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Frauen in SAP-Führungspositionen: Janet Peterson

20. Oktober 2015 von Susan Galer 0

Für eine Karriere in der High-Tech-Industrie hat Janet Peterson, Vice President des Bereichs Platform Engineering bei SAP, einen eher ungewöhnlichen Berufsverlauf. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen.

Bereits während ihres Informatikstudiums am Wellesley College in den USA kombinierte Janet Peterson ihre Begabung für das Programmieren mit ihrem Interesse an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. In ihrer beruflichen Laufbahn hatte Peterson sowohl Rollen in der Entwicklung als auch Rollen mit direktem Kundenkontakt inne. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Rollen fiel ihr leicht. So arbeitete sie im Support, im Schulungsbereich und in der Beratung. Dieser Berufsweg hat ihr einen einzigartigen Blickwinkel auf die Entwicklung von Softwarelösungen, die den Alltag von Menschen verändern, eröffnet.

In vier Start-ups hat sie ein hohes Maß an Unternehmergeist bewiesen. Heute leitet Peterson ein internationales Entwicklerteam, das rund um die Welt verteilt ist – von den USA über Europa bis Indien und China. Die Teammitglieder sind für die Entwicklung von SuccessFactors, der SAP-Cloud-Lösung für das Personalwesen, zuständig. Sie liefern im Wesentlichen die Bausteine, der Rest der Abteilung beschäftigt sich mit dem Design der Software. Im Interview erzählt Peterson, warum Software-Design nicht bei der Technologie beginnt, wie sich chemische Vorgänge im Gehirn von Mann und Frau unterscheiden und wie die High-Tech-Industrie mehr Frauen anziehen kann.

Ich betrachte High-Tech-Design aus ganz verschiedenen Blickwinkeln, weil …

ich die Hälfte meiner 22-jährigen Karriere in der Softwarebranche damit verbracht habe, den Menschen zu helfen, die unsere Produkte nutzen. Ich habe einen Großteil meiner Zeit damit verbracht, mit dem Vertrieb, dem Marketing und der Finanzabteilung zusammenzuarbeiten. So konnte ich die Kluft zwischen den Fachbereichen und der Entwicklung überbrücken.

Für mich war eine Karriere in der High-Tech-Branche sehr attraktiv, denn …

auf dem College hatte ich als Hauptfach Kognitionswissenschaft gewählt, wofür eine Kombination verschiedener Kurse erforderlich war: Informatik, Philosophie, Psychologie und Linguistik. Als ich an einem schwierigen Coding-Problem arbeitete, nahm mein Lehrer an, dass ich im Hauptfach Informatik studieren würde, denn ihm war meine Begabung für das Fach aufgefallen. Seine Einschätzung hatte großen Einfluss auf meine Entscheidung, Informatik zu studieren.

Die wichtigsten Eigenschaften, die mich dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin, …

sind meine Fähigkeit zu verstehen und zu äußern, was nötig ist, um eine Arbeit zu erledigen, und meine Erfahrung in der direkten Zusammenarbeit mit Kunden. Wie die meisten Entwickler bin ich eher introvertiert. Aber auf der High School habe ich einen Debattier-Kurs besucht. Dort habe ich gelernt, Argumente auf den Tisch zu bringen und sie einer größeren Gruppe von Leuten zu erklären. Außerdem hat mir meine Erfahrung mit Kunden geholfen, den wirklichen Ursachen von Problemen auf den Grund zu gehen und schnell Lösungen zu finden.

Um brillante Technologie zu entwerfen, …

muss man sich vor allem auf das Anwendererlebnis konzentrieren, das man dem Kunden bieten möchte. Dann gilt es, herauszufinden, wie das Produkt skalierbar gemacht werden kann, damit es Wachstum unterstützt und an neue Bedingungen angepasst werden kann.

Mein Rat an junge Frauen, die über eine Laufbahn im High-Tech-Sektor nachdenken …

findet Personen, die Euch unterstützen und fasst den Mut, Dinge anzusprechen. Studien zeigen, dass Frauen dazu neigen, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen und Männer sich eher überschätzen.

Unternehmen können den Anteil von Frauen in der IT-Branche erhöhen, wenn …

sie sich bewusst machen, dass es nicht beabsichtigte Diskriminierung gibt. Firmen müssen ihre Personalchefs schulen, damit sie umdenken und erkennen, dass jemand, der anders ist, einen sehr wichtigen Beitrag leistet.

Die eine App, ohne die ich nicht leben kann, …

ist mein Kalender, weil er mir hilft, einen Zeitplan für mein globales Team zu erstellen und private Termine wie das Abendessen mit meinem Mann und die Fitness-Stunde mit meinem Trainer zu planen. Frauen sind bekannt dafür, ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Wir müssen Frauen ermutigen und dabei unterstützen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen.

Als Frau in einer von Männern dominierten Technikwelt …

dauert es länger, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Aber die Leute sind neugierig und wollen hören, was ich zu sagen habe, denn ich werde als etwas Besonderes angesehen. Vor allem am Anfang meiner Karriere war dies so.

Ich helfe Frauen bei SAP, …

indem ich unsere Entwicklerinnen ermutige, ihre Stimme zu erheben und sich damit sichtbar zu machen. Bei Männern und Frauen gibt es Unterschiede in der Erziehung und bei den chemischen Vorgängen im Gehirn, was dazu führt, dass wir Situationen unterschiedlich angehen. Unternehmen, in denen beide Geschlechter gleich stark vertreten sind, haben sich als erfolgreicher herausgestellt, denn sie profitieren von einer größeren Vielfalt an Ideen und Strategien. Ich versuche auch, Wege zu finden, die SAP-Networking-Programme für Frauen so verändern, dass Entwicklerinnen, die sich vor den bestehenden großen Gruppen scheuen, daran teilnehmen.

Wenn ich nicht arbeite, entspanne ich beim …

Klettern – drinnen und draußen – Es ist unmöglich, an die Arbeit zu denken, wenn man sich dreißig Meter über dem Boden nur mit den Fingerspitzen festhält und versucht, den nächsten Haken zu erreichen. Eines meiner Lieblingsspots ist Lover’s Leap, ein sehr abwechslungsreiches Klettergebiet in der Nähe des Lake Tahoe in Kalifornien.

Eine Frau, die ich sehr bewundere und achte ist …

die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Nachdem sie unglaublich leidvolle Erfahrungen gemacht hat, kämpft sie dafür, dass Mädchen überall auf der Welt zur Schule gehen dürfen.

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Bild: Shutterstock

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