Flexible Lieferlogistik sichert Wachstum bei Durable

Feature | 19. August 2008 von admin 0

Durable Stapler-Terminal mit angeschlossenem Scanner Foto: Durable

Der Markt rund um Büroartikel ist in Deutschland rückläufig und daher heiß umkämpft. Innovative Produkte sind ebenso gefragt wie kurze Lieferzeiten: „Das A und O in unserem Geschäft ist die schnelle Lieferung. Was bis mittags zwölf Uhr bestellt wird, ist am nächsten Tag beim Kunden”, betont Jürgen Schulte, Leiter der Informationstechnik (ITK/ORG) des Büroartikelherstellers Durable.

Der weltweit führende Hersteller von Büroorganisations- und Präsentationsmitteln hat es durch eine sehr gute Vertriebs- und Lieferlogistik geschafft, regelmäßig Wachstum zu erwirtschaften. Einen großen Anteil am Erfolg trägt die effiziente IT- und Fachabteilungsorganisation bei Durable.

Herausforderung Internationalisierung

Das stetige Wachstum des Familienunternehmens aus Iserlohn konnte in den 90er Jahren noch überwiegend durch eine IT-gestützte Finanzbuchhaltung bewältigt werden. Doch die Lösung stieß an ihre Grenzen, funktional wie geografisch. „Die zunehmend internationale Ausrichtung unseres Unternehmens hin zu weit entfernten Märkten wie Russland, Asien und Australien erforderte schließlich eine moderne und vor allem global zukunftssichere ERP-Lösung, die alle Geschäftsprozesse besser unterstützt und auch für unsere komplexe Lagerlogistik flexibel und offen genug ist,” so Schulte.

In drei Stufen zu SAP

Die Wahl fiel auf eine integrierte SAP-Lösung, die zusammen mit der SAP-Tochter Steeb Anwendungssysteme implementiert wurde. Unterstützt wurde Steeb durch seinen Partner Gambit Consulting. Das Einführungsprojekt umfasste drei Phasen und dauerte von Anfang des Jahres 2005 bis Mitte des Jahres 2007. Die Devise des Projektes war: Erst einmal die Standards einführen.

1. Analyse und Planung

In der ersten Planungsphase wurde innerhalb von drei Monaten das Gesamtkonzept erstellt, in dem vor allem die durch SAP zu unterstützenden Geschäftsprozesse genau analysiert wurden. “Wir hatten zwar viele Standardabläufe, wie in jeder Firma gab es aber auch bei Durable Besonderheiten wie die Preisfindung im Vertrieb oder unsere flexible Lagerabwicklung, an welche die Software später angepasst werden musste”, erklärt Schulte.

2. Implementierung der Standards

Da Durable zunächst alle gängigen Anwendungen realisieren wollte, folgte in Phase II das Customizing der SAP ERP-Basismodule für das Finanzwesen (FI), das Controlling (CO), die Materialwirtschaft (MM) und die Produktionsplanung (PP) inklusive der Schnittstellen zu den Altsystemen im Lager und im Vertrieb. Zunächst wurden nur diese beiden Bereiche mit SAP verbunden, weil Durable das System ein Jahr lang kennen lernen wollte. Die Einführung der ersten Module dauerte neun Monate.

3. Anpassung und Programmierung

Der Startschuss zur spannenden Projektphase III fiel im Jahr 2006 und wurde zum 1. Mai 2007 abgeschlossen: Die Anpassung, Programmierung und letztlich Inbetriebnahme der SAP ERP-Module für Vertrieb und Lagermanagement, wobei die Integration der mobilen Datenerfassungsgeräte (MDE) für die geschäftskritischen Prozesse rund um die Lieferung die wichtigste Rolle spielte.

Obwohl die Lagerabwicklung mit mobilen Transaktionen in SAP gerade im Mittelstand eher selten genutzt wird, hat Durable auch hier auf die SAP-Software gesetzt, die allerdings verschiedene Anpassungen durch Eigenentwicklungen erforderte. Diese wurden aber im eigenen Namensraum durchgeführt, so dass die Release-Fähigkeit von SAP erhalten bleibt.

In umfangreichen Testszenarien prüfte das Team aus Steeb/Gambit und Durable die Leistungsfähigkeit des neuen Systems, um den Kunden auch weiterhin die gewohnt schnelle Lieferung gewährleisten zu können. An mehreren Wochenenden wurde die komplette Auftragslast eines Tages simuliert, vom Wareneingang über die Kommissionierung aus den Regalen bis hin zur Verpackung.

Ein System, viele Vorteile

Durch die Kombination aus SAP-Standard- und Eigen-Entwicklungen konnte Durable seine gesamte Lieferlogistik optimieren und den Lieferservice zum Kunden hin auf hohem Niveau halten. Die Vorteile auf einen Blick:

  • Integration aller Prozesse in einem System, in dem die Daten transparent und schnell verfügbar sind.
  • Bessere Informationen, welche Produkte wann und wie schnell an welchen Standorten gebraucht werden.
  • Kurzfristige Abbildung neuer Niederlassungen oder Lagerstandorte über SAP in einem System.
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit auf Kundenwünsche.
  • Flexibler Eingriff in Prozessketten.
  • Verbesserte Nutzerführung durch Migration von ASCII-Oberfläche auf eine moderne grafische Oberfläche.

“Durch die reibungsloseren und damit verbesserten Geschäftsprozesse machen wir mit gleicher Mannschaft deutlich mehr Umsatz“, bestätigt Schulte.

Ausblick

Zufrieden. Durable plant, auf das aktuellste Release von SAP ERP umzustellen und weitere Funktionalitäten einzubinden. Dazu sollen unter anderem die SAP Business Intelligence-Lösung sowie SAP Supply Chain Management (SAP SCM) für die Absatzplanung implementiert werden. Ferner sind ein CRM-System und ein Portal für die Einbindung aller dieser Lösungen geplant. In der Logistik stehen zudem Projekte zu den Themen RFID und Pick by Voice an.

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