Benchmark: Server-Power pro Watt

16. März 2011 von Daniel Hardt 0

sdf

Intel Xeon X5675: 2 Stück der 6-Kern-CPU stecken in Fujitsus PRIMERGY-Server (Grafik: Fujitsu)

Reine Leistungsfähigkeit ist nicht das, was sie mal war: Wer den Energieverbrauch unberücksichtigt lässt, hat oft ein überdimensioniertes System, unnötige Kosten und strapaziert die Umwelt über die Maßen. SAP hat deshalb einen Benchmark für die Wahl eines Servers für SAP-Anwendungen definiert, der Verbrauch und Leistung in Bezug setzt.

An der Entwicklung der SAP Server Power Standard Application Benchmark war unter anderem Fujitsu beteiligt. Für den Fujitsu-Server PRIMERGY RX300 S6 liegt nun der erste SAP Server Power Benchmark vor.

Durchsatz pro Watt

Die wichtigste Kennzahl ist der Wert Watt pro kilo SAPS (watts/kSAPS). SAPS stellen den Durchsatz dar, ein niedrigerer Wert bedeutet einen geringeren Stromverbrauch für eine definierte Last und damit erhöhte Energieeffizienz. Im Benchmark wurde im Mittel 18,3 Watt für die Erzeugung eines Durchsatzes von 1000 SAPS verbraucht.

Folgende SAP Server Power Standard Application Benchmark wurde am 14.02.2011 für den PRIMERGY-Server zertifiziert:

  • Leistungs/Effizienz-Kennzahl: 18,3 watts/kSAPS
  • Durchschnittlicher Durchsatz für alle Last-Stufen: 11810 SAPS
  • Durchschnittliche Umgebungstemperatur: 20,6 °C
  • SAP Business Suite Software: SAP EHP 4 für SAP ERP 6.0
  • Relationales Datenbank-Managementsystem (RDBMS): Microsoft SQL Server 2008 Enterprise Edition
  • Betriebssystem: Windows 2008 R2 Datacenter x64
  • Zentraler Server Fujitsu PRIMERGY RX300 S6: 2 Intel Xeon X5675 Prozessoren mit 3,06  GHz, 12 Kerne, 24 Threads,  72 GB Hauptspeicher und CSCI Gold PSU (Netzteil)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Messung per Last-Stufen

Last-Stufen

Durchsatz und elektrische Leistungsaufnahmen werden anhand von 9 definierten Last-Stufen ermittelt. Für den Workload kommt der Sales&Distribution-Benchmark (SD Benchmark) von SAP zum Einsatz. Beim Wert 100% wurde der SD Benchmark von 4700 Anwendern benutzt – der Höchstzahl an Nutzern, bei der die Anwortzeit des Systems unter 1 Sekunde liegt.  Die Last-Stufen wurden jeweils folgenden Prozentsätzen der Höchstzahl an Nutzern zugeordnet:

50%, 100%, 65%, 20%, Active Idle (Leerlauf, ein Benutzer auf jeder SAP Instanz), 30%, 80%, 40%, 10%.

fgh

9 Laststufen, definiert nach Anzahl an Nutzern

Die Messung erfolgt durchgehend und dauert etwa 4 Stunden, so dass nach jedem Hochlastintervall einer Phase die nächste beginnt.  In der Hochlastphase wird der watts/kSAPS-Wert für die jeweilige Last-Stufe ermittelt.

Der SAP Server Power Benchmark ist dabei auf den Server beschränkt, externe Speichereinheiten werden im Gegensatz zu lokalen nicht berücksichtigt. Grundsätzlich bezieht der Service Power Benchmark alle Komponenten mit ein, die im Server verbaut sind. Für die Energieeffizienz eines gesamten SAP-Systems soll später der SAP System Power Benchmark zur Verfügung stehen, dessen Umsetzung momentan noch nicht abgeschlossen ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Leerlauf kostet & Fazit

ert

Verhältnis Leistung/Verbrauch: Optimal ab 65% Workload

dfg

Energiebedarf der Laststufen

Leerlauf kostet

Die Grafik oben zeigt die elektrische Leistungsaufnahme während der gesamten Messzeit. Die flachen Plateaus zeigen jeweils eine Phase, zwischen diesen steigt oder sinkt die Last, dass heißt Nutzer melden sich an beziehungsweise ab.

Bei der Kurve in der  Grafik unten zeichnen sich drei Bereiche ab. Anfangs, zur Zeit der Active Idle/Leerlaufs, ist das System nur sehr gering ausgelastet und damit die absolute Leistungsaufnahme niedrig (133 Watt).

Im zweiten Abschnitt steigt die Kurve flach und kontinuierlich an. Die Last liegt zwischen 10% und 65% und stellt den normalen Betrieb eines Systems dar. Der Energieverbrauch steigt langsamer als die erbrachte Leistung.  Anschließend steigt der Verbrauch steiler an, bei Maximal-Last werden 337 Watt verbraucht.

Für alle Last-Stufen nimmt das System grundsätzlich eine automatische Anpassung vor.

ddfg

Leistungsbedarf im Verhältnis zu SAPS

Fazit

Im Leerlauf-Prozess ist die Energieeffizienz gering, es wird kaum Leistung beansprucht und trotzdem werden ca. 40% des Verbrauchs bei Maximal-Last benötigt. Bei 65% Auslastung liegt bereits ein nahezu optimales Verhältnis zwischen Leistung und Verbrauch vor – das System arbeitet effizient. Daürber hinaus ändert sich der Faktor aus Leistung und Verbrauch nur unwesentlich. Zusätzliche Rechenleistung wird durch kontinuierlich steigenden Stromverbrauch erkauft.

65% ist dabei ein Wert, der unter Zuhilfenahme von intelligenten Konzepten zur Lastverteilung im Normalbetrieb erreicht werden kann.  So weist beispielsweise FlexFrame for SAP von Fujitsu Anwendungen physische und virtuelle Rechenleistung zu, was Flexiblität und Effizienz unterstützt.

Tags: ,

Leave a Reply