Geschenkideen für IT-Chefs

8. Dezember 2011 von Frank Völkel 0

Ganz ehrlich – wer hat kurz vorm Jahresende noch etwas vom Budget übrig? Denn in der Regel sind die Gelder für Investitionen längst verplant oder ausgegeben – siehe Artikel Geschenkideen für IT-Chefs 2010. Falls dem nicht so ist, könnte der ein oder andere IT-Verantwortliche mit dem Gedanken spielen, sich unsere Empfehlungen einmal genauer anzusehen. Die Anregungen betreffen teilweise recht bekannte Produkte und beinhalten aber auch Insider-Tipps, die wohl kaum in einem anderen Umfeld Erwähnung finden.

1. Server mit SAP HANA
2. Großer Touchscreen-Arbeitstisch
3. Fürs Büro: Blutdruckmessen per iPhone
4. ERP-Software: Business ByDesign App
5. Neueste Updates und Patches: SAP Solution Manager
6. Schneller Flash-Speicher mit 1 TB

Idee 1: Server mit SAP HANA

Fangen wir gleich mit dem größten Ereignis an: Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen von SAP HANA – der Echtzeitanalyse von Daten, die komplett im Arbeitsspeicher eines potenten Servers abläuft. Die Software basiert auf der In-Memory-Technologie. Das Prinzip: Daten werden aus dem Arbeitsspeicher angesprochen, von wo aus sie direkt abgerufen werden. Der Umweg über herkömmliche Datenbanken ist somit passé. Das bedeutet, dass Daten noch schneller, quasi in Echtzeit, verfügbar sind – siehe Artikel Hardware für HANA.

Vorne ordentlich Software-Performance, in der Mitte Speicher bis zum Abwinken und hinten Prozessor-Geschwindigkeit im Überfluss. HANA bietet das, was IT-Leitern Spaß macht. Die Komplettlösungen gibt es von Cisco, HP, IBM und Fujitsu. Mag der Fortschritt in der Welt der Server auch nur so dahinrasen: Einiges bleibt bestehen.

Zum Beispiel die Feststellung, wonach ein anständiger Server eine üppige Speicherausstattung haben sollte, die sich darüber hinaus noch clustern lässt. Dass die Gesetze der Vergangenheit ihre Gültigkeit nicht verloren haben, beweist aufs Neue die SAP HANA Technologie. Der Club der Server-Boliden ist ebenso intim wie illuster, die Mitglieder entpuppen sich allesamt als Charakterdarsteller. Einen Artikel dazu gibt es unter.

In der maximalen Ausbaustufe gibt es die SAP-HANA-Server samt 8-Sockel-CPU mit bis zu 192 DIMM-Slots: Da lassen sich dann maximal 6 TB an Arbeitsspeicher bestücken. So groß war bis vor kurzem nicht einmal die Speicherkapazität mehrerer Festplatten in einem einzigen System. Der Preis für ein solches System? Das hängt von den Anorderungen und der Konfiguration ab – siehe Artikel SAP HANA: Daten auf Speed.

Idee 2: Großer Touchscreen-Arbeitstisch

In naher Zukunft werden die Bildschirme am Arbeitsplatz nicht mehr senkrecht vor dem Anwender platziert sein. Denn wenn sich großformatige Touchscreens durchsetzen, ist zu erwarten, dass der Bildschirm gleich im Arbeitstisch integriert ist. Einen ersten Vorgeschmack auf diese zu erwartende Entwicklung liefert der 40 Zoll große kapazitive Touchscreen-Tisch samt Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) unter dem Namen EXOdesk.

Das System basiert auf einem Windows-Rechner, wobei es neben einem Entwicklerkit samt Javascript-Extensions auch zur Erweiterung auf HTML5-Code basierende Apps und Widgets über einen separaten Store geben soll. Das EXOdesk-System soll Fingerbewegungen bei einem nutzbaren Blickwinkel von 178 Grad erkennen. Die Oberfläche des Bildschirms ist in sogenannte Touchpad-Zonen und ein anpassbares Keyboard aufgeteilt, so das sich individuelle Ergonomieanforderungen umsetzen lassen.

Idee 3: Blutdruckmessen per iPhone

Das Messgerät erinnert an eine Szene von James Bond 007 in „Casino Royale“, wo der Hauptdarsteller in einer brenzligen Situation eine Manschette an den Arm anlegt und den Blutdruck misst. Das stylische Gerät orientiert sich optisch an der Apple-Welt und lässt sich an jedem iPhone oder iPad betreiben. Das Blutdruckmessgerät führt automatisch eine oszillatorische Messung am Oberarm durch. Eine im Aluminiumzylinder untergebrachte Pumpe erhöht den Druck in der Manschette soweit, bis kein Blut mehr durch die Arterie fließt.

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: Nach dem ersten Anschluss des Withings an ein iPhone oder iPad wird automatisch die App direkt über den App Store installiert. Die Withings-App zeigt mit einem Balken zuerst den steigenden Luftdruck in der Manschette an, dann beginnt die Werteermittlung. Farbige Symbole signalisieren, wie die gerade ermittelten Blutdruckwerte einzuordnen sind. Wer bei der Ermittlung der Blutdruckwerte Messungenauigkeiten minimieren will, kann den Automatikmodus einstellen. Das Blutdruckmessgerät führt dann im Abstand von einer Minute insgesamt drei Messungen durch. Die App bildet danach den Mittelwert und sorgt so für eine höhere Genauigkeit beim ermittelten finalen Wert.

Das Blutdruckmessgerät besitzt keine eigene Anzeige oder Steuerung: Sämtliche Einstellungen und Funktionen werden über das angeschlossene iPhone oder iPad ausgelöst. Wahlweise lassen sich die Daten auch grafisch im zeitlichen Verlauf und in Listenform aufbereiten. Die Möglichkeit, sämtliche Messdaten auch per Email in Form einer CSV-Datei an eine Person des Vertrauens zuzusenden, erinnert wiederum an James Bond 007.

Idee 4: Business ByDesign App

Seit diesem Jahr geht die ERP-Software Business ByDesign mittlerweile in die dritte Runde – mit dem Erscheinen des Feature Pack 3.0. Die wesentliche Besonderheit gegenüber den konventionellen Produkten: Bedient wird die Software über den Internetbrowser. Zusätzliche Hardware wie Serverschränke sind nicht nötig. Das Hosting liegt allein bei SAP. Business ByDesign besteht aus verschiedenen Modulen, aus denen sich der Nutzer seine eigene Anwendung individuell zusammenstellen kann und deckt alle wesentlichen Geschäftsprozesse eines Unternehmens ab.

In der neuen Version 3.0 hat das On-Demand-Produkt eine aufpolierte Benutzeroberfläche bekommen und auch bei den Funktionen zugelegt.

Traditionsgemäß gibt es für Business ByDesign eine App für iPhone und iPad, so dass der Zugriff auf die wichtigsten Geschäftsdaten auch mobil erfolgen kann. Beachtung verdient die kostenlose iPad-Variante, die grafisch sehr ansprechend gestaltet ist und auch von Anwendern bedient werden kann, die keinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben. So lassen sich beispielsweise mit wenigen Fingerbewegungen attraktive Charts erstellen, mit Bemerkungen und Hinweisen versehen und anschließend per Email versenden. Ist ein Drucker im drahtlosen Netzwerk in der Nähe, kann die mobile Applikation auch Berichte und Grafiken auf Papier ausgeben.

Wem die bestehenden Funktionen noch nicht ausreichen, der findet im SAP STORE Apps als Erweiterung für Business ByDesign. Unter dem Strich ist diese On-Demand-Software eine günstige ERP-Lösung, ohne dabei in eigene Server-Hardware zu investieren und sich mit Software-Aktualisierungen herumschlagen zu müssen.

Bei speziellen SAP-Partnern wie beispielsweise Steeb All for One oder Arvato, gibt es Einstiegspakete für CRM, ERP und Dienstleister. Das Einstiegspaket für CRM bildet beispielsweise alle wichtigen Vertriebs- und Marketingprozesse eines Unternehmens ab. Es lassen sich Absatzchancen berechnen, Kampagnen planen, Analysen vornehmen, Kundenkontakte verwalten, Leads generieren und Opportunities anlegen. Anhand vorkonfigurierter Dashboards lassen sich Umsätze vorhersagen, Folgeschäfte analysieren und Berichte erstellen. Die Datenauswertung erfolgt in Echtzeit.

Idee 5: Updates mit SAP Solution Manager

Wenn es darum geht, sämtliche IT-Systeme auf dem neuesten Stand zu halten, dann ist die Unterstützung per geeigneter Software wesentlich. Den SAP Solution Manager gibt es seit kurzem in der Version 7.1. Die Software umfasst ein neues Tool namens System Recommendations, welches passgenaue Empfehlungen zu wichtigen SAP-Updates und Patches für ABAP- und Java-basierte Systeme liefert. Abhängig vom aktuellen Systemstatus und bereits vorgenommenen Aktualisierungen gibt das Tool weitere Hinweise bezüglich Sicherheit, Performance und gesetzlichen Änderungen.

Denn ohne einen kontrollierten Prozess ist dies schwierig und zeitaufwendig. Mit den neuen und erweiterten Tools, Anwendungen und Services des SAP Solution Manager 7.1. können Kunden einen systematischen und automatisierten Prozess einrichten, um ihre Software regelmäßig zu aktualisieren und die Sicherheitskonfigurationen ihrer Systemlandschaft zu pflegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies intern oder bei einem Outsourcing-Dienstleister geschieht.

Die Verwaltung der Änderungskontrolle wird durch die Konfigurationsvalidierung erleichtert. Diese dient dazu, die Sicherheitskonfiguration der SAP-Systeme zu überwachen.

Idee 6: Schneller Flash-Speicher mit 1 TB

Unter den Flash-Festplatten (SSDs) gibt es mittlerweile Laufwerke mit bis zu 1 TB (1000 GB) Speicherplatz. Obwohl der Preis für große Speicherkapazitäten gegenüber herkömmlichen Festplatten immer noch recht stattlich ausfällt, sind die Laufwerke im Business-Umfeld eine Überlegung wert. OCZ bietet mit der Colossus 2 eine Speicherkapazität von 1 TB an, wobei alles in einem kompakten 3,5-Zoll-Gehäuse steckt.

Das Laufwerk hat zwei SandForce-1222-Controller und einen RAID-Controller integriert, die Daten sollen mit maximal 260 MByte/s gelesen und geschrieben werden. Die lautlose Festplatte eignet sich sehr gut für den Einsatz im Software-Entwicklungsumfeld, vor allem bei der Arbeit mit vielen kleinen Dateien, die deutlich schneller geladen werden können.

Der Anschluss an PC-Systeme erfolgt per SATA-Schnittstelle mit 3 GBit/s. Die mittlere Betriebszeit (MTBF) der Festplatte gibt der Hersteller mit 1,5 Millionen Stunden an. Auf Kundenwunsch will OCZ die Firmenware auf individuelle Einsätze anpassen.

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