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Frauen in SAP-Führungspositionen: die Produktmanagerin

Feature | 19. Februar 2016 von Susan Galer 0

Brenda Reid, Produktmanagerin bei SAP SuccessFactors, darüber, wie Vielfalt Innovation fördert, warum Datenhunger Unternehmen schadet und was besser ist als Work-Life-Balance.

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Brenda Reid, Produktmanagerin bei SAP SuccessFactors, entspannt sich beim Wandern und beim Yoga.

Als „Colorado Native“ in dritter Generation, wie sie sich selbst gerne bezeichnet, erwarb Reid ihren Bachelor-Abschluss in Organisationsentwicklung und Unternehmenssystemen an der Regis University in Denver. Vor fünf Jahren begann sie ihre Karriere bei SAP SuccessFactors , zunächst als Produktmanagerin für die Personalbeschaffungslösung des Unternehmens. Heute ist sie für die Entwicklung der Lösung Employee Onboarding verantwortlich. In Denver leitet sie von ihrem Büro aus das global verteilte Produktteam mit Entwicklern in den USA, Russland, Deutschland und Indien.

Was mir am besten am Produktmanagement gefällt,

ist das Tempo der Veränderungen. Es motiviert mich und treibt mich an. Und es gefällt mir, Software einzusetzen, um Geschäftsprobleme zu lösen. Am Anfang meines Berufslebens war ich bei einem Hospiz für die Abrechnung zuständig. Und eine der ersten Maßnahmen, die wir dort ergriffen, war eine Abrechnungssoftware einzuführen. Es war unglaublich zu sehen, in welch kurzer Zeit so viel Mehrwert für das Geschäft erzielt werden konnte.

Ein Wendepunkt in meiner Karriere war,

als ich an Thanksgiving entlassen wurde. Durch diese unerwartete Kündigung war ich gezwungen, meine Komfortzone im Bereich Hardware zu verlassen. Ich entschied ich mich, eine andere Richtung einzuschlagen und konzentrierte mich auf Software.

Ich bin begeistert von Employee Onboarding,

weil der Prozess so viel umfasst: Einstellung, Ziele, Lernen, soziale Medien und Einhaltung von Standards. Wir entwickeln Softwarelösungen, die all diese Dinge so miteinander verknüpfen, dass das Unternehmen bestmöglich davon profitiert. Onboarding ist viel mehr als automatisierte Formularverwaltung. Wenn wir unsere Lösungen vorstellen, kommt große Begeisterung bei den Personalverantwortlichen auf.

Der Geschäftstrend, der mich am stärksten beunruhigt,

ist das massenhafte Sammeln von Daten. Sehr viele Firmen sammeln Unmengen von Daten, ohne etwas damit anzufangen. Informationen sind wertlos, wenn man daraus keine Entscheidungen ableitet.

Wenn ich im Software-Design-Modus bin,

brauche ich Teamwork und Unabhängigkeit. In meinem Büro mache ich Brainstorming und halte meine Ideen auf einem großen Whiteboard fest. Aber dann brauche ich das Team, um Ideen und Gedanken auszutauschen. Wenn verschiedene Kollegen in einem Raum zusammenkommen, entsteht eine tolle Energie. Vielfalt ist von entscheidender Bedeutung, denn Personen aus verschiedenen Kulturen oder mit anderem Hintergrund haben unterschiedliche Denkweisen. Die besten Lösungen entstehen, wenn wir die Ansichten der Anderen berücksichtigen und hinterfragen. Wenn alle stets der gleichen Meinung sind, wird es keine umwälzenden Veränderungen oder Neuerungen geben.

Das Wichtigste beim Technologiedesign ist,

innovativ und aktuell zu bleiben und eine Vorstellung davon zu haben, wohin sich die Branche in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln wird.

Work-Life-Balance ist meiner Meinung nach nicht der richtige Begriff,

manchmal erfordern Innovationen all unsere Energie. Für mich ist Work-Life-Balance ein Pendel, das hin- und herschwingt. Mal bin ich auf Reisen, um mit Kunden zu sprechen oder ich vertiefe mich ins Design und mal widme ich mich den häuslichen Angelegenheiten. Beides erfüllt mich auf gleiche Weise. Das Auf und Ab der Projekte und Software-Release-Zyklen gibt mir die Flexibilität, mich in die eine oder andere Richtung zu bewegen.

Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten

kann einschüchternd, aber auch ermutigend sein. Oft helfe ich meinen männlichen Kollegen, Situationen zu meistern, weil ich die Dinge meist aus einem anderen Blickwinkel sehe.

Mein Rat an junge Frauen, die über eine Laufbahn in der Hightech-Branche nachdenken,

Haltet an eurem großen Traum fest und nehmt Risiken in Kauf. Frauen neigen dazu, sich zu viele Gedanken darüber zu machen, was andere über sie denken.

Ich helfe Frauen

durch meine ehrenamtliche Tätigkeit bei Hope House, einer Organisation, die mir sehr am Herzen liegt – auch weil ich selbst im Teenageralter Mutter wurde. Hope House hilft jungen Müttern, sich aus der Armut zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Es ist mir auch wichtig, den Mädchen zu zeigen, dass es neben den traditionellen Berufen wie Kosmetikerin oder Zahnarzthelferin auch noch viele andere Möglichkeiten gibt. Eine Gruppe von SAP-Mitarbeiterinnen trifft sich einmal im Monat unter dem Namen „Cool Careers.“ Dann erzählen wir den jungen Frauen, was wir in unseren Berufen tun und wie wir unsere Karrieren in der Hightech-Branche aufgebaut haben. Für die Mädchen ist es unheimlich beeindruckend, wenn ich ihnen meine Geschichte erzähle. Denn in meinem Leben gab es eine Zeit, da konnte ich mir kein Essen leisten und heute bin ich Vice President eines weltweit bekannten Softwareunternehmens. Wir zeigen ihnen, dass es für sie da draußen eine Zukunft gibt, weitab der traditionellen kulturellen Werte.

Der bisher größte Erfolg in meiner Karriere war

die Einführung der Software SAP SuccessFactors Onboarding. Der riesige Erfolg des Projekts übertraf unsere anfänglichen Erwartungen bei Weitem.

Den größten Einfluss auf meine Karriere

hatte eine verständnisvolle, mitfühlende Mentorin, die ein Potenzial in mir sah, das ich nicht sehen konnte.

Für ein globales Unternehmen zu arbeiten,

hat in mir ungeheures Fernweh geweckt. Entspannung finde ich durch Reisen, Wandern und Yoga. Mein Ehemann und ich haben uns kürzlich einen Jeep gekauft. Damit machen wir viele Ausflüge und campen, wo es und gefällt.

Folgen Sie Susan Galer: @smgaler

Fotos: Shutterstock, SAP

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