Filesharer kaufen mehr

31. Oktober 2012 von Sebastian Nikoloff 0

Foto: iStockphoto.com

Klar ist: Daten mit anderen zu teilen, ist illegal. Und gesellschaftlich dennoch weitgehend akzeptiert. Am Versuch, eine funktionierende Strategie zu entwerfen, beißen sich die Musik- und Filmvertreiber vergeblich die Zähne aus.

Filesharer haben in der Regel mehr Musikstücke, Filme oder E-Books auf dem Rechner als Nicht-Filesharer. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommen zwei Studien aus den USA und den Niederlanden. Überraschender hingegen: Sie geben auch mehr Geld für Musik und Co. aus als der Rest der Bevölkerung.

Filesharer kaufen mehr Musik

Die Befunde sind eindeutig. So sagt die US-amerikanische Studie von der Columbia University, dass Filesharer durchschnittlich 1.979 Musikstücke auf dem Rechner haben – davon 760 gekauft (38%), der Rest aus freien Downloads oder von Freunden und Familie. Die Nicht-Filesharer haben 1.266 Musikdateien auf der Platte, wovon 582 (46%) gekauft sind. Unterm Strich kaufen Filesharer also 30 Prozent mehr Musik legal als Nicht-Filesharer.

Die Forscher der Universitäten Amsterdam und Tilburg kommen zu vergleichbaren Zahlen, gehen in ihren Analysen jedoch noch einen Schritt weiter. Sie wollten wissen: Kaufen Filesharer eher Musik oder Filme legal als der Rest der Bevölkerung?

Ihr Ergebnis ist klar: Bei Usern, die sich Filme oder TV-Serien illegal herunterladen, ist es wahrscheinlicher, dass sie für Filme und Serien auch Geld ausgeben. Für die niederländischen Forscher liegt der Grund auf der Hand: Film- und Musikliebhaber nutzen alle Kanäle – ob legal oder illegal – intensiv. Für sie sei die Grenze zwischen legalen und illegalen Quellen weit weniger relevant als die Frage, wie bequem sie an die Ware kommen.

Dazu passt die Erkenntnis, dass Filesharer auf Konzerten mehr Geld für Fanartikel ausgeben und öfter an der Kinokasse stehen. Ganz legal.

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