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Frauen in SAP-Führungspositionen: Sindhu Gangadharan

Feature | 28. August 2015 von Susan Galer 0

Sindhu Gangadharan, Vice President und Leiterin des Bereichs SAP HANA Cloud Integration bei SAP, spricht über ihre Karriere in der High-Tech-Industrie.

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Sindhu Gangadharan spricht über Motivation und Erfolg in ihrer Karriere.

Sindhu Gangadharan wuchs in Indien, Bangalore, auf und arbeitet seit fast 16 Jahren bei SAP in Deutschland. Sie absolvierte ihren Abschluss in Informatik an der Universität von Bangalore und spricht regelmäßig auf Technologiekonferenzen. Als angesehene Vordenkerin auf dem Gebiet der Softwareintegration hilft sie Kunden beim Umstieg in die Cloud und in die digitale Wirtschaft. Vor kurzem sprach sie mit uns darüber, was sie bei ihrer Arbeit motiviert und antreibt.

Für mich war eine Karriere in der High-Tech-Industrie sehr attraktiv, weil …

Medizin und Technik die zwei großen Optionen waren, wenn man in Bangalore aufwächst. Außerdem faszinierte mich Technologie schon, seit ich denken kann – also war das wohl die einzig logische Wahl für mich.

Die wichtigsten Eigenschaften, die mich dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin, …

sind die Unterstützung meiner Familie, meine Faszination, den Mythos Technologie zu entschlüsseln, und meine Führungskompetenzen. Manchmal fragen mich die Leute in Deutschland, ob es irgendeinen Unterschied macht, in Indien aufgewachsen zu sein. Darauf antworte ich immer: Nein, eigentlich nicht. Meine Mutter hatte dieselben Erwartungen an mich wie an meine zwei Brüder. Tatsächlich greife ich in meiner Arbeit als Produktmanagerin tagtäglich auf Fähigkeiten zurück, die ich als junges Mädchen im Debattier-Club an der Schule gelernt habe: Wie erkläre ich Innovationen möglichst leicht und verständlich?

Mein Rat an junge Frauen, die über eine Laufbahn im High-Tech-Sektor nachdenken …

Durchhalten! Damit ihr für den Moment bereit seid, wenn ihr glänzen könnt. Steckt euch Ziele und arbeitet hart, um sie auch zu erreichen. Wenn ihr euch ganz darauf einstellt, eure Ziele zu erreichen, werdet ihr auch selbstbewusst genug sein, sie zu verwirklichen, wenn die Zeit reif ist.

Eine Balance zwischen Beruf und Freizeit zu erreichen, …

finde ich überholt. Frauen entwickeln sich weg vom Schubladendenken. Unser Fokus liegt darauf, den Übergang zwischen allen Bereichen unseres Lebens fließend zu gestalten. Wenn uns diese Harmonie gelingt, können wir meiner Meinung nach alles tun, was wichtig für uns ist.

Ich bin besessen von …

Integrationstechnologie. Ich leite das Produktmanagement für drei strategische Integrationslösungen von SAP – SAP Cloud Platform Integration, Process Orchestration und Financial Service Network – meine Teams spielen eine ausschlaggebende Rolle dabei, Kunden beim Umstieg in die Cloud zu unterstützen. Jeder möchte cloudbasierte Lösungen möglichst schnell einführen und diese zu integrieren, ist die größte Herausforderung für die Kunden. Auch wenn viele dies denken: Die Cloud löst nicht automatisch das Integrationsproblem. Daher bin ich stolz auf meinen Job und darauf, dass wir die Geschäftsabläufe unserer Kunden vereinfachen und dabei helfen, ihnen den Weg in die digitale Wirtschaft zu ebnen.

Am meisten liebe ich an meinem Job …

die Gelegenheit, Kunden auf der ganzen Welt kennenzulernen und an Orte zu reisen, die ich normalerweise nicht besuchen würde. Ich lebe nun seit fast 16 Jahren hier in Deutschland und muss sagen, gerade als Inderin bin ich ungemein fasziniert von diesem multikulturellen Arbeitsumfeld.

Der Geschäftstrend, über den ich mir am meisten Gedanken mache,…

ist Datenschutz und ‑sicherheit. Allerdings finde ich es spannend, dass bei SAP drei wichtige Trends zusammenlaufen: Cloud, Big Data und Analysen. Wir helfen Firmen, Daten in aussagekräftige Erkenntnisse umzuwandeln und gleichzeitig den Schutz privater Daten zu gewährleisten.

Mein Traum ist es,…

mal eine Zeitlang im Vorstand von Startup-Unternehmen zu sitzen, sie zu beraten und jungen Menschen dabei zu helfen, Produkte zu entwickeln, die in Zukunft Unternehmen das bieten können, was sie wirklich brauchen.

Unternehmen können den Anteil von Frauen in der IT-Branche erhöhen, wenn …

sie ganz einfach mehr Frauen einstellen. Hat man die Wahl zwischen einer entsprechend qualifizierten Frau oder einem Mann, sollte man sich für die Frau entscheiden. Vor einigen Jahren war ich noch gegen die Frauenquote, heute denke ich anders darüber: Die Frauenquote ist der einzige Weg, die Kluft zwischen Männern und Frauen zu schließen.

Die berufliche Leistung, auf die ich momentan am meisten stolz bin, …

ist der Erfolg, den die Lösungen meines Teams im gesamten Markt genießen. Kunden holen sich bei uns Rat, wenn sie sich für verschiedene Möglichkeiten der Integration entscheiden müssen – dies zeugt von einem hohen Maß an Vertrauen in unser Know-how.

Die größten Vorbilder für mich …

sind meine Familie, mein Mann und meine Eltern. Das sind die Menschen, die mich motivieren und dabei unterstützen, die nächste Stufe zu erklimmen.

Ich helfe Frauen bei SAP, …

indem ich Frauen in meinem Netzwerk zu mehr Sichtbarkeit verhelfe und sie ermutige, sowohl ihre Kommunikationsfähigkeiten als auch ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Meine eigenen Erfahrungen teile ich übrigens in meinem Blog.

Wenn ich nicht arbeite, entspanne ich mich am besten, wenn…

ich über Dinge schreibe und lese, die mich ausfüllen: Kochen, Ausflüge mit meiner Familie machen und Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Die Frau, die ich wirklich bewundere und respektiere, …

ist Indira Gandhi, die erste weibliche Premierministerin Indiens. Sie war eine großartige Rednerin, eine entschlossene Führungspersönlichkeit und, obwohl ich noch sehr jung war, als sie ermordet wurde, ist sie bis heute für viele Frauen wie mich ein Vorbild.

Folgen Sie Susan Galer: @smgaler

 

Bildquelle: Shutterstock

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