Apps in zwei Minuten

Feature | 15. November 2010 von Daniel Hardt 0

Gateway: Apps für alle Geräte in IDE nach Wahl kreieren (Foto: Fotolia)

Projekt Gateway: Apps für alle Geräte mit jeder Entwicklungs-Plattform kreieren (Foto: Fotolia)

Daten aus SAP-Systemen auf allen möglichen Endgeräten – genau dies verspricht Projekt Gateway. Durch die auf der TechEd 2010 präsentierte Transfertechnologie können Anwendungen in verschiedenen integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs) programmiert werden. Entwickler müssen nicht in ABAP coden und bleiben von komplexen  SAP-Backends verschont.

Anwendungen können direkt für mobile Geräte wie iPhone, iPad, Android – siehe auch Artikel Mobil ans ERP – oder für Webtechnologien erstellt werden. Dritthersteller erhalten neue Möglichkeiten, Mitarbeiter wie Kunden mit Applikationen auszustatten. Die Gateway-Architektur setzt dazu auf REST und offene Standards wie Atom und OData.

Mobile Geräte oder Web-Software – alles geht

Mit Gateway möchte SAP Anwender außerhalb des SAP-Umfeldes  erreichen. Diese sollen jedoch nicht mit SAP-Software ausgestattet werden, sondern SAP-Daten über Standard-Technologien beziehen, die ansonsten kaum für Business-Anwendungen eingesetzt werden – ein Strategiewechsel gegenüber Middleware wie dem NetWeaver. Vergleichen Sie dazu auch den Artikel Achtung Update: NetWeaver 7.3.  Neben mobilen Geräten, spielen Web-Technologien und Kollaborations-Software hierfür eine Rolle.

Ziel ist es, in kurzer Zeit Apps für die Mobil-Plattformen iPhone, iPad, Android, Blackberry oder Windows Phone zu generieren und mit Content zu bestücken. Gleiches gilt für gängige Formate der Webentwicklung wie Ruby on Rail, PHP und ASP .NET. Die Kollaborationssoftware Duet Enterprises von Microsoft läuft bereits mit Gateway, für IBMs Alloy und RIM von Blackberry existieren ähnliche Konzepte. Ein Stand-alone-Gateway ist für die erste Hälfte 2011 geplant. Damit werden auch IDEs wie Xcode von Apple, Visual Studio von Microsoft und die auf Java basierende Eclipse unterstützt.

Generell können Daten aus der SAP Business Suite und älteren ERP-Versionen bezogen werden. Das Potential von Gateway deutete SAP-CIO Vishal Sikka auf der TechEd 2010 an:  Eine iPad-App für Microsofts Sharepoint wurde in 2 Minuten generiert und mit SAP-Content gefüllt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: einfache Entwicklung – komfortable Anwendung

Gateway: Verbindung zur Business Suite über alle Geräte

Gateway: Verbindung zur Business Suite über alle Geräte (Screenshot: SAP)

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Unterstützung verschiedener mobiler Endgeräte durch "Gateay" (Foto: Frank Völkel)

Gateway nutzt mobile und Web-Plattformen (Foto: Frank Völkel)

Einfach zu entwickeln und anzuwenden

Zentrale Idee von Gateway ist es, Entwicklern und Nutzern das Leben so einfach wie möglich zu gestalten. Viele Entwickler arbeiten mit IDEs die Standard sind, aber außerhalb der SAP-Landschaft liegen. Apps in der vertrauten Umgebung zu erstellen reduziert Zeit und Kosten. Dafür gibt es Software Development Kits (SDK), mit denen  von Gateway aufbereitete Daten in der Anwendung untergebracht werden. Ein einmal erstelltes Template lässt sich problemlos mehrmals verwenden, da der Content durch die REST-basierte Datenstruktur für alle Plattformen verständlich ist. Zugleich hält REST die komplexen Vorgänge im Backend vom Entwickler fern, SAP-Kenntnisse im Allgemeinen und von ABAP im Besonderen sind nicht nötig.

Schematisch wir  eine App wie folgt generiert: Aus der Business Suite oder einem Vorgänger-System wird ein Dynpro, BAPI oder bereits existierendes Gateway-Model  ausgewählt. Anschließend erstellt Gateway ein Data Source Model, das hinsichtlich Mapping und Adaption nochmals optimiert wird. Innerhalb der IDE des Entwicklers wird dann ein Proxy mit Hilfe des Software Development Kits (SDK) kreiert, die Applikation schließlich fertiggestellt.

Nutzern kommt die Verwendung einer Standarised Fashion – sprich einer einheitlichen Optik – entgegen. Für einfache Szenarien konzipiert, ist die grafische Oberfläche übersichtlich gestaltet und unabhängig vom Gerät intuitiv zu bedienen. Die Anwendungen selbst sind „stateless“ konzipiert, d. h. eine Online-Verbindung ist Voraussetzung. Änderungen relevanter Daten im Backend, werden automatisch in Echtzeit übertragen. Gleichzeitig können Anwendungen erweitert werden ohne Änderungen am ERP-System vornehmen zu müssen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: REST-Architektur für Gateway und das WWW

SAP-CIO Vishal Sikka stellt Gateway auf der TechEd 2010 in Berlin vor (Quelle: Youtube)

Der Weg zur App

Der Weg zur App (Screenshot: SAP)

REST-Architektur

Das bei Gateway eingesetzte REST (Representational State Transfer), ist ein Software-Architekturstil zur Realisierung von Web-Services. Die größte REST-Anwendung ist das World Wide Web selbst. Auch Amazon, Twitter und Google Apps bauen darauf auf. Die Architektur basiert ausschließlich auf vier Befehlen – GET, POST, PUT und DELETE. Diese simple Struktur sorgt gegenüber dem Netzwerk-Protokoll SOAP (Simple Object Access Protocol) für eine einfachere Handhabung bei der Gestaltung von Inhalten.

REST-konforme Web-Services können Daten als HTML- oder XML-Version beziehen. Im Fall von Gateway wird der Atom Standard genutzt. Dieser besteht aus dem Atom Publishing Protocol, kurz AtomPub, und Atom Syndication Format (ASF).  ASF ist ein dem RSS ähnlicher Newsfeed im XML-Format, zum plattformunabhängigen Austausch von Informationen. Für Business-Apps auf Grund sich ändernder Inhalte unzureichend, wird deshalb AtomPub zur Bearbeitung der eingehenden Daten eingesetzt. Zum Entwickler gelangen die Daten über das SAP Data Protocol, das auf OData , einem offenen Standard zum Datenaustausch, aufsetzt und neben Atom auch JSON beherrscht.

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