Enterprise SOA und Netzwerke

Feature | 30. Mai 2007 von admin 0

Autor: Michael Zipf

Stephansdom, Hofburg, Staatsoper – Wien in zwei Stunden. Überall waren sie zu erblicken und an den „SAP-Badges“ zu erkennen, die um ihren Hals baumelten: SAPPHIRE-Besucher, die den Sonntag Nachmittag nutzten, um bei herrlichem Wetter einen Abstecher zu historischen Stätten und Baudenkmälern zu machen und sich auf drei erkenntnisreiche Tage in Österreichs Hauptstadt einzustimmen.

Mit rund 8000 Besuchern war die europäische SAPPHIRE zwar nur etwa halb so groß wie die Kundenmesse in Atlanta, USA, zwei Wochen zuvor. Bei rund 190 Präsentationen – 60 Prozent davon von Kunden –, etwa 100 Demo-Stationen, weiteren 100 Infoständen der Partner und ungezählten Gesprächen zwischen SAP-Mitarbeitern, Kunden, Partnern, Branchen-Experten, Journalisten und Analysten fehlt es aber nicht an inhaltlicher Tiefe rund um die aktuellen und künftigen Lösungen der SAP.

Duet als Demonstrationshilfe für Enterprise SOA

Eines der großen Themen war die Enterprise SOA, die sich nach wie vor insbesondere an große Kunden und solche, die es werden wollen, wendet. Blieben Erklärungsversuche zu Enterprise SOA in den Vorjahren noch recht abstrakt, haben es die SAP-Mitarbeiter heute erheblich einfacher. „Enterprise SOA ist inzwischen Realität, wir können tolle Demos zeigen, und Kunden in Präsentationen erläutern, wie sie die service-orientierte Architektur umsetzen“, sagt Mark Tate-Smith, an dessen Stand die Software Duet präsentiert wurde. Die von SAP und Microsoft gemeinsam entwickelte Lösung für den so genannten „Information Worker“ stieß auch in Wien auf großes Interesse: Bei allen Duet-Präsentationen mussten viele Besucher mit Stehplätzen vorlieb nehmen. „Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen“, so Tate-Smith.

Ein weiteres solches Beispiel lieferte Björn Reimers von TeliaSonera, dem führenden Telekommunikationsunternehmen in Nordeuropa und den Baltischen Staaten. „Enterprise SOA ist die Brücke zwischen IT und dem Business“, sagte Reimers und verwies darauf, wie wichtig es für den Erfolg eines solchen Projekts sei, die Unterstützung der Verantwortlichen in den Geschäftsbereichen zu bekommen. „Die Leute in der Personalverwaltung, im Finanzwesen oder auch im Einkauf müssen von Anfang an involviert sein und das Ganze mittragen“, war sein Rat an die Zuhörer.

„Business Network Transformation“ als Wachstumsgarant

Längst nämlich kaufen die Unternehmen nicht mehr nur IT-Produkte, sondern erwarten Lösungen für ihre geschäftlichen Probleme. Und diese lassen sich für SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann nicht mehr lange mit den „Produkten der Vergangenheit“ lösen. Und schon gar nicht alleine, wie Kagermann in seinem SAPPHIRE-Vortrag verdeutlichte. Enterprise SOA biete den Unternehmen die Chance, sich im Netzwerk mit anderen Partnern von der Konkurrenz abzusetzen. „Man kann in Zukunft nur noch eine Branche anführen, wenn man sich mit anderen in einem starken Ökosystem zusammentut“, so Kagermann. „Business Network Transformation“ ist deshalb für ihn die neue „Welle“, die Wachstum und dauerhaften Erfolg ermöglicht – für die SAP-Kunden wie für SAP selbst. Folgerichtig kündigte Kagermann auf der SAPPHIRE-Pressekonferenz beispielsweise eine enge Kooperation mit SunGard an, einem weltweit führenden Anbieter von Software- und Prozess-Lösungen für Finanzbranche, Bildungswesen und öffentliche Verwaltung.

Ein starkes Ökosystem ist auch für Léo Apotheker, Präsident Customer Solutions & Operations (CSO) und stellvertretender Vorstandssprecher, ein wichtiger Erfolgsgarant. In seinem Vortrag am zweiten SAPPHIRE-Tag verwies er daneben aber auch auf die richtige Ansprache und Bindung der Kunden und auf innovative Produkte und Services, die Grundlage dafür seien, dass immer mehr Unternehmen aller Größen SAP als wichtigsten Partner für langfristigen Erfolg sähen. Apotheker ergänzte: „Rund 60 Prozent der Weltwirtschaft verlassen sich bereits auf SAP. Das ist eine riesige Verantwortung, der wir gerecht werden müssen.“

Auf Prozesse konzentrieren, die Vorteile im Wettbewerb bringen

Warum Unternehmen um Business Network Transformation nicht herum kommen, erläuterte am Abschlusstag der SAPPHIRE in Wien der IT-Vordenker Geoffrey Moore, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens TCG Advisors. All die Leistungen, mit denen sich Unternehmen heutzutage nicht mehr vom Wettbewerb unterscheiden könnten, müssten in Zukunft ins Netzwerk ausgelagert werden. Nur so könnten sich die Firmen ganz auf die Prozesse und Lösungen konzentrieren, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafften und damit Wachstum erst ermöglichten, argumentierte Moore. SAP habe Mut bewiesen, als sie ihre Plattformstrategie umzusetzen begann, und er habe noch keine Plattform gesehen, „die so umfangreich ist wie die von SAP“.

Immer mehr Kunden schwenken auf diese Plattform-Strategie ein, wie die schnell steigende Zahl der Unternehmen beweist, die mit der Migration auf SAP ERP 2005 auch auf SAP NetWeaver und Enterprise SOA setzen. „Die Kunden erkennen mehr und mehr, dass sie damit agiler und flexibler werden“, sagte Erwin Gunst, Präsident CSO EMEA. Mit der SAPPHIRE in Wien war Gunst sehr zufrieden: „Wir haben nicht nur die ganze Bandbreite unseres Ökosystems zeigen können, sondern auch sehr gutes Feedback von unseren Kunden erhalten.“

Auch Presse, Analysten und die Blogger-Community setzten sich so intensiv wie nie mit Enterprise SOA und Business Network Transformation auseinander. So schrieb etwa Maggie Fox im Blog der „Social Media Group“: „SAP hat herausgefunden, dass eine einzelne Firma nicht mehr mit der Geschwindigkeit der Innovation mithalten kann. Und sie hat erkannt, dass es eine unglaubliche Erfolgschance bietet, wenn sie Firmen hilft, interne Netzwerke aufzubauen, und gleichzeitig ihr eigenes Netzwerk noch besser nutzt.“

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