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Finanzplanung: Schneller in volatilen Märkten reagieren

27. August 2015 von Andreas Schmitz 0

Immer flexiblere Planungen, vorausschauende Analysen, präzise Entscheidungsunterstützung: Das sind die Ziele der neuen Generation von Planungstools fürs Finanzwesen.

Planungsprozesse dauern zu lange, schlucken zu viele Ressourcen und die Ergebnisse sind nicht zufriedenstellend: Lediglich die „Best-in-Class“-Unternehmen, fand die Unternehmensberatung Aberdeen im vergangenen Jahr in einer Studie heraus, sind in der Lage, treffsicherere Kosten- und Umsatzvorhersagen zu machen. Gerade einmal um drei bzw. vier Prozent wichen die tatsächlichen Kosten bzw. der aktuelle Umsatz von den Erwartungen ab. Bei anderen Unternehmen lagen diese Prognosen teilweise um mehr als ein Drittel neben den Planwerten. Für Michael Kappes ist das kein Wunder. „Oft legt die Geschäftsführung die Zielgrößen alleine auf Basis von Vorjahresergebnissen fest, ohne Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren und ohne, dass die dezentralen Bereiche eine Herleitung erkennen können“, sagt der Principal im Beratungshaus Horváth & Partners.

Aberdeen: Präzisere und flexiblere Analysen nötig

Dabei ist längst klar, dass immer schnellere und flexiblere Analysen nötig sein werden, um künftig im Wettbewerb bestehen zu können. Nicht zuletzt deshalb raten die Analysten von Aberdeen Unternehmen unter anderem:

  • über vorausschauende Analysen und den Einsatz von In-Memory-Technologie Veränderungen im Geschäftsverlauf schnell erkennen und darauf reagieren zu können
  • zu gewährleisten, dass die eingesetzte Software den modernen Ansprüchen gerecht wird, egal ob auf Cloud- oder On-Premise-Basis
  • über präzisere Informationen dem Management bessere Entscheidungen zu ermöglichen

Prognose für Finanzentwicklung: Über Treibermodelle wichtige Einflussfaktoren identifizieren

Allerdings hilft das beste IT-Instrument erst dann, wenn vorher geklärt ist, was es leisten soll. Um jene Einflussfaktoren identifizieren zu können, die für das Geschäft die entscheidende Rolle spielen, entwickeln Unternehmen so genannte Treibermodelle. Verkaufsmargen, Bruttoinlandsprodukt, Wechselkurse: Welche betriebswirtschaftlichen Faktoren sind es, die entscheidend sein werden für die Entwicklung des Geschäfts? Danach kommt die IT ins Spiel, „um etwa Szenarien zu simulieren oder Zielwerte für die Budgetierung automatisiert herunterzubrechen und zu detaillieren“, wie Kappes erläutert.

Horváth & Partners: Nur die Hälfte der Unternehmen haben professionelle IT-Tools für die Finanzplanung im Einsatz

Nach Angaben von Horváth & Partners haben derzeit nur etwa die Hälfte der Unternehmen professionelle IT-Tools wie etwa das SAP-Tool SAP Business Planning & Consolidation (SAP BPC) oder SAP Cloud for Planning im Einsatz. Diese professionellen Planungstools zeichnen sich durch eine integrierte Datenbank aus und durch Funktionalitäten wie etwa Verteilalgorithmen oder eine Workflowengine. Die anderen Unternehmen behelfen sich weiterhin mit „Bordmitteln“ à la Microsoft Excel und Access.

Top-Down-Vergleiche, Bottom-up-Aggregation, operatives Controlling, Best- und Worst-Case-Szenarien auf Basis von historischen Werten: Moderne Lösungen bieten jene Präzisierung von Informationen, die in den Führungsetagen heute benötigt werden. „Solche Tools sind ein Hebel, um die wesentlichen Treiber im Unternehmen fest zu verankern“, ist sich Kappes sicher. Er geht davon aus, dass es die Treibermodelle nur deshalb so schnell in den Planungsalltag vieler Unternehmen geschafft haben, weil nun professionelle Tools da sind, die sehr schnell Szenarien und Simulationen auf dessen Basis entwickeln können. Nach Erfahrung von Horváth & Partners dauern Implementierungen professioneller Planungstools „nicht selten“ bis zu einem Jahr, in Einzelfällen auch länger.

Hier bieten Cloud-Anwendungen Vorteile. „Unsere Cloud-Lösung kann sofort genutzt werden, ist webbasiert, zudem sind Business Intelligence- und Planungsfunktionalitäten möglich“, erläutert Thorsten Jopp (37), verantwortlich für das globale Business Development „Finanzplanung“ zum neuen Produkt SAP Cloud for Planning.

Cloud-Lösung SAP Cloud for Planning als Satellit für SAP BPC

So könne SAP Cloud for Planning sehr gut ergänzend zu SAP BPC genutzt werden, die für die zentrale Planung eingesetzt wird, ist Jopp überzeugt: So macht SAP Cloud for Planning etwa dann Sinn, wenn in der Konzernzentrale SAP BPC eingesetzt wird, Tochtergesellschaften oder spezielle Einzelgesellschaften die Cloud-Lösung einsetzen und damit ihre Planungsprozesse etwa nicht mehr in Excel absolvieren.

SAP Cloud for Planning als Satellit einzusetzen, der um SAP BPC kreist, ist eines der Einsatzszenarien, obwohl SAP Cloud for Planning – so SAP-Mann Jopp – auch dafür gedacht ist, für sich alleine zu stehen. Vielfach ist eine standardisierte Planungslösung im Einsatz effizienter, denn nicht alle Sonderwünsche beim Kunden sind geschäftlich relevant. „Manchmal geht es in den Unternehmen eher darum, Einzelwünsche wie etwa besondere grafische Darstellungsformen des Vorstands umzusetzen, als sich auf die wesentlichen Funktionen zu konzentrieren“, so Jopps Plädoyer für eine schlanke Finanzplanung in der Cloud.

Die 17. Planungskonferenz von Horváth & Partners am 3. Dezember 2015 in Köln beschäftigt sich mit Themen rund um die Finanzplanung und ist die größte derartige Veranstaltung im deutschsprachigen Raum. Hier geht es zur Agenda und Anmeldung.

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