Konsolidieren durch Virtualisieren

Feature | 20. Mai 2009 von Stephan De Maria 0

Kosten senken, Flexibilität erhöhen – diese Anforderungen an die IT verstummen wohl nie ganz. Aber die Vehemenz, mit der sie zurzeit zu hören sind, ist der aktuellen Weltwirtschaftskrise geschuldet. Auf dem Markt gibt es bereits sinnvolle Konzepte, die diese Erfordernisse erfolgreich erfüllen.

SAP-Anwendungen konsolidieren mit FlexFrame for SAP

Ein Beispiel hierfür ist FlexFrame for SAP. Die Plattform konsolidiert SAP-Anwendungen auf Industriestandardplattformen, die in kleinen Schritten erweitert werden können. Entwickelt wurde dieses Angebot für SAP-Kunden im Jahr 2003 vom SAP-Partner Fujitsu (vormals Fujitsu Siemens Computers).

„Die durch die Entkopplung von SAP Anwendung, Betriebssystem und Server gewonnene Flexibilität macht FlexFrame zu einer geeigneten Plattform für die SOA-Strategie und die SAP-NetWeaver-Architektur“, sagt Gunnar Dörken, bei Fujitsu verantwortlich für das weltweite SAP-bezogene IT-Infrastrukturgeschäft. Für den Anwender bedeutet das: „Ein Kunde mit beispielsweise 80 Servern muss einen OS Patch 80 Mal lokal einspielen, in der FlexFrame-Lösung macht er das ein Mal zentral, und dann rebooten alle Server von einem shared image“, erklärt Dörken. Dies erfolge mit einem Mausklick.

Hochverfügbare SAP-Systeme sparen Kosten

Ein anderes Beispiel: die Hochverfügbarkeit von SAP-Systemen. Bis heute seien Cluster-Lösungen noch weit verbreitet, sagt Dörken. Deren Anschaffungspreis sei hoch, und sie erforderten Training und ständige Qualitätskontrolle. „Mit FlexFrame ist das überflüssig. Intelligente Agenten bemerken Ausfälle automatisch, lokalisieren die betroffenen SAP-Services und ziehen diese auf einen freien Server um.“

So sei die Hochverfügbarkeit systemimmanent und auch für jeden neuen Server gültig. Dies führe zu erheblichen Kostenersparnissen, wie Dörken erläutert. „Es hängt selbstverständlich von der Ausgangssituation ab, aber wir haben Kunden, die zwischen 30 und 60 Prozent an Kosten gespart haben.“ Neben der Hochverfügbarkeit spielten bei der Kostensenkung auch Anschaffung, Pflege und Betrieb der SAP-Infrastruktur eine Rolle.

Durch die Ersparnisse öffnen sich den IT-Abteilungen neue Handlungsspielräume. So könnten neue SAP-Projekte angegangen werden, die bislang zurück gestellt wurden. „Gerade jetzt sind solche Vorteile immens nützlich“, sagt Dörken.

Einfache Administration durch Virtualisierung

„Bei allen Initiativen für SAP-Kunden arbeiten wir sehr eng mit der SAP zusammen“, erklärt Dörken, der selbst einmal für die Walldorfer Softwareschmiede tätig war. Dabei setzt Fujitsu vor allem auf Virtualisierung und bietet eine „schlüsselfertige Virtualisierungs-Lösung an, die viele Administrationsprozesse vereinfacht und teils auch ganz eliminiert.“ Andere Prozesse können drastisch verkürzt werden und sparen somit Geld und verkürzt die Zeit, in der das System heruntergefahren ist.

Die Systemsoftware, die Anwendungssoftware und die Verwaltungssoftware sind dabei bereits vorinstalliert. Für ein Unternehmen, das sich auf FlexFrame for SAP stützt, bedeutet das: die Infrastruktur ist schnell einsetzbar, und Kosten für die Systemintegration fallen weitgehend weg.

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC bescheinigt dem Konzept denn auch eine hohe Kundenzufriedenheit. Dabei bestätigen die Befragten, dass die Total Cost of Ownership (TCO) sinke, die Flexibilität und Skalierbarkeit nähme deutlich zu, und sich der Administrationsaufwand verringere.

Weitere Alternativen: Managed Services und Rechenzentren

Eine weitere Möglichkeit für effiziente IT-Prozesse sind die Managed Services von Fujitsu. Dabei übernimmt der Anbieter den gesamten Betrieb der Infrastruktur, die gleichzeitig beim Kunden steht und diesem auch gehört. „Oder wir gehen einen Schritt weiter und bieten den Betrieb der Systeme in unseren Rechenzentren an“, fährt Dörken fort.

Das für einen Kunden optimale Angebot sei allerdings stets eine Abwägung verschiedener Ansprüche an Kosten, Sicherheit, Flexibilität oder Ressourcen und könne nie pauschal empfohlen werden. Und weiter: Neben Virtualisierung treibe Fujitsu auch intensiv die Konvergenz von SAP und Open-Source-Produkten wie Linux voran. „Auch das drückt die Kosten“, betont der Manager.

Rehau senkt Energiekosten um 40 Prozent

Zwei Aspekte, die stetig an Bedeutung gewinnen, sind Energieeffizienz und Green IT. „2008 hat uns Greenpeace als ‚grünster’ IT-Hersteller ausgezeichnet. Das schlägt sich nieder in Servern und Monitoren, die im Standby-Betrieb null Watt verbrauchen“, antwortet Dörken.

Und er hat auch gleich ein Kundenbeispiel zur Hand: Der Polymer-Spezialist Rehau habe nicht zuletzt dank der dynamischen Infrastruktur von Fujitsu seinen Stromverbrauch um 40 Prozent reduziert. „Dafür sind sie vergangenes Jahr vom Fachmagazin Information Week mit dem Green-CIO-Award ausgezeichnet worden.“

SAP arbeitet schon seit Firmengründung erfolgreich mit Fujitsu zusammen – ursprünglich mit Siemens im Bereich SAP R/2, später mit dem Joint Venture Fujitsu Siemens Computers im Umfeld der SAP Business Suite und SAP NetWeaver. Ein Meilenstein der Kooperation war die Unterzeichnung des globalen SAP-Technologiepartnervertrags im Jahr 2000. So arbeiten die Partner auf allen Ebenen zusammen, so auch bei Sizing oder Support, wo Fujitsu in den Partnergremien der SAP sitzt und aktiv mitwirkt bei der Verbesserung von Produkten und Releases. Nicht zuletzt ist Fujitsu Mitbegründer des SAP Linux Labs, in dem Mitarbeiter beider Unternehmen Hand in Hand arbeiten und End-to-end-Lösungen entwickeln. Fujitsu ist ebenfalls globaler Service- und Hostingpartner der SAP sowie Value Added Reseller der SAP.

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