Ganzheitliche Mobilstrategien sind zeitgemäß

Feature | 14. November 2005 von admin 0

Mobilstrategien für Unternehmen sind nichts Neues: In den meisten Unternehmen werden seit mehreren Jahren Geschäftsprozessen mobil abgewickelt. Der Markt hat einige Mobilfunktionen so gut angenommen, dass sie längst zum Muss zählen. Doch das Thema Mobilität hat sich stark gewandelt. Heutzutage erfordert der Betrieb einer Mobillösung nicht mehr unbedingt innerbetriebliche Fachkenntnisse und Ressourcen, wie sie normalerweise für eine Einzellösung gebraucht werden. Mit Standardlösungen und einem Minimum an kundenspezifischen Anpassungen lassen sich die gleichen Ziele bei Implementierung, Wartung und Instandhaltung deutlich kostengünstiger erreichen. Die SAP-Lösungen für Mobile Business und SAP NetWeaver Mobile bieten den Kunden die Möglichkeit, weiterhin auf ihre vorhandene SAP-Infrastruktur zurückzugreifen, die Integrationskosten niedrig zu halten und dennoch ihre individuellen Ziele in punkto Mobiltechnologie zu erreichen.

Drei Arten mobiler Lösungen

Viele Unternehmen machen den Fehler, in erster Linie zu reagieren und erst dann tätig zu werden, wenn es nicht mehr anders geht. Braucht ein solches Unternehmen für jedes neu erforderlich gewordene Mobilszenario eine neue, anwenderspezifische Lösung, steht es bald vor großen Problemen, was seine Infrastruktur und Instandhaltung betrifft. Ohne einen Blick für den Gesamtbedarf besteht die Gefahr, zunächst eine Mobillösung zu implementieren, die sich später nur schwer erweitern lässt – unter Umständen ein kostspieliger Fehler.
Mit einem strategisch ausgerichteten Blick sollten Entscheider nach einer Schnittmenge mehrerer Mobillösungen Ausschau halten, die sowohl für eine bestimmte Branche, als auch für bestimmte Anwendergruppen sinnvoll ist. Drei Kategorien lassen sich hierbei unterscheiden: funktionsorientierte, horizontale und branchenspezifische Mobillösungen.

  • Funktionsorientierte Lösungen eignen sich für Aufgaben, die gemeinsam von einer bestimmten Anwendergruppe erledigt werden. Beispiele dafür sind Lösungen für Vertriebs- oder Außendienstmitarbeiter.
  • Horizontale Lösungen werden für allgemeine, unternehmensweite Aufgaben gebraucht. Beispiele sind Spesenabrechnung, Time and Travel Management, Szenarien zur gelegentlichen Nutzung wie das Key-Performance-Indicator-(KPI)-Reporting, oder die Möglichkeit, Workflows ohne Prozessunterbrechung (“on the fly”) zu genehmigen.
  • Branchenspezifische Lösungen: In einigen Branchen müssen die Mitarbeiter mobil sein, um ihre Arbeit zu erledigen. Hersteller von Konsumgütern benötigen beispielsweise eine Mobillösung zur Direktbelieferung von Einzelhändlern, damit sie ihre Produkte – mit den entsprechenden Preisangaben versehen – bedarfsgerecht und je nach tatsächlichem Vor-Ort-Verbrauch in Echtzeit an die Einzelhandelsgeschäfte liefern können.

Funktionsorientierte Szenarien

Funktionsorientierte Szenarien richten sich nach den Bedürfnissen einer bestimmten Gruppe von Anwendern, die dieselbe Aufgabe haben, aber aus verschiedenen Branchen kommen. Das typische Szenario für den Bereich Mobiler Service beispielsweise umfasst den internen wie den externen Kundenservice, aber auch die Instandhaltung von Anlagen. Hierbei unterstützt es viele verschiedene Anwender – von den Servicemitarbeitern über interne Wartungstechniker bis hin zu externen Kundendienstfachkräften. Servicemitarbeiter besuchen Kunden, müssen Beschwerden über Produkte oder Dienstleistungen aufzeichnen und Serviceaufträge am Kundenstandort erfassen. Sie greifen auf Stammdaten zu und pflegen Datensätze über die Servicearbeiten. Interne Wartungstechniker führen am Kundenstandort oder im Betrieb Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Hilfe eines mobilen Geräts durch, ohne dass eine Verbindung zur Unternehmenssoftware besteht. Externe Kundendienstfachkräfte müssen die Serviceanfragen je nach Verfügbarkeit und Kompetenz den einzelnen Servicemitarbeitern zuweisen. Das Beispiel macht deutlich, dass sich funktionsorientierte Szenarien häufig auf besonders unternehmenskritische Aufgaben beziehen; ein einziges Szenario deckt unter Umständen weite Bereiche ab. Unternehmen müssen sich fragen, ob sie eine mobile Servicelösung für den Außendienst und eine Mobillösung für die Verkaufsteams nutzen können und dennoch allen Anwendern die gleiche Infrastruktur zur Verfügung stellen – ohne anwenderspezifische Schnittstellen zu den Backend-Systemen.

Horizontale Mobilszenarien

Horizontale Mobilszenarien dienen in der Regel einer unternehmensweiten, rollenübergreifenden Aufgabe, die nicht kundenspezifisch ist. Ein Beispiel ist SAP Time and Travel Management, mit dessen Hilfe sich die Reisekosten eines Unternehmens durch die Einführung einer elektronischen Reiserichtlinie senken lassen. Wird diese Lösung beispielsweise in der Service-Branche eingesetzt, kann sie darüber hinaus zu kürzeren Fakturierungszyklen, einer geringeren Fehlerquote sowie einer schnelleren Spesenerstattung beitragen.
Bei einer horizontalen Anwendung müssen sich Unternehmen fragen: Lässt es sich bewerkstelligen, Prozesse in alle erforderlichen Backend-Systeme zu integrieren? Gibt es eine Möglichkeit, Anwendungsimplementierung und Benutzerauthentifizierung gemeinsam zu managen? Können mehrere Szenarien auf dem mobilen Gerät eines Anwenders laufen, die alle die gleiche Client- und Backend-Infrastruktur nutzen? Wenn die Servicetechniker beispielsweise nicht nur eine mobile Servicelösung, sondern auch eine Lösung zur Erfassung von Arbeitszeiten und Reisekosten benötigen, laufen dann beide auf ihren mobilen Geräten als integrierte Lösung?

Branchenspezifische Mobillösungen

Branchenspezifische Mobillösungen erweisen sich oftmals in der entsprechenden Sparte als “Killer application”, also als wettbewerbsnotwendig. So beispielsweise in der Pharma-Branche: Pharmavertreter pflegen einen elektronischen Bestand an Arzneimittelmustern, die sie in Arztpraxen und medizinischen Einrichtungen verteilen. Die Aushändigung der Muster erfolgt gegen Unterschrift des Empfängers. Mit einer für diese Branche maßgeschneiderten Mobillösung lässt sich dies elektronisch erledigen. Eine solche mobile Verkaufslösung ist heute ein Muss, um in der Branche wettbewerbsfähig zu bleiben.

Kombination mehrerer Mobillösungen

Unternehmen mit einer Branchenlösung können außerdem noch funktionsorientierte oder horizontale Lösungen verwenden, die sich zumeist einfach auf die entsprechende Branche ausrichten lassen. Am sinnvollsten ist es für interessierte Kunden, ihre Anforderungen an eine Mobillösung zunächst anhand der folgenden Kriterien zu hinterfragen: Brauchen wir wirklich eine rein branchenspezifische Mobilfunktionalität? Brauchen wir eine rollenbasierte Lösung, und wenn ja, mit wie vielen Anwenderrollen? Gibt es eine Schnittmenge zwischen einer horizontalen und einer funktionsorientierten Lösung, die für unsere Branche von Bedeutung ist? Die Antworten helfen Kunden dabei, ihre unternehmensweite Mobilstrategie frei von unnötiger Komplexität und Redundanz zu gestalten.

SAP-Lösungen für Mobile Business

SAP-Lösungen für Mobile Business

SAP-Lösungen für Mobile Business

SAP ist seit fast einem Jahrzehnt im Bereich Mobile Lösungen aktiv und bietet zahlreiche Standard-Mobillösungen: Von der SAP Console bis hin zu SAP Mobile Time and Travel. Mobilfunktionen sind in weiten Teilen des Lösungskomplexes mySAP ERP verfügbar. Mit diesen Angeboten, alle unterstützt von SAP NetWeaver, steht Unternehmen eine Standardlösung zur Verfügung, die nahtlos vom Mobilgerät in die Backend-Systeme zu integrieren ist. SAP-Kunden können daher die Standard-Mobillösungen relativ einfach implementieren. So sind die Mobilfunktionen von SAP beispielsweise bereits in mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM) und SAP NetWeaver integriert.

SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile stellt das technische Grundgerüst jeder SAP-Lösung für Mobile Business dar und dient gleichermaßen als Entwicklungsumgebung wie als Administrations-Werkzeug. Unter der Bezeichnung ” SAP NetWeaver Mobile ” firmieren drei verschiedene Clients: der Mobile-.NET-, der Mobile-Java- und der Mobile-Browser-Client, die allesamt mehrere Anwenderkategorien und Gerätetypen standardisiert unterstützen. Jeder dieser Clients ist auf ein bestimmtes Gerät und eine bestimmte Rolle ausgerichtet, um möglichst viel aus der Funktionalität des Benutzergerätes wie auch aus den Interaktionen mit der Gesamtlösung herauszuholen.

Clients von SAP NetWeaver Mobile

Clients von SAP NetWeaver Mobile

SAP NetWeaver Mobile stellt die schnellste und kostengünstigste Möglichkeit dar, um die SAP-Geschäftsprozesse auf jene Mitarbeiter auszudehnen, die den engsten Kundenkontakt haben: die Außendienstmitarbeiter. Die Plattform SAP NetWeaver zeichnet sich durch die Standardfunktionalität aus, andere Lösungen ins Backend-System zu integrieren. Viele SAP-Kunden verfügen höchstwahrscheinlich bereits über diesen Standard und müssen nur noch diejenige Mobillösung implementieren, die sich am besten für ihre Zwecke eignet. SAP bietet heute ein breites Spektrum an Mobillösungen an, die den größten Teil von Kundenanforderungen abdecken. Für den Fall, dass diese Lösungen – aus welchem Grund auch immer – für eine bestimmte Branche nicht ausreichen, stellt SAP Kunden und Partnern Werkzeug zur Verfügung, mit dessen Hilfe sich die Standard-Mobillösungen erweitern oder sich sogar völlig neue Lösungen entwickeln lassen.
Weitere Informationen: www.sap.com/mobile und www.sdn.sap.com.

Quelle: SAP Insider

Howard Beader

Howard Beader

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