Business One 8.8: SAPs Mini-ERP

Feature | 19. April 2010 von Christiane Stagge 0

ERP-Software in der neuesten Version: Business One 8.8 (Foto: Benjamin Blaume)

ERP-Software in der neuesten Version: SAP Business One 8.8 (Foto: Benjamin Blaume)

In wenigen Tagen ist die neueste Version der Mittelstands-Software erhältlich: Neue BI-Funktionen, verbesserte Transaktionsverwaltung und überarbeitete grafische Oberfläche (GUI). Auf der CeBIT 2010 wurde SAP Business One 8.8 erstmals vorgestellt. Business One eignet sich für kleine Unternehmen ab fünf Anwendern und bildet Geschäftsprozesse aus über 70 Branchen ab  (Automobil, Chemie, Konsumgüterindustrie, Maschinenbau, Gesundheitswesen, Bildungswesen, HighTech, Medien, Fertigung, Großhandel, Einzelhandel).

Überarbeitet: Grafische Oberfläche

Gleich beim Start der Software fällt die neue grafische Benutzeroberfläche (GUI) auf. Das neue Layout soll für mehr Bedienkomfort und Übersichtlichkeit sorgen. So kann sich der Nutzer in einer multiplen Vorschau mehrere Fenster gleichzeitig anzeigen lassen und in die einzelnen Fenster rein- und raus zoomen. Praktisch: Wem das neue Design nicht gefällt, kann wieder auf das Alte umschalten.

BI-Funktionen

Mit Version 8.8 wird SAP Business One intelligent: Ab sofort ist die Software mit den Werkzeuge aus dem BusinessObjects Portfolio wie Crystal Reports, Crystal Reports Viewer und Xcelsius Software ausgestattet.  Somit lassen sich mit Business One Daten auswerten, grafisch aufbereiten und Prognosen treffen. Mit Xcelsius kann der Anwender interaktive Dashboards mit Hilfe von Microsoft Excel erstellen. Business One 8.8 bietet zudem vielfältige Exportfunktionen. Neben XML und XLS können Dashboards beispielsweise auch in Microsoft Office, Flash (SWF), Adobe PDF oder Adobe AIR Formate exportiert werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Neuerungen für Buchhaltung, Finanzwesen und Co.

Verlustrechnung erstellen

Verlustrechnung erstellen

Funktionen für den Vertrieb

Funktionen für den Vertrieb

Weitere Neuerungen

Business One 8.8 bietet nicht nur Neuerungen im Bereich BI und Bedienung,  sondern auch einige neue betriebswirtschaftliche Funktionen, wie beispielsweise für das Kommissionieren und Verpacken. So kann Business One 8.8 mehrere Mengeneinheiten abbilden. Beispiel: Eine Firma kauft ein Getränk beispielsweise in Kästen ein und verkauft diese wieder in einzelnen Flaschen, Sechserpacks oder Kästen. Zusätzlich gibt es Neuerungen für Buchhaltung, Finanzwesen, Bankenabwicklung, Ein- und Verkaufsbelege und Support:

Buchhaltung

  • Alternatives Abstimmkonto: Es ist nun möglich ein alternatives Abstimmkonto anzulegen, um Abstimmkonten auf Belegebene zu ändern.
  • Änderungsprotokoll: im Modul „Administration“ können Änderungen für folgende Fenster nachverfolgt werden: Steuerkennzeichen-Definition, Quersteuerkennzeichen-Definition, Hausbanken-Definition, Fracht-Definition, Kreditkarten-Definition
  • für Indien relevant: Die Quellensteuer (TDS, eTDS) wird in der neuen Version von Business One abgebildet

Finanzwesen

  • Änderung der Fälligkeitsberichte: Beim Erstellen des Fälligkeitsberichts ist es jetzt möglich, den Bericht „Fälligkeit Lieferantenverbindlichkeiten“ nach „Lieferant“ und „Einkäufer“ zu gruppieren und flexible Zeitintervalle einzutragen. Im Fälligkeitsberichtsfenster lassen sich detaillierte Informationen über mehrere Kunden beziehungsweise Lieferanten anzeigen.
  • Bruttogewinn: Der Bruttogewinn lässt sich nun in allen Verkaufsbelegen ändern – auch wenn die Belege bereits geschlossen sind. Über ein separates Feld lässt sich der Bruttogewinn zudem als Gesamtbasispreis ausrechnen. Der Nutzer kann sich den Bruttogewinnbericht für artikelbasierte und servicebasierte Verkaufstransaktionen unter Berücksichtigung von Verkaufs- und Montagestücklisten anzeigen lassen.

Bankenabwicklung

Mit dem Zahlungsassistenten kann der User einen Satz Ausgangs- und Eingangszahlungen für Überweisungen erstellen und auch Schecks und Wechsel anlegen. Ebenso ist es möglich, eine Untergrenze für Zahlungen festzulegen. So werden Zahlungsabläufe nicht abgeschlossen, wenn eine der Transaktionen unter den definierten Mindestbetrag fällt.

Ein- und Verkaufsbelege

  • Anzahlungen: Anzahlungsanforderungen lassen sich mit der Schlussrechnung verknüpfen. Auch verschiedene Umsatzsteuer-Kennzeichen lassen sich berücksichtigen. Eine Liste offener Belege zeigt die Anzahlungen, die bereits bezahlt wurden, aber weiterhin mit der Schlussrechnung verknüpft wurden.
  • Artikelverfügbarkeit in Kundenaufträgen: Kundenangebotsanfragen lassen sich auf Basis von Analysen aller offenen Kundenaufträge, Bestellungen und Produktionsaufträgen besser bearbeiten: Das System erstellt Listen aller verfügbaren Mengen der angeforderten Artikel.
  • Zollberechnungen für Wareneinstandspreise: Mit Business One 8.8 lassen sich Einfuhrzölle für alle Kosten für Wareneinstandspreise berechnen. Zölle können auch in Bezug auf die Gesamtkosten berechnet werden.
  • Mit der neuen Version der Mittelstands-Software ist es möglich, negative Summen in Verkaufs- und Einkaufsbelegen einzugeben und damit beispielsweise Verkaufsretouren, Gutschriften oder Einkaufsretouren abzubilden.
  • Belege lassen sich jetzt über die Belegnummernfolge verarbeiten, ohne dass die Kundennummer berücksichtigt werden muss
  • Der Nutzer kann den Wechselkurs vom Quellbeleg in den Zielbeleg kopieren
  • Wer die Xcelsius Software hat, kann Flash-Objekte in Crystal-Berichte einbetten

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Verbesserungen für SAP-Partner

Über den Upgrade Wizard lässt sich die Software schnell und einfach auf die aktuelle Version aktualisieren.

Über den Upgrade Wizard lässt sich die Software schnell und einfach auf die aktuelle Version aktualisieren.

Verkaufsaufträge organisieren

Verkaufsaufträge organisieren

Erweiterung der Infrastruktur

Lizenzen können mit der neusten Version von Business One global oder nach Lokalisierungen eingeschränkt werden. Der Zugriff lässt sich mit Hilfe von neuen Lizenztypen einschränken und in  Limited CRM User, Limited Financial User, Limited Logistics User oder Indirect Access User unterteilen.

Verbesserungen für SAP-Partner

Partnern soll die Arbeit mit einem Upgrade Assistenten künftig noch leichter gemacht werden. Der Upgrade Assistent prüft den Lizenzserver, stellt die Verbindungen ein, prüft die Verfügbarkeit von Datenbanken, legt ein Sicherungsverzeichnis fest und führt das Upgrade durch.

Die Fernwartung wird über die Remote Support Platform durch geführt. Ein automatisiertes Tool kontrolliert den Datensatz, stellt den Transfer von Geschäftsdaten sicher, sendet automatisch Abfragen, um Fehler zu finden, sammelt Informationen über Installation und Speicherplatz und sendet automatisch Bugfixes. Der Upgrade Wizard ermöglicht den automatischen Upgrade-Prozess, erlaubt automatische Backups und automatische Upgrades der Software-Komponenten.

Das Software Development Kit (SDK) ermöglicht es Programmierern, Fremdsoftware in Business One zu integrieren und beispielsweise Web Services und Add-Ons hinzuzufügen und diese auf mobilen Geräten laufen zu lassen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ausblick

Überblick über den Lieferstatus

Überblick über den Lieferstatus

Kreditlimit festsetzen

Kreditlimit festsetzen

Ausblick: Von der Business Solution zur flexiblen Business Platform

SAP verspricht, dass die Software in zwei bis acht Wochen implementiert ist.

Über einen Upgrade Wizard können Anwender von Business One (mit den Releases 2005 ASP01, 2005 B, 2007 A, 2007 ASP01 und 2007 B) auf das Release 8.8. umsteigen, Preis auf Anfrage.

Praktisch: Business One 8.8 lässt sich auch in die Business Suite integrieren. Für eine kleine Tochtergesellschaft ist es demnach nicht zwingend notwendig auf die Business Suite umzusteigen, nur weil diese im Headquarter im Einsatz ist. Mit dem SDK lassen sich zudem vielfältige branchenspezifische Add-Ons und Anwendungen hinzufügen. So wird aus der Business Solution SAP Business One eine flexible Business-Plattform.

Mit Xcelsius wird Business One intelligent

Mit Xcelsius wird Business One intelligent

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