Stammdaten-Management mit SAP HANA

18. April 2012 von Heather McIlvaine 0

Unternehmen sind bei der Ausführung wichtiger Aufgaben, die mehrere Geschäftsbereiche umspannen, von Stammdaten abhängig. Dazu zählen Kunden- und Mitarbeiterdaten, Produktlisten sowie Lieferantenprofile. Genaue Daten sind wichtig für ein effizientes Arbeiten, die Einhaltung von Richtlinien und für das Geschäftsergebnis. Doch die Erzielung einer konsistenten Sicht auf die Stammdaten ist einfacher gesagt als getan.

Wann immer ein neues System zu integrieren ist, beispielsweise nach einer Fusion, müssen Stammdaten hinzugefügt, an die Altdaten angepasst und konsolidiert werden. Selbst innerhalb eines einzelnen Unternehmens werden Informationen wie Kundendaten über diverse Geschäftsbereiche hinweg verwendet. Kleinste Unterschiede in den Datensätzen – zum Beispiel die Verwendung des Spitznamens Alex anstelle von Alexander – führen dazu, dass im System mehrere, inkonsistente Versionen desselben Datensatzes existieren und erschweren Aufgaben wie Berichterstellung und Analyse. Zusätzlich zu diesen Problemen stellen neue Technologietrends wie Cloud Computing, Big Data und Social Media weitere Hindernisse dar.

Unternehmen, die ihre Geschäftsanwendungen in der Cloud einsetzen, haben bei der Bereinigung und Konsolidierung von Daten mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen wie On-Premise-Anbieter. Darüber hinaus müssen sie sich aber auch mit der Bereitstellung ihrer Daten für die On-Premise-Welt auseinandersetzen. Hingegen bieten die riesigen Datenmengen und Informationen in den sozialen Medien die Möglichkeit, umfassendere Kundenprofile zu erstellen. Dies ist durch die Verknüpfung von Social-Media-Informationen mit Stammdaten möglich. Falls jedoch das Unternehmenssystem Duplikate von Kundendatensätzen enthält, lassen sich die Vorteile der Datenintegration nicht voll ausschöpfen.

Die Antwort auf diese Probleme ist das Stammdatenmanagement. Das ist eine Gruppe von Prozessen zur Datenerstellung, Replizierung, Aggregation, Abstimmung und Konsolidierung, mit der sich die Datenqualität gewährleisten lässt. SAP bietet den Unternehmen derzeit zwei Möglichkeiten der Stammdatenverwaltung: die Anwendung SAP Master Data Governance und die Komponente SAP NetWeaver Master Data Management (SAP NetWeaver MDM).

In Kürze wird mit SAP Master Data Services eine dritte Möglichkeit zur Verfügung stehen, die mit SAP HANA die Integration umfangreicher Kundendaten unterstützt. Diese Produkterweiterung von SAP Enterprise MDM ist für die zweite Jahreshälfte 2012 geplant.
Auf den folgenden Seiten stellen wir das neue Produkt und die Neuheiten vor, die für die vorhandenen Stammdatenmanagement-Lösungen der SAP vorgesehen sind.

Neuheiten im vorhandenen MDM-Portfolio

Das Portfolio SAP Enterprise MDM unterstützt sowohl die zentrale als auch dezentrale Stammdatenverwaltung. Manche Unternehmen möchten ihre Stammdaten zentral verwalten. In diesem Fall werden die Daten über einen einzelnen, zentralen Prozess erstellt und dann in die diversen Anwendungen der Geschäftsbereiche repliziert. So werden im gesamten Unternehmen von Anfang an genaue und konsistente Stammdaten gewährleistet. Für diese Art der Stammdatenverwaltung ist die Anwendung SAP Master Data Governance vorgesehen. Sie ist in die SAP Business Suite integriert und unterstützt die Branchenlösungen Chemie, Konsumgüter, High Tech, Öl und Gas sowie Großhandel.

In anderen Fällen ist ein Unternehmen mit einem dezentralen Ansatz besser beraten. Das heißt, die Daten werden in unterschiedlichen Systemen erstellt und dann aggregiert, abgestimmt und konsolidiert, um sicherzustellen, dass nur eine einzige Version der Stammdaten verwendet wird. Dieser Ansatz wird von Unternehmen nach einer Fusion bevorzugt, wenn Berichte und Analysen auszuführen sind, mit anderen Geschäftspartnern kooperiert werden muss oder Anwendungen in der Cloud ausgeführt werden. Die Komponente SAP NetWeaver MDM ist für die dezentrale Stammdatenverwaltung vorgesehen.

Sowohl SAP Master Data Governance als auch SAP NetWeaver MDM sind in SAP BusinessObjects Data Services und SAP BusinessObjects Information Steward integriert. Alle drei Produkte können gemeinsam mit dem Paket SAP Enterprise Master Data Management (SAP Enterprise MDM) erworben werden.

Die Innovationsstrategie der vorhandenen Enterprise-MDM-Produkte hat zwei Seiten. Einerseits strebt SAP weiterhin die Entwicklung von Stammdatenanwendungen an, die sich an die Bedürfnisse bestimmter Branchen und Geschäftsbereiche richten und die Anforderungen an Analysen, Mobilanwendungen und Cloud-Technologie erfüllen. Andererseits beabsichtigt SAP die Bereitstellung einer einzigen Plattform, die alle Bereiche und Anwendungsfälle der Stammdatenverwaltung unterstützt – von der zentralen Unternehmensführung über die Konsolidierung bis hin zu kontinuierlichen Informationen. Hier kommt SAP HANA ins Spiel. Letztendlich werden sich alle Produkte im Enterprise-MDM-Portfolio SAP HANA zunutze machen. SAP Master Data Services ist mit seiner für die zweite Jahreshälfte 2012 geplanten Freigabe der erste Schritt in diese Richtung.

Auf der nächsten Seite stellen wir Ihnen die Features und Funktionen vor.

Schneller höhere Datenqualität mit SAP HANA

Der weitere Schritt in der SAPRoadmap für das Stammdatenmanagement ist die Einführung des neuen Angebots SAP Master Data Services, das eine Kundendatenintegration (Customer Data Integration, CDI) in Echtzeit bietet. CDI ist ein Prozess, mit dem Unternehmen ein einziges, präzises, aktuelles Kundenprofil über mehrere Vertriebskanäle, Geschäftsbereiche und selbst Unternehmen erzielen und beibehalten. Da Kundendaten häufig in unterschiedlichen Anwendungssystemen abgelegt werden und umfangreiche Informationen enthalten (zum Beispiel Name, Anschrift, Einkaufshistorie, Servicehistorie, Beziehung, Risikostufe, Datenschutzeinstellungen und vieles mehr), kann die Kundendatenintegration sehr zeitaufwendig sein. Nutzt jedoch ein Unternehmen veraltete Informationen – zum Beispiel weil ein Kunde neue Kontaktdaten hat, diese im Profil aber nicht hinterlegt sind – kann das dem Ansehen des Unternehmens schaden und sich auf das Betriebsergebnis auswirken.
Deshalb stellt die echtzeitfähige Kundendatenintegration eine spannende Erweiterung des Enterprise-MDM-Portfolios der SAP dar.

Mit der In-Memory-Technologie SAP HANA kann das neue Produkt auf mehr als eine Milliarde Datensätze in Echtzeit skaliert werden. Das schließt die Integration von Daten aus allen Datenquellen ein, auch aus sozialen Medien und Big Data. Die Verfügbarkeit von SAP Master Data Services ist für die zweite Jahreshälfte 2012 vorgesehen.

Zukunftspläne für SAP HANA

Für die Zukunft ist auch die Integration der In-Memory-Technologie in die Anwendung SAP Master Data Governance geplant. In diesem Zusammenhang wird SAP HANA für eine bessere Suche und einen optimierten Abgleich eingesetzt. In Phase eins werden die Daten aus der primären ERP-Datenbank in eine HANA-Box repliziert, wo die Suche dann durchgeführt wird. Später ist die Ausführung von SAP Master Data Governance direkt auf SAP HANA vorgesehen, wodurch die Replizierung entfällt. Wenn es soweit ist, können Benutzer direkt in der Anwendung ganz neue und differenzierte Suchen durchführen sowie Echtzeit-Berichte ausführen.

In Zukunft wird SAP HANA auch in das Enterprise-MDM-Portfolio eingebunden. Angestrebt wird die Entwicklung einer neuen Plattformgeneration, die sowohl eine Schicht für die Anwendungskomponente als auch für das Stammdatenmanagement unterstützt.

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