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„Live Sale“ auf dem Handelsforum 2017: Können Sie unmittelbar anbieten?

Feature | 2. Juni 2017 von Claudio Brecht 4

Auf dem SAP Forum für den Handel in Mainz tauschten Branchenvertreter ihre Erfahrungen mit digitaler Transformation und veränderten Kundenwünschen aus. Besonders diskutiert: die zunehmende Geschwindigkeit im Großhandels- und Einzelhandelsgeschäft.

Wieland Schreiner, Executive Vice President für SAP S/4HANA, adressierte mit seiner Keynote häufige Fragen zur Umstellung auf  SAP S/4 HANA.

Kunden stellen höhere Anforderungen und haben immer mehr Bedürfnisse – ein Umstand, dem die Unternehmen im Retail-Bereich gerecht werden müssen. „Live Sale“ heißt das Stichwort: „Sie müssen die Kunden an jedem Punkt ihrer Erfahrung bedienen können. Dazu ist es notwendig, dass Sie über ihre Bedürfnisse Bescheid wissen“, drückte es Wieland Schreiner, Executive Vice President für SAP S/4HANA bei der SAP, auf dem SAP Forum für den Handel vom 31. Mai bis 1. Juni 2017 in Mainz aus.

Rolf Schumann, Global General Manager Platform and Innovation für die SAP Cloud Platform bei SAP, zeigte in seiner Keynote, wie aus der Digitalisierung der maximale Nutzen gezogen werden kann.

Erfolgreiche Unternehmen wie Under Armour setzen konsequent auf die Omnichannel-Strategie und bedienen sich dementsprechend Technologien wie der SAP Cloud Platform oder dem SAP Fashion Management, um sich vollständig am Endkunden zu orientieren. So können Kundenwünsche wie etwa der nach einer transparenten Lieferkette, problemlos umgesetzt werden. Die Unternehmensgröße ist dabei nicht entscheidend – SAP-Lösungen würden bereits von Unternehmen jeder Größe mit Erfolg eingesetzt, so Rolf Schumann, Global General Manager Platform and Innovation für die SAP Cloud Platform bei SAP. „Die Zukunft ist das intelligente Vernetzen von Menschen, Dingen und Unternehmen.“

Komfortabler und schneller

Die digitale Transformation bringt auch konkrete Kostenersparnisse mit sich. Bekleidungsunternehmen sprechen von einer Ertragssteigerung von bis zu 50 Prozent durch den weiteren Ausbau ihrer SAP-Landschaft im Onlinegeschäft. Möglich macht dies beispielsweise das Omnichannel Promotion Pricing (OPP) im SAP Fashion Management: Angebotspreise und Warenkorbwerte können einheitlich und korrekt über alle Verkaufskanäle hinweg zentral verwaltet werden. Eine Einführung neuer Preisrichtlinien bedeutet so ebenfalls deutlich weniger Aufwand und vollzieht sich kanalübergreifend live. Auch in den physischen Stores der Modebranche beschleunigt und vereinfacht die Umstellung auf eine SAP-Kassenlösung dank intuitivem SAP Fiori-Interface die Prozesse.

Für jede Branche eine passende Lösung

Martin Treek, CEO der Knoll Gruppe, sah sein Unternehmen vor allem branchenspezifischen Herausforderungen gegenüberstehend: Im Automobil-Zubehörmarkt, dem Hauptgeschäftsfeld von Knoll, ist es häufig notwendig, Teile innerhalb von nur zwei Stunden nach Bestellung an unabhängige Werkstätten zu liefern – und das bei über dreieinhalb Millionen Artikeln. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe mit Blick auf die Transportzeit von oft mehr als einer Stunde. Ein hoher Automatisierungsgrad und die Integration elektronischer Protokolle sind notwendig, um diesen Anforderungen zu begegnen. SAP S/4HANA Finance und SAP Hybris boten sich für diese Situation als Softwarelösung an, so Treek. Doch die Bedingungen für die Einführung sahen denkbar ungünstig aus: Im Unternehmen gab es keine Erfahrung mit SAP-Software und wenig Unterstützung, zudem war der Zeitrahmen knapp. Trotz dieser Hürden wurde die Implementierung letztlich ein voller Erfolg. Wöchentliche Telefonkonferenzen, ein täglicher Lasttest und sinnvolle Kompromisse verhalfen zu einem zeitnahen Go-Live-Termin. Zwar seien in einzelnen Bereichen Nachjustierungen notwendig, jedoch sei das den Dimensionen des Wechsels geschuldet, so Treek. Seine Grundbotschaft: eine schnelle digitale Transformation ist machbar, auch wenn nicht alles auf einmal erledigt werden kann.

Kunden wünschen sich Unmittelbarkeit

Die Vorteile der digitalen Transformation für Detailhandels- und Großhandelsunternehmen liegen klar auf der Hand: Steigende Ansprüche der Kunden lassen sich einfach adressieren, Kunden wandern nicht zur Konkurrenz ab. Es kann erfolgsentscheidend sein, dass digitale Technologien Teil der DNA des Unternehmens werden, denn so ist ihre effektive und effiziente Verwendung gewährleistet: Auch die Mitarbeiter im Laden müssen die Software verstehen, um ihr Potenzial zu nutzen.

Weitere Unternehmen auf dem Handelsforum zeigten, dass die Digitalisierung im Handel angekommen ist. Die wichtigste Erkenntnis dabei: die Kunden stehen immer im Zentrum der Reise.

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