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Fraud Management: Betrug im Unternehmen dauerhaft reduzieren

Feature | 1. Juli 2013 von Valentina Unger 0

Datenklau, Korruption, Bilanzmanipulationen – Betrugsdelikte kosten die Unternehmen jährlich Milliardenbeträge. Analytische Softwarelösungen können helfen, dieses Risiko zu mindern.

Betrug (engl. fraud) ist weit verbreitet: Fast jedes vierte mittelständische Unternehmen war in den letzten zwei Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen, bei den Großunternehmen sogar mehr als die Hälfte. Das hat eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG ergeben. Dabei macht die Wirtschaftskriminalität vor allem Finanzdienstleistern, Einzelhandel und Logistikern zunehmend zu schaffen. So sind laut der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) zwischen 2009 und 2011 fast drei Viertel der deutschen Finanzdienstleister und Einzelhändler Opfer krimineller Energien geworden, rund jedes zweite Unternehmen der Transport- und Logistikbranche leidet unter betrugsbedingten Schäden. Dennoch fühlen sich vier von fünf Mittelständlern ausreichend gegen Fraud geschützt. „Hier gibt es eine völlig falsche Risikowahrnehmung“, warnt KPMG-Berater Frank Hülsberg. Anders sehe es bei Großunternehmen aus: Sie haben das Thema Wirtschaftskriminalität meist fest auf der Agenda.

Betrugsbekämpfung per Zufallsprinzip muss nicht sein

Das überrascht nicht, schließlich schlägt jeder Betrugsfall im Schnitt mit 30.000 Euro zu Buche – von möglichen Imageverlusten ganz zu schweigen. Entsprechend wichtig ist es, Betrugsdelikte systematisch zu bekämpfen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn bislang fallen betrügerische Machenschaften meist eher zufällig auf, etwa durch Hinweise aus dem Umfeld oder bei Revisionen und Wirtschaftsprüfungen. „Intelligente technische Werkzeuge  könnten helfen, bestehende Betrugsfälle gezielt aufzudecken und Betrugsrisiken dauerhaft zu reduzieren“, ist SAP Senior Product Sales Executive Alexander Michnov überzeugt. Wichtige Grundvoraussetzung dazu: systemübergreifende Echtzeitanalysen, die transaktionale und historische Daten ebenso wie neue potenzielle Betrugsmuster berücksichtigen.

Wo herkömmliche Fraud-Management-Systeme an ihre Grenzen stoßen, bringt SAP die Analyseanwendung SAP Fraud Management auf Basis der Technologieplattform SAP HANA ins Spiel. Sie gehört zum Portfolio der SAP-Lösungen für Governance, Risikomanagement und Compliance (GRC) und soll Unternehmen bei folgenden Anforderungen und Aufgaben unterstützen:

Betrugserkennung: Mithilfe von SAP HANA sind Betrugsrisiken im Handumdrehen analysiert. Gleichzeitig lässt sich SAP Fraud Management an die zentralen Unternehmenssysteme anbinden und stellt Funktionen für die Ausgabe von Alerts sowie die Untersuchung aufgedeckter Betrugsrisiken bereit.

  • Kostenreduzierung: Durch Echtzeitkalibrierung und Simulationsfunktionen für große Datenmengen verringert SAP Fraud Management die Zahl von Fehlalarmen.
  • Prävention: Regeln und Vorhersagealgorithmen ermöglichen eine fortwährende Anpassung an die sich ändernden Betrugsmuster. So können Unternehmen auch neue Betrugsrisiken in Echtzeit erkennen.

Vorteile, die branchenübergreifend auf großes Interesse stoßen – und zwar aus gutem Grund: „Dynamische Prozesse mit hohem Datenvolumen sind häufig intransparent und bergen damit meist auch Betrugsrisiken“, sagt Alexander Michnov. Die Versicherungswirtschaft kennt das schon heute: Hier haben die Zahl der Betrugsfälle und die damit verbundenen Kosten ein neues Rekordhoch erreicht. In den USA beläuft sich der Schaden infolge nicht gesundheitsbezogener Betrugsfälle für Versicherungsdienstleister auf über 40 Milliarden US-Dollar jährlich, auch in Europa sind Versicherungsbetrüger auf dem Vormarsch. „Versicherungsdienstleister können es sich schlicht nicht mehr leisten, ausschließlich mit herkömmlichen Methoden zur Betrugsaufdeckung zu arbeiten, bei denen die Aufdeckungsraten gering sind“, unterstreicht der SAP-Experte.

Durchblick auf der ganzen Strecke

Die Transport- und Logistikbranche profitiert ebenfalls. SAP Fraud Management deckt Diebstähle, Unterschlagungen oder Manipulationen der Bestandserfassungssysteme im Handumdrehen auf. Und auch Steuerhinterzieher und Sozialleistungsbetrüger könnten es zukünftig schwerer haben: Lassen sich doch mithilfe der SAP-Anwendung Steuererklärungen und Anträge auf Sozialleistungen in Echtzeit mit Millionen von Datensätzen abgleichen. So erkennt der zuständige Sachbearbeiter auf einen Blick, ob die Angaben in einem Antrag mit Informationen aus anderen Datenquellen übereinstimmen. „SAP Fraud Management auf Basis von SAP HANA schaltet in der ‚Black Box‘ der transaktionalen Daten auf Dauer das Licht ein. Unternehmen kommen somit in die Lage, Unregelmäßigkeiten in SAP- und Nicht-SAP-Systemen zu erkennen, gezielt zu untersuchen und so systematisch Betrug zu vermeiden“, resümiert Michnov.

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