Globales Harmonisierungs- und Konsolidierungsprojekt bei der Siemens AG

Feature | 22. Dezember 2008 von Lars Lundmark, Siemens IT Solutions and Services 0

Siemens Mobiltelefon (Foto: Siemens AG)

Die Ausgangssituation

Die Größe des Global Players und fehlende verbindliche Vorgaben führten über die Jahre zu unstrukturiert aufgebauten IT-Systemen auf Basis von SAP ERP. Darüber hinaus gab es keine definierten Prozesse für die Harmonisierung von Geschäftsanforderungen und IT. Auch das IT-Management war sehr uneinheitlich.

Das erklärte Ziel: Eine vertikale Optimierung und horizontale Integration in allen operativen Einheiten, Ländern und Systemen.

Kostenreduzierung im Visier

Weniger Kosten, schnellere Reaktionen: Wie in den meisten anderen Unternehmen auch spielte die Reduzierung der IT-Kosten für Einführung, Pflege und Betrieb der SAP-Systeme eine wichtige Rolle.

Den Weg dahin sollten standardisierte und harmonisierte Geschäftsprozesse für das Anwendungsmanagement und für Shared Services (internes Outsourcing) ebnen. Für eine durchgängig hohe Datenqualität war zudem eine zentrale Verwaltung vorgesehen.

Strategie wird Wirklichkeit

Lars Lundmark (Siemens IT Solutions and Services)


Im Jahr 2000 startete das Projekt, unterstützt vom internen IT-Dienstleister Siemens IT Solutions and Services. Zu Beginn stellten die Verantwortlichen ein internationales Kernteam zusammen. Dieses setzte die globalen Verträge um und stellte das komplette Produkt- und Servicespektrum bereit.

„Den Kern des Vorhabens bildeten ursprünglich harmonisierte Finanzprozesse im Umfeld von SAP ERP Financials. Daraus ging dann das globale Harmonisierungs- und Konsolidierungsprojekt hervor und der Bogen wurde zu den Logistikabläufen für das Produktgeschäft sowie für das System-, Projekt- und Services-Business gespannt”, berichtet Lars Lundmark. Er war für die Einführungen sowie die Betreuung nach Projektabschluss in Dänemark, Schweden und Norwegen verantwortlich.

Projektschritte im Überblick

  1. Entwicklung global harmonisierter Geschäftsprozesse
  2. Konfiguration von SAP-Software, Design und Aufbau eines globalen Templates
  3. Einführung der Standard-Templates sowie Design und Aufbau regionaler Ergänzungen
  4. Bereitstellung von Application Management Center (AMC) für die Betreuung und den operativen Betrieb nach der Durchführung

Erst Prozesse, dann Programme

Zentralbereiche und Regionalgesellschaften arbeiteten bei der Umsetzung eng mit den Experten des IT-Dienstleisters zusammen. Im ersten Schritt entwickelte das Projektteam global harmonisierte Geschäftsprozesse. Im Anschluss daran kümmerte es sich um eine entsprechende Konfiguration der SAP-ERP-Anwendung.

„Zunächst haben wir ein weltweit gültiges Template entwickelt und es dann mit regionalen Anforderungen ergänzt“, so Lundmark. „Beim Rollout griffen wir auf sogenannte System Setup Workshops zurück, um die lokalen Anforderungen schnell und flexibel umsetzen zu können. Im letzten Schritt gaben wir gemeinsam mit Hauptanwendern das Wissen an die Endnutzer weiter.“

Bei dem Harmonisierungs- und Konsolidierungsprojekt greift der Alles-aus-einer-Hand-Ansatz von Siemens – andernfalls wäre die globale IT-Konsolidierung und -Harmonisierung nicht zu bewältigen gewesen. (Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

Lundmark zur Start- und Einführungsphase solch großer Projekte: „Change Management, Datenmigration und After-Going-Live-Support sind die drei entscheidenden Kriterien. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass das Management voll und ganz hinter dem Projekt steht.“

Kleine Idee mit großen Folgen

Vorteile

  • Konsistente Stammdaten
  • Minimaler Pflegeaufwand
  • Leichtere Umsetzung von Strukturänderungen
  • Einfachere Übertragung beziehungsweise Verlagerung von Prozessen
  • Schnellere Abwicklung von Abschlüssen
  • Zentralisierte und regionale Implementierung von Updates
  • Basis für Zertifizierungen

Für die Einführung benötigte das Projektteam pro Land weniger als ein Jahr. Heute arbeiten auf Basis einheitlicher IT-Systeme etwa 40.000 Anwender – aufgeteilt auf sechs Application Management Center (AMC) in den Niederlanden, Spanien, Österreich, USA, Thailand und Brasilien.

Die Vorteile: Alle Daten und Informationen sind besser vergleichbar. Zudem sind sie aufgrund der standardisierten Prozesse und der einheitlichen Informationsstruktur passgenau steuerbar. Davon profitieren letztlich nicht nur Finanzen, Logistik, Produktionsplanung und Personal, sondern das gesamte unternehmensinterne Geschäft.

Auch außerhalb des Siemens-Konzerns stößt das Projekt auf Interesse. „Bis Ende des Jahres 2008 haben wir das internationale Ziel erreicht. Danach warten bereits externe Interessenten auf unser Know-how und Personal, um ähnliche Projekte in ihrem Unternehmen anzustoßen“, so Lundmark.

Siemens und SAP

Das Elektronik- und Elektrotechnikunternehmen verbindet seit mehr als 30 Jahren eine enge Partnerschaft mit SAP: als SAP Global Partner, Lieferant und Kunde. Über 160.000 Siemens-Mitarbeiter weltweit nutzen die SAP-Anwendungen im Konzern.

Der interne IT-Dienstleister Siemens IT Solutions and Services beschäftigt rund 4.000 SAP-Berater und hat sein Know-how bisher in mehr als 2.600 SAP-Projekten in 87 Ländern eingebracht. In Indien unterhält Siemens IT Solutions and Services ein eigenes Ausbildungszentrum, das SAP-Projekte zertifiziert und finanziert.

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