Vorschau SAP Business Suite

Feature | 12. März 2012 von Christiane Stagge 0

Die Business Suite ist das Gesamt-Softwarepaket für Konzerne und Großunternehmen. Sie umfasst alle wesentlichen Geschäftsprozesse wie Finanzwesen, Fertigung, Beschaffung, Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb, Service, Personalwesen, Logistikabwicklung und IT-Management.

Die Business Suite besteht aus den Kernanwendungen:

  • SAP ERP 6.0
  • SAP PLM 7.0
  • SAP CRM 7.0
  • SAP SCM 7.0
  • SAP SRM 7.0

Konzerne und große Unternehmen exportieren ihre Produkte weltweit. Oftmals verfügen sie über ein großes Netzwerk an Zulieferern und Tochterfilialen. Die Business Suite ist in sämtlichen Sprachen verfügbar und unterstützt die gängigen gesetzlichen Standards und Compliance-Anforderungen. Über spezielle Schnittstellen können auch Filialen angebunden werden, so dass sämtliche Unternehmenseinheiten die Software zur Verfügung haben.

Bei all den neuen Apps und OnDemand-Anwendungen, die SAP in der vergangenen Zeit herausgebracht hat, hatten schon viele Kunden die Befürchtung, der Konzern würde sich nach und nach von der Business Suite verabschieden. Im Oktober 2011 räumte Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe auf dem DSAG-Jahreskongress mit diesem Vorurteil auf: Die Business Suite bleibt als onPremise-Anwendung weiterhin fester Bestandteil innerhalb der SAP-Produktstrategie.

In seiner Keynote verlängerte Snabe nicht nur den Wartungsvertrag der Business Suite bis 2020, er versprach auch neue Funktionen und Verbesserungen nach dem Motto „Innovations without Disruptions“. Dabei können Kunden Enhancements und kleine Verbesserungspakete einmal pro Quartal einspielen und haben zusätzlich eine langfristige Planungssicherheit.

Wir haben uns diese Verbesserungen und neuen Funktionen einmal genauer angeschaut.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten:

Mit SAP Travel OnDemand lassen sich Reisekosten unterwegs abrechnen. (Foto: Fotolia)

Business Suite Innovations: Neue Funktionen und Verbesserungen

Die Verbesserungen betreffen die einzelnen Funktionen, Bedienung, Technologien und Geschäftsszenarien.

Zunächst zu den einzelnen Funktionen und Szenarien: Im Supply Management können Anwender künftig die Leistung ihrer Lieferanten innerhalb ihres Partnernetzwerks analysieren und besser überwachen. Marketing-Mitarbeiter profitieren von einem neuen User Interface: Zielgruppen und Kunden sind nun übersichtlicher nach Segmenten dargestellt, was insbesondere bei Marketingkampagnen von Vorteil ist. Mit dem neuen UI können größere Datenvolumina besser dargestellt werden. Das Marketingbudget wird ebenfalls optimierter dargestellt.

Auch SAP Enterprise Asset Management erhält ein neues User Interface. Dadurch können Wartungsmitarbeiter auf neue Funktionen fürs Risikomanagement zugreifen.

SAP Travel Management kommt neu zur Business Suite hinzu. Diese Anwendung ist für die Reiseplanung- und Reisekostenabrechnung gedacht.

Weiterhin erhalten Mitarbeiter aus der Finanzabteilung durch Sidepanels eine bessere Übersicht sowie neue Analysefunktionen. Die Stammdaten-Governance verfolgt und dokumentiert nun Änderungen. Ein Shared Service Framework zentralisiert zudem die administrativen Funktionen bei Finanz- und Personalabteilungen. HR-Mitarbeiter profitieren außerdem von der rationellen Vergütungsplanung.

ERP-Nutzer erhalten verbesserte Funktionen für die Kostenplanung. Nutzer des Beschaffungsmanagement können durch erweiterte Features für die Servicebeschaffung die Kosten externer Dienstleister effektiver steuern. Produktentwickler haben die Möglichkeit, Konstruktions- und Produktionsstrukturen in die Fertigungsprozesse einzubringen. Logistikabteilungen können Streckenaufträge besser planen sowie Prognosen über Transportdauer und Lieferantenkapazitäten angeben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Innovationen unter SAP HANA

Datenauswertung in Echtzeit mit SAP HANA. (Foto: Fotolia)

Innovationen unter SAP HANA

Auch neue Technologien werden die Business Suite bereichern. Damit ist vor allem die SAP HANA-Datenbank gemeint, die Analysen und Reportings beschleunigt. Die SAP HANA-DB unterstützt OLTP und OLAP-Analysen. Auf der Grundlage des vorliegenden SDKs haben Nutzer zudem die Möglichkeit, eigene Analyseprozesse und –funktionen zu definieren. Dies betrifft vor allem die operative Berichterstellung in SAP ERP.

Mit der SAP HANA-DB ist es möglich, große Datenmengen zu verarbeiten. Davon profitiert vor allem die Anwendung Smart Meter Analytics, womit Energiekonzerne das Verbrauchsverhalten ihrer Kunden untersuchen können.

Als Datenauswertungs-Beschleuniger kommt SAP HANA beim CO-PA-Accelerator zum Einsatz. Das kommt vor allem den Anwendungen rund ums Hauptbuch zu gute sowie dem Material Ledger und der Kostenstelle für die Produktkostenanalyse.

Dank SAP HANA entstehen auch neue Anwendungen, die das Prinzip der In-Memory-Technologie nutzen. Dazu gehört beispielsweise SAP Trade Promotion Management, das dem Liquiditätsrisikomanagement und der strategische Personaleinsatzplanung dient.

Die beiden Programme für den Mittelstand SAP Business One und SAP Business All-in-One basieren schon jetzt auf SAP HANA. Künftig sollen auch andere Anwendungen wie SAP ERP und die gesamte Business Suite auf der HANA-DB laufen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Roadmap Business Suite

Roadmap Business Suite

Heute sieht das gängige Modell wie folgt aus: Die Business Suite basiert auf einer  Datenbank und der Technologieplattform SAP NetWeaver 7.03. Daneben bestehen weitere mobile und cloudbasierte Anwendungen, die an die Suite angebunden sind. Die Business Suite deckt das vollständige Branchenportfolio ab und bietet daneben Integrationsmöglichkeiten für weitere Geschäftsszenarien. Über das Feature „Customer Connection“ haben Kunden die Möglichkeit, Vorschläge für Verbesserungen und neue Funktionen zu machen.

In Stufe 1 kommen weitere Funktionen und Analyse-Features hinzu. Die Suite läuft auf der SAP HANA DB, was die Datenauswertung beschleunigt und zusätzliche Analysen ermöglicht. Auch neue mobile Anwendungen sind geplant.

In Stufe 2 läuft die Business Suite auf einer nativen SAP HANA-DB-Anwendung. Analysen und andere native Anwendungen sind dabei integriert.

Weitere Informationen zur Business Suite Roadmap finden Sie hier.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Bedienung und Implementierung

Bedienung

Zusätzliche Weiterentwicklung betreffen die Customer Connection, gesetzlichen Anforderungen und die Benutzerführung: SAP unterscheidet nun zwischen Gelegenheitsanwendern und professionellen Nutzern. Gelegenheitsanwender sollen vor allem durch die Unterstützung von HTML 5 profitieren: Durch den modernen Webstandard sind flexible Einstiegsseiten möglich. Die Webbrowseroberfläche passt sich dynamisch an das jeweilige Display an, auf dem die Anwendung angezeigt wird. Für Profianwender sind die Sidepanels gedacht, in denen Kontextinformationen übersichtlich dargestellt werden. Die Integration von Social-Media- und BusinessObjects-Anwendungen ist ebenfalls geplant. Durch den Kauf der Firma Right Hemisphere sind nun auch 3D-Visualisierungen möglich.

SAP plant, die vorhandenen Geschäftsprozesse weiterzuentwickeln und vierteljährlich neue Funktionen zur Verfügung zu stellen. Das betrifft branchenspezifische Funktionen sowie gesetzliche Anforderungen, wie beispielsweise IFRS.

Zu den verbesserten Funktionen zählen eine bedarfsorientierte Logistikkette und das Commodity Management, Demand Signal Repository für den Einzelhandel und Transactional Banking.

Implementierung

Neue Funktionen können entweder als Hinweise, Support Packages oder Enhancement Packages (EHP) oder Side-by-Side eingespielt werden, wobei eine ausgewählte Lösung als Add-on installiert wird.

Die Support Packages enthalten Korrekturen, gesetzliche Änderungen und funktionale Erweiterungen. Sie müssen selektiv aktiviert werden und sind konsistent mit den EHPs. Das Einspielen soll recht einfach sein.

Bei der Side-by-Side-Einführung als Add-ons werden neue Funktionen unabhängig von Enhancement- oder Support Packages eingeführt. Sie müssen explizit aktiviert werden. Das Coding für die Aktivierung wird über die Support Packages geliefert.  Side-by-Side-Einführungen per Add-ons betreffen nicht nur die Software. Sie sind auch auf bestimmte Technologien anwendbar wie SAP HANA und SAP NetWeaver. Bei einem Add-on handelt es sich meist um eine branchenspezifische Erweiterung oder mobile Anwendung. Die Integration erfolgt über Schnittstellen oder Erweiterungen im Support Package.

Durch Rapid Deployment Solutions (RDS) kann die Implementierungszeit wesentlich verkürzt werden. Dabei handelt es sich um vorkonfigurierte Anwendungen, die alle wesentlichen Geschäftsprozesse abbilden und innerhalb kürzester Zeit eingespielt werden können, ohne den Betriebsablauf wesentlich zu unterbrechen. Der Solution Manager unterstützt Administratoren dabei, Anwendungen innerhalb der Suite zu verwalten und die Gesamtkosten zu überwachen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Cloud und Mobile

Cloud und Mobile

Tochtergesellschaften lassen sich entweder direkt an die Business Suite anbinden oder aber über OnDemand-Szenarien wie aus der SAP Business ByDesign oder anderen OnDemand-Lösungen wie Sales OnDemand oder Talentmanagement. Dabei wird  sowohl der Stammdaten- als auch Prozessdatenfluss zwischen der onPremise- und der onDemand-Lösung gewährleistet. Auch Kollaborationssoftware wie SAP StreamWork und von B2B-Netzwerkanbietern wie Crossgate können integriert werden.

Auf der Grundlage eines SDKs können Partner Applikationen für die Business Suite erstellen und diese anschließend im SAP STORE zur Verfügung stellen. Das SDK ermöglicht die Entwicklung von Unternehmensanwendungen. Hierbei handelt es sich um einen containerbasierten Ansatz, der mehrere Betriebssysteme unterstützt und allen Partnern die gleiche Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Mit dem mitgelieferten SDK können Kunden und Partner außerdem mobile Anwendungen für die Business Suite programmieren. Mit den mobilen Applikationen haben Nutzer unterwegs Zugriff auf ausgewählte Daten der Business Suite. Gateway und Reverse Proxy sind dabei integriert. Mit Afaria lassen sich sämtliche Geräte verwalten und managen.

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