Gute Benchmarks – schwer zu finden?

Feature | 28. Februar 2007 von admin 0

Mike Perroni

Mike Perroni

Herr Perroni, welchen Vorteil haben ASUG-Mitglieder von der Teilnahme am Benchmarking- und Best-Practices-Programm?

Perroni: Nach Beantwortung eines ausführlichen Fragebogens erhalten die ASUG-Mitglieder einen kostenlosen, individuellen und umfassenden Bericht, der die Effizienz und Effektivität der Unternehmensabläufe und -systeme mit den Kennzahlen, den so genannten Key Performance Indicators oder kurz KPIs, der besten teilnehmenden Unternehmen vergleicht. Sie erhalten darüber hinaus ein Whitepaper, in dem alle Ergebnisse zusammengefasst sind und in einen strategischen Kontext gestellt werden. Unternehmen, die an einem weiter gehenden Feedback interessiert sind, können ein persönliches Gespräch mit einem SAP-Benchmarking-Berater vereinbaren, um die Ergebnisse genauer zu untersuchen. Mein Unternehmen hat an mehreren Benchmarking-Umfragen teilgenommen. Mit jeder Umfragen haben wir weitere Einblicke darin gewonnen, wie wir unsere Geschäftsabläufe verbessern können. Und das beste ist, die Teilnahme ist kostenlos. Das ist einer von vielen Vorteilen, die ein Unternehmen als ASUG-Mitglied hat.

Wirken sich diese Umfragen auch über die SAP-Technologie hinaus auf das Unternehmen aus?

Perroni: Die Benchmarks untersuchen, wie stark die Teilnehmer SAP-Systeme einsetzen. Da aber ein Großteil der Daten auf KPIs beruht, richtet sich die Untersuchung auch auf das Unternehmen im Allgemeinen. Ein Beispiel hierfür sind die Benchmarks im Human Capital Management (HCM). Die KPIs beziehen sich auf SAP-Tools und SAP-Technologie, doch entscheidender ist, dass sie die Tendenzen der Unternehmen im Hinblick auf die Mitarbeiterzahl im Personalwesen und die Kosten in den Mittelpunkt rücken, die durch die Bereitstellung von Mitarbeiterservices anfallen. Die Ergebnisse der neuesten HCM-Umfrage zeigen zum Beispiel, dass in Unternehmen, die bei Personalangelegenheiten einen Shared-Services-Ansatz verfolgen, die Kosten pro Mitarbeiter geringer sind als in Unternehmen mit dezentralen Strukturen. Die Technologie ist natürlich Bestandteil der Auswertung, doch die Umfragen sind globaler ausgerichtet.

Können Sie uns Beispiele dafür nennen, dass Unternehmen durch dieses Programm neue Einsichten gewonnen haben?

Perroni: Unternehmen, die an einem beliebigen Bereich des Programms teilnehmen, können signifikante Vorteile über ihre Mitbewerber erzielen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Unternehmen, das an der Umfrage zu Total Cost of Ownership teilgenommen hat. Das Unternehmen erfuhr, dass die erfolgreichsten Vergleichsunternehmen die Anzahl der eingesetzten Überwachungs- und Systemmanagementwerkzeuge reduziert haben. Als das Unternehmen erkannte, dass es im Vergleich nicht so gut abschneidet, ergriff es verschiedene Maßnahmen, unter anderem setzte es Ressourcen ein, um den SAP Solution Manager besser zu nutzen. Damit war das Unternehmen in der Lage, die Anzahl der eingesetzten Systeme zu verringern und somit Millionen von Dollar bei der Systemüberwachung einzusparen.

Welche Unternehmen nehmen normalerweise an der Umfrage teil?

Perroni: Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da die teilnehmenden Unternehmen sehr unterschiedlich sind. Es sind sowohl Unternehmen des öffentlichen als auch des privaten Sektors vertreten und das Umsatzvolumen liegt zwischen unter einer Milliarde und über zehn Milliarden US-Dollar. Außerdem hält das Benchmarking in alle Branchen Einzug – von der Informationstechnologie, über die Pharmazie und Telekommunikation bis hin zum Einzelhandel. Geografisch gesehen stammen etwa zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen aus Nordamerika. Doch mit zunehmender Globalisierung der Initiative steigt die Zahl der europäischen, asiatischen und lateinamerikanischen Unternehmen. Es wäre interessant, sich diese Zahlen nach einem Jahr noch einmal anzuschauen, denn das globale Interesse an diesem Programm nimmt stetig zu.

Wann können Unternehmen an diesen Benchmarking-Initiativen teilnehmen?

Perroni: Den ASUG-Mitgliedern und SAP-Kunden sind über die Website der ASUG oder über die SAP-Website alle Initiativen jederzeit zugänglich. Gemeinsam starten ASUG und SAP das ganze Jahr hindurch neue Umfragen.

Wie schaffen es die ASUG und SAP, dass das Programm nicht an Aktualität verliert?

Perroni: Ein wirklich spannender Aspekt ist das Benchmarking im Vergleich zum Vorjahr. Unser Benchmarking-Programm besteht seit ungefähr einem Jahr und ist ausgereift genug, um die Entwicklung eines Unternehmens mit der Entwicklung des Vorjahres zu vergleichen. So lässt sich der Fortschritt verfolgen und die Unternehmen können feststellen, in welches Quartil sie im Vergleich zum Vorjahr fallen. Sie haben mit jedem Jahr, an dem sie am Benchmarking-Programm teilnehmen, Anspruch auf einen Bericht zum aktuellen Jahr und einen Bericht mit Abweichungen zum Vorjahr. Mit zunehmender Etablierung des Programms steigt der Nutzen für die Unternehmen. In einigen Jahren werden den Teilnehmern jährliche Auswertungen ihrer Entwicklung zur Verfügung stehen. Wenn sie in einem Quartal zurückfallen, haben sie die Möglichkeit, auf ihre vergangene Leistung Bezug zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um wieder voranzukommen. Den Teilnehmern werden 2007 mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um ihre Geschäftsabläufe mit erweiterten, personalisierten und persönlichen Analysen sowie mit praktischen Lösungen von Seiten der ASUG und SAP auszuwerten.

Welchen Rat geben Sie Unternehmen, die nicht die Zeit oder Ressourcen haben, um an diesen umfassenden Umfragen teilzunehmen?

Perroni: Benchmarking ist eine dieser Investitionen, bei denen die Ergebnisse in direktem Zusammenhang zum Aufwand stehen. Je umfassender die Umfragen, desto ganzheitlicher ist das Bild, das Unternehmen von sich in Bezug auf die Mitbewerber erhalten. Wir stellen jedoch fest, dass einige Unternehmen, das Ganze erst einmal testen möchten, bevor sie in eine größere Benchmarking-Initiative eintauchen. Für diese Unternehmen haben wir kürzlich abgespeckte Umfragen der einzelnen Initiativen bereitgestellt. Diese abgespeckten Versionen liefern zwar keine umfassenden Auswertungen der KPIs, dienen den Unternehmen aber als Ausgangspunkt und Möglichkeit, die Abhebung des eigenen Unternehmens von den Mitbewerbern zu bewerten. Möchte jedoch ein Unternehmen ein gründlicheres Feedback, um ein Business Case zu entwerfen oder nach einer Umsetzung die Performance-Verbesserung zu verfolgen, sind die umfassenderen Umfragen geeigneter.

Welches sind die wichtigsten Informationen zum Benchmarking, die Sie den Lesern mitgeben möchten?

Perroni: Das ASUG/SAP Benchmarking- und Best-Practices-Programm bietet Unternehmen eine günstige Möglichkeit, unternehmensübergreifende und vergleichende Analysen vorzunehmen. Nach Beantwortung der Fragen liefern wir den Mitgliedsunternehmen eine Möglichkeit, die Effektivität ihrer Finanzabläufe, die Effizienz ihrer Fertigungsprozesse, den Erfolg ihrer Strategien für das Supply Chain Planning und die Stärke ihrer Produktentwicklungsprozesse zu messen. Andere Unternehmen berechnen für diese Informationen 30.000 US-Dollar und mehr – das ist der Preis für die einmalige Bereitstellung der Informationen. Als ASUG-Mitglied haben die Unternehmen nicht nur Zugang zur Erstumfrage in den einzelnen Bereichen, sondern sie können auch an einer fortlaufenden Beurteilung teilnehmen, die einen kontinuierlichen Mehrwert liefert. Ich kann allen SAP-Kunden nur raten, an diesem Programm teilzunehmen und davon zu profitieren.

Quelle: SAP Insider

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