Soccer team in a huddle

Frauen in SAP-Führungspositionen: Die Multitaskerin

Feature | 27. September 2016 von Susan Galer 0

Im Interview erzählt Jessie Cai, warum maschinelles Lernen sie fasziniert, wie man die IT-Branche für Frauen attraktiver gestalten kann und was sie in ihrer Karriere am meisten inspiriert hat.

Jessie Cai ist Product Owner bei der SAP in Singapur und seit acht Jahren im Unternehmen. Obwohl sie im ländlichen China aufgewachsen ist, hatte sie keine typisch chinesische Kindheit – ihre Eltern arbeiteten als Ingenieure für die Regierung. Nachdem sie ihr Bachelorstudium in Feinwerkstechnik an der Tsinghua Universität in Peking erfolgreich abgeschlossen hatte, machte sie ihren Doktor in Industrie- und Systemtechnik an der Nationaluniversität in Singapur. Heute ist sie Projektmanagerin bei der SAP und leitet Teams, die sich vor allem auf den intelligenten Kundenservice und das maschinelle Lernen konzentrieren. Cai betrachtet sich selbst als sehr multitaskingfähig und fühlt sich am wohlsten, wenn sie beschäftigt ist.

Für mich war eine Karriere in der IT-Branche sehr attraktiv, weil ich stets von Büchern und Gesprächen rund um Physik, Chemie, Wissenschaft und Technik umgeben war. Meine Eltern ermutigten mich, Ingenieurin oder Wissenschaftlerin zu werden, denn sie fanden, dass man am besten etwas zur Gesellschaft beitragen kann, wenn man bestehende Technologien weiterentwickelt oder etwas ganz Neues schafft.

cai2

Jessie Cai liebt es zu reisen. Hier ist sie gerade in Österreich.

Die drei wichtigsten Dinge, die mich dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin sind Neugierde, Beharrlichkeit und die richtige Ausbildung. Schon immer wollte ich die Menschen um mich herum verstehen. Das hat mir sehr dabei geholfen, dynamische Teams zusammenzustellen. Ich gebe nicht so schnell auf. Meine Stärke ist es, Ideen umzusetzen. Vor allem aber bin ich dankbar dafür, dass ich eine hervorragende Ausbildung genießen durfte. Deswegen bin ich jetzt als Projektmanagerin erfolgreich, kann Konflikte lösen und Teams betreuen.

Meine Rolle bei der SAP gibt mir die Freiheit im Mittelpunkt der IT-Branche zu arbeiten: Wir entfernen uns von der Prozessautomatisierung und bewegen uns in Richtung intelligentes, maschinelles Lernen. Das wird einen Wandel in vielen Branchen herbeiführen.

Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten hat Vor- und Nachteile. Ich musste kürzer treten als ich Kinder bekam. Aber Frauen können Konflikte oft besser lösen und Teams besser motivieren.

Eine Karriere in der High-Tech-Branche ist vor allem für Frauen interessant, weil man seiner Leidenschaft nachgehen kann und die Möglichkeit hat, die Welt zu verändern.

Am meisten fasziniert mich der Entstehungsprozess und die Realisierung eines jeden Innovationsprojekts. Ich fange sehr gerne von Null an, ziehe das Projekt anhand der Kundenwünsche auf, sammle Ideen und erstelle mit dem richtigen Team einen Plan zur Umsetzung des Projekts. Es ist spannend zu sehen, wie sich alles fast wie von selbst ergibt.

Der bisher größte Erfolg in meiner Berufslaufbahn war beim Changi Airport Hackathon den Preis für das beste Design zu gewinnen. Mein Team und ich hatten einen Prototypen namens Trip Magic entwickelt, der Suchergebnisse nach der Art der Informationen visualisiert.

caiprototype

Jessie Cai gewann den Preis für das beste Design für Trip Magic, einen Prototypen zur Visualisierung von Suchanfragen. Das webbasierte Suchportal kann vom Benutzer an die Abmessungen von Mobilgeräten und Computern angepasst werden.

Der Technologietrend, der mich brennend interessiert, ist das Thema Cloud-basierte Services. SaaS-Lösungen verändern nicht nur die Programmierung von Unternehmensanwendungen – sie verändern das gesamte Tagesgeschäft: von der Plattform zur Datennutzung und vom Dateneigentum zur Sicherheit.

Wir können mehr Frauen für IT-Berufe begeistern, wenn wir mit Stereotypen aufräumen und zeigen, wie flexibel die Branche sein kann und dass auch die Gehälter durchaus ansprechend sind.

Ich unterstütze Frauen dabei, ihre Träume zu verwirklichen, indem ich an verschiedenen Universitäten in Singapur den Weg für ein SAP-Doktoranden-Stipendium ebne. Das soll junge Leute motivieren, ihren Doktor in der IT-Branche zu machen, während sie für unser Unternehmen arbeiten. Zurzeit sind sieben von insgesamt 15 Teilnehmern Stipendiatinnen. Sie tragen aktiv zu Forschungsthemen wie dem „maschinellen Lernen“ bei.

Die eine App, ohne die ich nicht leben kann, ist What‘s App, weil die Benachrichtigungen mich daran erinnern, meine täglichen Aufgaben zu erledigen.

Der Geschäftstrend, der mich am meisten fasziniert, ist maschinelles Lernen. Wir möchten herausfinden, wie jeder Geschäftsbereich von dieser Intelligenz profitieren kann – der Kundenservice, die Personal- und Rechtsabteilung, die Produktion, die Wertschöpfungskette sowie der Vertrieb und das operative Geschäft. Mit natürlicher Sprachverarbeitung, Vorhersageanalysen und Robotern, die sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten nutzen können, wird sich in Zukunft alles ändern.

Der Geschäftstrend, der mich am meisten fasziniert, ist maschinelles Lernen.

Das größte Vorbild für mich war meine erste Managerin, die auch gleichzeitig meine Mentorin war. Sie ist für mich quasi eine Superheldin – eine Fachexpertin, die um die Welt fliegt, um Designinitiativen zu organisieren und Weltmarktführer zu werden. Sie ist verheiratet und hat Kinder und sie zeigte mir, was ich als Frau alles erreichen kann.

Wenn ich nicht arbeite, finde ich Entspannung beim Zeichnen, Filme schauen und Lesen. Vor allem Superhelden-Comics und Science-Fiction-Romane haben es mir angetan, denn ich löse gerne Rätsel und mochte es schon immer, die Zukunft zu erkunden.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

Lesen Sie mehr über die SAP-Serie „Frauen in Führungspositionen“.

Top-Foto via Shutterstock, andere Bilder via SAP

Tags: ,

Leave a Reply