Roadmap für Versorgungsindustrie

11. Mai 2011 von Heather McIlvaine 0

The utilities industry is adapting to changing trends in energy consumption (photo: SAP)

Solarzellen statt Kraftwerke: Neue Technologien bei Energieversorgern (Foto: SAP)

Ein Tastendruck und das Licht schaltet sich ein. Eine kleine Handbewegung und Wasser fließt aus dem Hahn. Was das betrifft, hat sich der Verbrauch von Energieressourcen seit Jahrzehnten nicht verändert. Verändert haben sich jedoch viele andere Aspekte der Versorgungsbranche – zum Beispiel beim Stromablesen und im Kundenkontakt. Denken Sie hier an intelligente Netze (Smart Grids), In-Memory-Analysen, Online-Services und den Zuwachs an nachhaltigen Verfahren.

Viele dieser Bereiche wurden bereits im Dezember 2010 in den Erweiterungspaketen der SAP Business Suite 7 abgebildet. SAP hat das Lösungsportfolio für die Versorgungsindustrie ausgeweitet. Diese Neuheiten befinden sich im Ramp-up und werden bald allgemein verfügbar sein. Für 2011 sind bereits zusätzliche Neuerungen in der Entwicklung und weitere sind für die Zukunft geplant.

In ihrer Roadmap für die Versorgungsindustrie benennt SAP sechs Schlüsselbereiche, in denen sich diese Branche wandelt:

  • Smart Grids
  • SAP In-Memory-Appliance (SAP HANA) und Smart-Grid-Analysen
  • Versorgungsunternehmen als Händler
  • Customer-Online-Services
  • Energieerzeugung
  • Nachhaltigkeit

Die SAP konzentriert sich derzeit auf Smart Grids und Analysen als wichtigste Investitionsbereiche für die Versorgungswirtschaft. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie eine Übersicht über die Erweiterungen, die für alle sechs Bereiche geplant sind.

Smart meters provide utilities companies with data on energy consumption patterns (photo: Frank Völkel)

Intelligente Stromzähler (Smart Meters) versorgen Stromkonzerne mit Daten über den Energieverbrauch (Foto: Frank Völkel)

Smart Grids verändern die Branche

Auf der 8. SAP Utilities-Konferenz in Mannheim unterstrich Dr. Stefan Engelhardt in seiner Präsentation „Solutions for an Industry in Transit“ die Schlüsselrolle, die den Smart Grids in Zukunft innerhalb der Versorgungsindustrie zukommt. Engelhardt zufolge werden sich Smart Grids auf alle Bereiche der Wertschöpfungskette dieser Branche auswirken, siehe auch Artikel “Angezählt. Stromzähler sind Out”.

Mit der Einführung der Business Suite Innovation 2010 im Dezember vergangenen Jahres wurden die Bedienoberflächen verbessert, intelligente Zähler integriert und die Advanced-Metering-Infrastruktur (AMI) 2.0 hinzugefügt. Die AMI-Technologie unterscheidet sich von der herkömmlichen Ablesung darin, dass sie eine wechselseitige Kommunikation zwischen Zähler und Versorgungsunternehmen zulässt. Die Hauptfunktion von AMI 2.0 besteht im Messen, Erfassen und Analysieren des Verbrauchs. Darüber hinaus bietet sie allerdings auch Kundendienstprozesse.

Bevorstehende Neuerungen für Smart Grids

Die Einführung weiterer Neuerungen für Smart Grids wird in Q4 2011 erwartet. Zu den geplanten Erweiterungen gehört die Einbindung von geografischen Informationssystemen, die zum Beispiel bei der Suche nach unterirdischen Wasserrohren behilflich sind, und AMI 3.0, das unter anderem eine bessere zeitvariable Abrechnung ermöglicht. Die SAP plant bereits das Innovationsangebot für 2012 und die Folgejahre. Doch bisher wurde noch kein Termin für die Einführung festgelegt. Einige der geplanten Erweiterungen zur Business Suite 7 für die Versorgungsbranche werden In-Memory-Analysen für Smart Grids und SAP Visual Business umfassen. Letztere Technologie ermöglicht den Anwendern die Kombination von SAP-Backend-Daten mit externen Datenquellen in grafischer, dreidimensionaler Darstellung, um komplexe Daten leicht verständlich zu machen.

A peek at the pilot version of the benchmarking application for utilities companies (screenshot: SAP)

Pilot-Version der Benchmarking Applikation für Energieversorger (Screenshot: SAP)

SAP HANA und Smart Grids

Während AMI den Versorgungsunternehmen Daten zum Energieverbrauch liefert, helfen die In-Memory-Analysen bei der praktischen Verwendung dieser Daten. Mit den Neuheiten für die Versorgungsindustrie werden zeitnahe Betriebsanalysen auf Basis der SAP In-Memory-Computing-Technologie (SAP HANA) in Kombination mit dem Release 4.0 der Business Intelligence Suite (BI) und Enterprise Information Management (EIM) Solutions möglich.

Die Einführung von intelligenten Zähleranalysen ist für Q4 2011 vorgesehen. Diese Technologie ermöglicht den Versorgungsunternehmen eine verbrauchsbezogene Erstellung und Analyse von Kundensegmenten. Daten von intelligenten Zählern könnten in Benchmarking-Anwendungen mit erweiterten Analysefähigkeiten verwendet werden, um Möglichkeiten höherer Energieeffizienz zu identifizieren. Die SAP hat gemeinsam mit Kunden aus der Versorgungsindustrie eine Pilotversion entwickelt. Derzeit werden Prototypen erstellt.

Smart Grids und SAP HANA: Schwerpunkt für Versorgungsindustrie

In den kommenden Jahren werden die Versorgungsunternehmen von einem stärkeren Zusammenspiel von Smart Grids und In-Memory-Analysen profitieren. Sie sind jetzt bereits in der Lage, ihre Smart-Grid-Abläufe mit der Smart Grid Business Platform von SAP zu verwalten. Für die Zukunft ist geplant, dass sie mit dieser Plattform Programme zur Energieffizienz, Vertriebsanalysen, In-Memory-basierte Prognosen und andere Funktionen ausführen können. Im Bereich der Versorgungsindustrie sind es die Themen Smart Grids und Analysen, in die die SAP vorrangig investiert.

Utilities companies will have to focus more on renewable energy sources (photo: Fotolia)

Energieversorger konzentrieren sich auf erneuerbare Energien. (Foto: Fotolia)

Versorgungsunternehmen als Händler

Energieversorger, die als Handelsunternehmen auftreten – zum Beispiel die Centrica in Großbritannien oder die deutsche E.ON AG – sind in den Bereichen Energieerzeugung und Energieversorgung tätig. Statt die Effizienz der eigenen Betriebe zu verbessern, automatisieren sie immer mehr Prozesse und binden Unternehmensanwendungen ein.

Die Neuerungen an der Business Suite 7 vom Dezember 2010 brachten dem Handelssegment der Branche einige Verbesserungen. Die Unternehmen verfügen nun über ein integriertes Real-Time Offer Management und haben gestraffte B2C-Vertriebsprozesse, die zum Beispiel den Verkauf von Produktpaketen erleichtern. Zu den zentralen Erweiterungen für 2011 zählen die Vor-Ort-Abrechnung und die Verwaltung von Energieeffizienzprogrammen.

Die Innovationen, die ab 2012 geplant sind, werden der Business Suite 7 für die Versorgungsbranche noch mehr kundenorientierte Funktionen bescheren. Einige dieser Neuerungen sind ein erweitertes Programm zum Kundenbindungsmanagement und ein Programm zur Analyse des optimalen Kundentarifs anhand des Verbrauchsverhaltens.

Customer-Online-Services 1.0 und 2.0

Die Energiekonsumenten von heute haben mehr Kenntnisse über Preise und Dienstleistungen der Versorgungsbranche als früher. Immer mehr Konsumenten sind bereit, den Energieanbieter zu wechseln, wenn der neue Anbieter einen günstigeren Tarif oder eine bessere Dienstleistung anbietet. Energieversorger, die Customer-Online-Services (COS) wie Online-Bezahlung von Abrechnungen und Online-Ablesungen anbieten, werden flexibler und wettbewerbsfähiger sein. Deshalb ist COS ein zentrales Thema für den Wandel innerhalb der Versorgungsindustrie.

Die SAP plant die Einführung von COS 1.0 für 2011. Diese Anwendung wird zunächst einer ausgewählten Kundengruppe als Pilotversion zur Verfügung gestellt. Aktuell wird COS 1.0 zur Verwendung mit einigen bevorzugten Kommunikationskanälen wie Mobilanwendungen, Internet und Portalapplikationen entwickelt. Die SAP plant, COS 2.0 einem größeren Markt verfügbar zu machen. Die Version 2.0 soll weitere Self-Service-Szenarios umfassen. Welche das sein werden, richtet sich nach den Anforderungen, die bis dahin an COS gestellt werden.

Energieerzeugung und Nachhaltigkeit

Es ist hilfreich, die zwei Themen Energieerzeugung und Nachhaltigkeit gemeinsam zu betrachten Schließlich nimmt der Bedarf an Energie für Haushalte, Autos und Industrie immer weiter zu, während das Angebot an fossilen Brennstoffen begrenzt ist.

Das Innovationspaket für die Business Suite 7 vom Dezember 2010 lieferte für beide Bereiche einige Verbesserungen. Fuel Supply Chain Management bietet den Energieversorgern Sicherheits- und Steuerungsmaßnahmen für die Brennstoffbeschaffung, Transportabwicklung und Bestandsführung. Mittlerweile umfasst die Lösung Sustainability Performance Management auch die Einbindung von SAP Carbon Impact und kundendefinierten KPI-Kategorien.

Auch für diese Bereiche plant die SAP Neuerungen. 2011 sollen den Versorgungsunternehmen Erweiterungen geliefert werden in den Bereichen Operational Risk Management, speicherresidente Budgetplanung für Instandhaltung und Kundenservice und SAP for Waste & Recycling – um nur einige zu nennen. Das nächste Business-Suite-Innovationspaket für 2012 und später sieht unter anderem die Abwicklung der Energieversorgungskette und die Energie- und Emissionsverwaltung vor.

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