

Klaus Nitschke ist Prokurist der cortility GmbH und für das operative Geschäft zuständig. (Foto: cormeta AG)

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