Verkehr bei der Bundeswehr

Feature | 4. Januar 2011 von Andreas Schaffry / Daniel Hardt 0

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Nicht immer Oliv-Grün: Die Bundeswehr mietet auch zivile Fahrzeuge (Foto: fotolia)

Das Y auf den Kennzeichen verrät, dass der BwFuhrpark Service keine klassische Autovermietung ist. Die Bundeswehr mietet hier zivile Alltagsfahrzeuge, LKWs, Sonderfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit militärischer Sonderausstattung. Mit SAP ERP (Enterprise Resource Planning) werden die Geschäftsprozesse für das Flottenmanagement von insgesamt 26.000 Fahrzeugen durchgängig abgebildet und umgesetzt. Weitere SAP-Software sorgt für eine zusätzlich Optimierung.

SAP-Software-Paket hält Truppe mobil / Software fix – Truppe mobil

Die Dienstleistungen des Unternehmens reichen von Vermietung über Carsharing bis zu Chauffeurdiensten und dem Management von Altfahrzeugen der Bundeswehr – im In- und Ausland. Das vorherige IT-System konnte die wachsenden Anforderungen nicht mehr erfüllen. Viele Schnittstellen und unzureichend verbundene Mitarbeiter waren die Folgen einer heterogenen Struktur. 2007 startete die BwFuhrpark Service unter dem Projektnamen „HELIOS” daher die Neuausrichtung ihrer IT auf Basis von SAP-Anwendungen.

Um das Projekt in Eigenregie durchzuführen, reichten die internen Ressourcen jedoch nicht aus. Deshalb suchte BwFuhrpark Service Unterstützung durch externe IT-Dienstleister. Die Wahl fiel auf ein mittelständisches Konsortium. Dieses setzt sich unter anderem aus den Firmen weisser + böhle Consulting (SAP ERP, SRM), basycs (SAP-Basis), Mieschke Hofmann und Partner (SAP DBM), eXXcellent solutions (DSW), und iProCon (SAP ERP HCM, HCM-Portal)  zusammen.

Ziel war der Aufbau einer integrierten und hochverfügbaren IT- und Prozessplattform, die unternehmensweit Geschäftsabläufe vernetzt und automatisiert. Zugleich sollten so wichtige Voraussetzungen für eine bessere Zusammenarbeit mit der Bundeswehr geschaffen werden, die ebenfalls ein umfassendes SAP-Projekt durchführte.

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Software läuft - Bundeswehr fährt (Foto: BwFuhrpark)

Weniger Arbeit, weniger Kosten

Zunächst implementierte BwFuhrpark SAP ERP für Geschäftsprozesse in der Finanzbuchhaltung, im Controlling und in der Materialwirtschaft. Die Personaldaten der Angestellten und der rund 1.800 von der Bundeswehr gestellten Mitarbeiter werden mit dem separat installierten SAP ERP HCM (Human Capital Management) verwaltet.

In bestimmten Bereichen erweitern integrierte SAP-Add-Ons die ERP-Standardfunktionen. 200.000 Eingangsrechnungen werden mittlerweile in einem automatisierten, elektronischen Arbeitsfluss bearbeitet. Die Zahl der Arbeitsschritte sank dabei von 24 auf 6, Rechnungen werden schneller bearbeitet, Prozesskosten wurden gesenkt.

Einkauf über SRM und NetWeaver PI

Seit Juli 2010 erfolgt die dezentrale Beschaffung aus Rahmenverträgen über SAP SRM (Supplier Relationship Management). Ziel ist es, auf diese Weise Leistungs- und Einsparpotenziale im Einkauf zu erschließen. Die Lieferanten wurden über die SAP-Anwendung für Prozessintegration – SAP NetWeaver PI – integriert.

Zudem sorgt der NetWeaver PI für die Verknüpfung der SAP-Software mit der Java-basierten Individualentwicklung DSW. Mit dieser führt BwFuhrpark Service kundenspezifische Abläufe bei der Fahrzeugdisposition und Vermietung wie auch deren Faktura und die Reklamationsbearbeitung durch. Die individuell angepasste Branchenlösung SAP Dealer Business Management (SAP DBM) unterstützt hingegen die Prozesse der Fahrzeug-Beschaffung und -Zulassung sowie das Fristenmanagement.

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(Foto: BwFuhrpark)

Fahrzeug-Beschaffung und -Zulassung mit SAP Dealer Business Management (Foto: BwFuhrpark)

Service und Support: Solution Manager

Um die einzelnen SAP-Implementierungsprojekte zügig durchführen zu können, setzt das Projektmanagement beim Mobilitätsdienstleister den SAP Solution Manager als zentrale Service- und Support-Plattform ein. Darin werden alle im Rahmen des Einführungsprojekts durchgeführten Änderungen in den SAP-Systemen dokumentiert. Störungen und Fehler können so umgehend ausgewertet und behoben werden.

Die IT-Leitung überwacht mit dem Produkt zudem die Geschäftsprozesse im Produktivbetrieb und analysiert Informationen zur weiteren Prozessoptimierung und Kostenreduzierung.

Hohe Verfügbarkeit, wenig Energie

Die reibungslose Abwicklung der operativen Geschäftsprozesse und eine hohe Qualität bei kundenorientierten Dienstleistungen garantiert ein Hochverfügbarkeitsszenario. Darin ist jedes produktive SAP-System mit mindestens zwei Applikationsservern ausgestattet. Alle wichtigen Software- und Hardware-Komponenten sind – basierend auf Microsoft Cluster Service – redundant ausgelegt.

Zugleich verwirklichte das Unternehmen in Eigenregie ein intelligentes Virtualisierungs-Konzept für die SAP-Entwicklungs- und Testsysteme. Das Rechenzentrum kommt daher wenigen physischen Servern aus, was gleichzeitig zu mehr Energieeffizienz führt.

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