Französische Anwender bleiben charmant

Feature | 4. November 2008 von Hans-Josef Jeanrond 0

Ausgesprochen freundlich war der Empfang für SAP-Vorstandssprecher Léo Apotheker und Hervé Couturier, Executive Vice President, Product Group, Business Objects und Leiter der SAP NetWeaver-Entwicklungseinheiten der SAP AG. Vor allem die „Rückkehr“ des ehemaligen SAP-Frankreich-Chefs Apotheker wurde von Kunden und Partnern beklatscht. Zur Verstärkung der „Frankophonie“ waren ferner zwei Vertreter aus Quebec nach Tours gereist, darunter Sylvie Gauthier von den französischsprachigen Mitgliedern der Americas’ SAP Users’ Group (ASUG).

Thema: Enterprise Support

Die erwartete und angekündigte Kontroverse über den SAP Enterprise Support fand kaum statt, obwohl ein kämpferischer Léo Apotheker die Anwesenden zur Diskussion aufforderte. Dass auf der USF-Jahrestagung eine eher abwartende Stimmung herrschte, lag unter anderem daran, dass die umfassende Umfrage zum Thema Enterprise Support des internationalen Netzwerks der Anwendergruppen (SUGEN) noch nicht abschließend ausgewertet ist.

Dabei machten die Gespräche mit den USF-Vertretern und dem Vorsitzenden der Business-Objects-Anwendergruppe deutlich: Die Diskussionen werden sich auch künftig weniger um die Höhe der Gebühren für den Enterprise Support drehen als um die konkret angebotenen Leistungen. In Frankreich wird dabei um einen französischsprachigen Support gerungen.

Hauptthema: Business Intelligence

Der USF-Kongress widmete sich in diesem Jahr zentral dem Thema Business Intelligence (BI). Dabei nahm die Fusion der Produktangebote von SAP und Business Objects einigen Raum ein – erfreulicherweise für SAP und alle Anwesenden ohne jegliche Kontroverse. Die Anwender begrüßten klare Entscheidungen des SAP-Managements und erwarten deren Umsetzung in der angekündigten Roadmap.

Die Arbeitsgruppe BI legte ein druckfrisches White Paper zum Thema BI und zum neuen gemeinsamem Produktspektrum von SAP und Business Objects vor. Untertitel: Wahlmöglichkeiten zur Wertsteigerung von Business Intelligence und Anwendungen zur Entscheidungsunterstützung.

Zwei der Hauptredner behandelten das Thema Entscheidungsfindung aus ökonomischer und aus philosophischer Sicht. Daniel Cohen, Professor an der französischen Eliteschule Ecole Normale Supérieure, betrachtete dabei wirtschaftliche Entscheidungen vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise. Bruno Jarosson, der an der Ingenieurschule SUPELEC Philosophie der Wissenschaften unterrichtet, untersuchte in seinem Vortrag „das Irrationale in der Entscheidungsfindung“.

In 70 Arbeitssitzungen an zwei Nachmittagen standen für die 900 Teilnehmer dann konkrete Erfahrungen aus Anwenderprojekten und pragmatische Empfehlungen unter Kollegen im Vordergrund.

Zusammenarbeit mit der Business-Objects-Anwendergruppe

Jean Leroux, USF-Präsident


Olivier Le Moing, Vorsitzender der französischen Business-Objects-
Anwendergruppe, diskutierte die Zusammenarbeit und die eventuelle Fusion der beiden User Groups. Er und USF-Präsident Jean Leroux wollen zunächst dafür sorgen, dass sich beide Gruppen besser kennen lernen. Eine Zusammenarbeit soll es vor allem in nutzbringenden Bereichen für die Mitglieder geben. In ein paar Jahren werde dann auf der Basis der gesammelten Erfahrungen über eine Fusion der beiden Anwendergruppen entschieden.

Sich gegenseitig unterstützen und einen messbaren Gewinn verbuchen – diese Kriterien kennzeichnen auch die Zusammenarbeit zwischen SAP und der USF. Heute kennt SAP die Anforderungen der französischen Kunden, die Besonderheiten des Landes und der Märkte viel besser – dank der französischen Anwendergruppe. So sind die SAP-Lösungen für Finanz- oder Personalwesen mittlerweile auf die Praxis und die rechtlichen Vorschriften Frankreichs abgestimmt.

Le Club des Utilisateurs SAP Francophones (USF)

Die französischsprachige SAP-Anwendergruppe USF mit Sitz in Paris vertritt mehr als 350 Unternehmen im französischsprachigen Raum. Der Verband wurde 1989 gegründet und zählt über 1.800 Mitglieder. USF ist in 17 Ausschüssen organisiert, die sich – aufgeteilt nach Branchen – mit Themen wie Logistik, Finanz- oder Personalwesen befassen. Die wichtigsten Ziele des USF sind: Wissen und Erfahrungen austauschen, allgemeines Verständnis von konkreten SAP-Lösungen fördern und für einen reibungslosen Informationsfluss sorgen.

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