Große Vögel müssen fliegen

Feature | 18. April 2006 von admin 0

Wenn es darum geht, ein Flugzeug in der Luft zu halten, ist es entscheidend, dass alle Teile zeitnah geliefert werden. Der Wert der einzelnen Produkte ist hierbei oftmals um einiges höher als in anderen Branchen. Ist eine Komponente nicht zügig verfügbar, so kann das eine Fluglinie Millionen kosten und darüber hinaus ihren Ruf als Dienstleister schädigen. Aeorspace Products International (API) vertreibt Flugzeugteile, um den Bedarf der Luftfahrtgesellschaften an “normalen” Bauteilen und an Ersatzteilen in zeitkritischen Situationen zu decken. Das Unternehmen wurde 1988 mit einem zentralen Lager in Memphis, Tennessee, einer großen US-amerikanischen Drehscheibe für Transport und Luftfracht, gegründet. Innerhalb der Branche hat sich API seither einen guten Ruf erarbeitet: Das Unternehmen bietet seinen Kunden rund um die Uhr Zugriff auf nahezu 200.000 fabrikneue Teile von über 150 OEMs. Zum Kundenstamm zählen Fluggesellschaften, Flugzeugbauer sowie Wartungs- und Reparaturunternehmen.

Mit besseren Geschäftsprozessen durchstarten

Außer in dem Geschäftsbereich “Teile und Komponenten” engagiert sich API heute mit Erfolg bei Dienstleistungen im Supply Chain Management, bei der kundenorientierten logistischen Unterstützung sowie bei technischen Lösungen – das schließt Bestands- und Lagerverwaltung mit ein. Darüber hinaus überholt und repariert das Unternehmen Bremssysteme, Anlasser, Lichtmaschinen und andere Flugzeugsysteme und baut maßgefertigte hydraulische Schlauchsysteme.
Das Wachstum von API erfordert Veränderungen. “Um weiter zu wachsen und dabei profitabler zu werden, brauchten wir eine umfassendere, ausgeklügelte Plattform”, erläutert Dave Currence, Vice President und CIO von API. Die Geschäftsführung war sich darüber im Klaren, dass eine IT-Lösung gefunden werden musste, die die betrieblichen Vorgänge und Kundenaktivitäten direkt und vollständig abbildet. Zudem sollte sie die branchenspezifischen Anforderungen abdecken, um die verschiedenen Geschäftsfelder des Unternehmens zu unterstützen. Darüber hinaus war sicher zu stellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Das bisherige unternehmenseigene System in diesem Sinne umzubauen, hätte API viel Geld und Mühe gekostet – auf lange Sicht. Daher entschied sich das Management, auf eine völlig neue Lösung zu setzen.

“Verlass dich auf dein Können, nicht auf dein Glück”

API hat sich ein altes Flieger-Motto auf die Fahnen geschrieben und überlässt nichts dem Zufall. Drei Anbieter wurden direkt zur Präsentation eingeladen. “Das Team von itelligence mit seiner mySAP-it.wholesale-Lösung hatte von Anfang an einen Vorteil”, erläutert Currence. “Es argumentierte vom klassischen Vertriebstemplate seines Produkts aus, das bereits 80 Prozent der von uns benötigten Funktionalität abdeckt. itelligence forderte uns auf, eine bestimmte Aufgabe auszuwählen, wir bekamen dann eine im Wesentlichen schlüsselfertige Vertriebslösung vorgeführt.”
Die Entscheidung für das SAP-Produkt fiel Anfang 2005 – nur zwei Monate nach dem ersten Telefonat. “Die Lösung mit ausgereiften und in Templates gegossenen Prozessen passt am besten zu uns. SAP und itelligence sind global tätig und unterstützen daher unsere Expansionsziele optimal. Darüber hinaus bringt uns die Lösung auf eine Stufe mit Partnern aus der Luftfahrt und dem Verteidigungssektor, die ebenfalls mit SAP-Lösungen arbeiten”, erklärt Currence.
Mit den vorgefertigten Templates deckt API den Großteil seiner Kernprozesse ab. Das Unternehmen kann sich dadurch intensiver mit den Trends in der Branche beschäftigen, um dort seine Wettbewerbsvorteile auszubauen. Das betrifft insbesondere die Bereiche für spezielle Flugzeugersatzteile und den auf diesem Vertriebsgebiet einmaligen Kernstückprozess. Die Herausforderung: API muss die gesetzlichen Bestimmungen der Federal Aviation Administration (FAA) erfüllen. Sie fordern beispielsweise, dass sich jedes Flugzeugteil über seine gesamte Produktgeschichte hinweg zurückverfolgen lässt.

Piper-Flugzeuge heben als Erste ab

“Im Oktober gingen wir erstmals an den Geschäftsbereich für Piper-Flugzeuge. Er umfasst alle unsere Funktionen einschließlich Finanzen, Materialwirtschaft, Verkauf und Vertrieb, Lagerverwaltung, Produktionsplanung und Kundenservice. Das gab uns die Möglichkeit, unsere Mitarbeiter am Gesamtprodukt zu schulen”, beschreibt Currence die Implementierung. Die Verantwortlichen des Geschäftsbereichs Piper schätzen vor allem Verbesserungen wie den beschleunigten Durchfluss von Verkaufsaufträgen und den Echtzeit-Blick auf alle Preise und Bestandszahlen über alle Standorte hinweg in Echtzeit. Ebenso automatisiert die neue Lösung die Bearbeitung aller Sonderpreise. “Für uns war das mehr als ein reines IT-Projekt. Es war eine große Veränderung. Deshalb haben wir unseren besten und erfahrensten Mitarbeitern die Verantwortung für die Implementierung übergeben. Schließlich ist Technologie ein Mittel und kein Selbstzweck. Die Lösung hat dabei geholfen, uns im positiven Sinne zu verändern und unser Unternehmen fit zu machen. Wir liefern Werte und verlieren das nicht aus den Augen”, fügt Currence hinzu. Mittlerweile hat API die Lösung entsprechend modifiziert auf seine anderen Geschäftsbereiche ausgeweitet – weltweit. “Jetzt können wir alle Prozesse von einer zentralen Stelle aus steuern. Unsere Infrastruktur ist nun bereit für zukünftiges Wachstum einschließlich der internationalen Expansion des Unternehmens.”

Pick/Pack/Ship-Verbesserungen

API kommt darüber hinaus in den Genuss operativer Vorteile. So hat das Unternehmen die Produktivität beim Pick/Pack/Ship-Prozess gesteigert. mySAP it.wholesale liefert API eine genaue Bestandssteuerung durch Echtzeittransparenz und Informationsinfrastruktur. Nur so lassen sich teure Notbestände verringern und trotzdem die Verfügbarkeit von Flugzeugteilen und damit die Kundenzufriedenheit sicher stellen. Currence erwartet eine deutliche Verbesserung des Bestandsumschlags. “Das Projekt war zugleich eine Qualitätsinitiative. Wir haben zum Beispiel gesehen, dass die Implementierung von Best Practices unseren Auftragseingangsprozess verbessert hat. Mehr Informationen zu sammeln und zu validieren, und zwar direkt an der Quelle des Geschäftsvorgangs, führt zu präziseren Aufträgen, die den Prozess optimieren.”
API sieht darüber hinaus Supply-Chain-Lösungen als bedeutendes Wachstumssegment an. “Mit SAP als solider Backend-Lösung haben wir die Möglichkeit, unsere Energie in das auf den Kunden ausgerichtete Electronic-Supply-Programm zu stecken. Dieses macht es möglich, den Service-Level anzuheben und dabei die Gesamtkosten zu senken”, beschreibt Currence einen weiteren Vorzug, den die Implementierung von mySAP it.wholesale mit sich bringt. “Außerdem gibt es da noch die nicht direkt quantifizierbaren Vorteile”, ergänzt er. “Wenn wir beispielsweise mit bestehenden oder potenziellen Kunden wie dem amerikanischen Verteidigungsministerium sprechen, verschafft uns die SAP-Lösung Glaubwürdigkeit. Türen öffnen sich. Das ist zwar schwer in Zahlen auszudrücken, aber wir erkennen den Wert, der darin steckt. mySAP it.wholesale unterstützt uns dabei zu wachsen. Die Lösung bringt uns dem Ziel näher, an die Spitze der Branche zu gelangen – was Produktlieferbarkeit und Kundenservice betrifft.”

Christine Macfarlane

Christine Macfarlane

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