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Eine neue Ethik für das Internet der Dinge

Blog | 13. August 2015 von Derek Klobucher 0

Warum es so wichtig ist, jetzt die Regeln für ethisches Verhalten im Internet der Dinge festzulegen – solange wir das Steuer noch in der Hand haben.

Andy Greenberg war mit Tempo 110 in seinem vernetzten Auto unterwegs, als plötzlich eiskalte Luft aus den Luftdüsen blies, Hip Hop aus dem Radio schallte und Wischwasser auf die Frontscheibe sprühte. Er selbst hatte keinen Bedienhebel angefasst – er wurde gehackt.

„Während zwei Hacker mit meiner Klimaanlage, meinem Radio und meinen Scheibenwischer herumspielten, schaffte ich es zum Glück, einen kühlen Kopf zu bewahren“, erklärte Greenberg danach auf WIRED.com. „Dann gaben sie die Kontrolle wieder ab.“

Es kann durchaus nützlich sein, Autos, medizinische Instrumente und andere Geräte mit dem Internet zu verbinden, zum Beispiel wenn Menschenleben und Systeme in Gefahr sind und Einsatzkräfte oder Fachleute benachrichtigt werden müssen. Doch Sicherheitsverletzungen wie im Fall von Greenberg zeigen deutlich, dass wir über den aktuellen Hype hinaus an die weitreichenden Folgen des Internets der Dinge (IoT) nachdenken müssen.

Machbar – aber sinnvoll?

„Die ethischen Bedenken kommen häufig viel zu spät“, sagte Josh Oakhurst, Chief Security Officer von Skookum Digital Works letzte Woche in The Denver Post. „Wir sollten genauer darüber nachdenken, was miteinander vernetzt werden sollte und welche Daten wir aus unserem täglichen Leben übertragen wollen.“

Nicht jedes tragbare Objekt müsse mit anderen Geräten kommunizieren, schrieb The Denver Post. Außerdem würden Anwender nicht immer die zahlreichen Sicherheitslösungen nutzen, die bereits für IoT-Geräte zur Verfügung stehen. Der Datenschutz spiele eine große Rolle im Zusammenhang mit tragbaren Geräten, die persönliche Daten erfassen.

Eine verletzte Trainerin habe beispielsweise in einem Gerichtsverfahren anhand von Fitbit-Daten nachweisen können, dass sie tatsächlich körperlich eingeschränkt ist, so The Denver Post. „Es könnte aber auch andersherum laufen.“

Die Regeln machen wir

Doch selbst wenn wir ausschließlich die positive Seite betrachten, muss uns klar sein, dass Geräte unsere persönlichen Daten verwerten. Sie könnten voraussagen, wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten werden, sie könnten beurteilen, ob wir verletzt sind oder nicht, oder sie könnten uns einfach nur empfehlen, einen Regenschirm mit aus dem Haus zu nehmen, erklärte Informatik-Professor Peter McOwan letztes Jahr.

Es ist also nicht damit getan, die Möglichkeiten der Geräte zu begrenzen. „Intelligente Geräte müssen auch in der Lage sein, die Regeln zu verstehen, damit wir so natürlich wie möglich mit ihnen interagieren können“, so McOwan. „Wenn ein Gerät einmal in der Lage ist, neben seiner eigentlichen Funktion auch Meinungen zu äußern oder konkrete Maßnahmen einzuleiten, werden wir ein anderes Verhältnis zu ihm entwickeln.“

Greenberg war bei dem Hacker-Angriff auf sein Auto von vornherein im Bilde. Doch der Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, jetzt die Regeln für ethisches Verhalten im Internet der Dinge festzulegen – solange wir das Steuer noch in der Hand haben.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

Folgen Sie Derek auf Twitter: @DKlobucher

 

Bildquelle: Shutterstock

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